Australian Open: Alexander Zverevs Traum wird realistischer

Alexander Zverev bestätigt in Melbourne seine Topform. Vor dem schwierigen Halbfinale ist sogar Träumen erlaubt.

von SID/red.
zuletzt bearbeitet: 27.01.2026, 12:46 Uhr

Alexander Zverev präsentiert sich in Melbourne in starker Form
© Getty Images
Alexander Zverev präsentiert sich in Melbourne in starker Form

Alexander Zverev hat einen großen Traum. "Wenn es irgendwann mal einen Grand-Slam-Champion mit Diabetes gibt", sagte der Hamburger nach seinem Halbfinaleinzug bei den Australian Open lächelnd, "dann bin ich die glücklichste Person der Welt - selbst wenn es nicht ich bin." Die Chance aber, dass eben doch Zverev selbst dieses Kunststück gelingt, wird in Melbourne immer größer.

Denn der Hamburger, der seit dem Alter von vier Jahren mit der Erkrankung lebt und eine Stiftung gegründet hat, spielt derzeit hervorragendes Tennis. Beim 6:3, 6:7 (5), 6:1 und 7:6 (3) gegen den US-Amerikaner Learner Tien stellte er das erneut unter Beweis. Und so ist Zverev im Halbfinalduell mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz am Freitag (Eurosport) nur leichter Außenseiter.

"Ich fühle mich gut, ich spiele gut und ich bin glücklich auf dem Platz", erklärte der Tokio-Olympiasieger, der zum zehnten Mal die Vorschlussrunde bei einem Grand Slam erreicht hat, und fügte an: "Natürlich hilft es immer, wenn man gewinnt."

Becker traut Zverev den Titel zu

Gewonnen hat Zverev in Melbourne inzwischen schon fünfmal - und so fehlen auf dem Weg zur Erfüllung seines Lebenstraums nur noch zwei Schritte. Dass er sie diesmal wirklich gehen kann, daran glaubt inzwischen auch der letzte deutsche Grand-Slam-Sieger bei den Männern. "Das war wieder großer Sport von Sascha Zverev. In dieser Form kann er das Turnier gewinnen", schwärmte Boris Becker bei Eurosport.

Zuvor hatte Zverev vor den Augen der dreimaligen Major-Siegerin Angelique Kerber auch Tien dank seiner Aufschläge und der neuen Vorhandstärke niedergerungen. Die extreme Nachmittagshitze auf der Anlage am Yarra River mit Temperaturen von bis zu 45 Grad hatte dabei keine entscheidenden Auswirkungen auf die Partie. Der Veranstalter hatte beschlossen, das Dach zu schließen und von Beginn an für angenehme und berechenbare Bedingungen zu sorgen.

Müller-Wohlfahrt und die "Spritzen"

Gegen Tien war die körperliche Fitness, die der Vorjahresfinalist auch einem Besuch beim berühmten Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt verdankt, erneut zu beobachten. "Tatsächlich war ich beim Professor Müller-Wohlfahrt zum ersten Mal im Leben und der hat mir 77 Spritzen irgendwo reingesteckt und die haben, glaube ich, geholfen", antwortete Zverev mit einem Grinsen, als er auf seinen Gesundheitszustand angesprochen wurde.

Wie die Behandlung des berühmten Sport-Arztes Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Detail ablief, blieb unklar - fest steht aber, dass Zverev sich in Melbourne tatsächlich auf seinen Körper verlassen kann. Im vergangenen Jahr hatte er hingegen immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

"In den letzten zehn Tagen habe ich mich gesund gefühlt, was sehr schön ist - und schmerzfrei, was ich schon lange nicht mehr erlebt habe", sagte Zverev bei der Pressekonferenz: "Das ist also ein guter Ausgangspunkt für mich. Ich bin glücklich auf dem Platz, weil ich keine Schmerzen habe und ein gutes Niveau spiele."

Im Halbfinale wartet auf Zverev nun das Duell mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz. Der Spanier ist so etwas wie Zverevs Lieblingsgegner unter den größten Namen im Tennis - die beiden stehen bei einer Bilanz von 6:6 in den direkten Duellen. 2024 etwa schlug Zverev den Spanier bei den Australian Open in einem hochklassigen Viertelfinale.

Das Einzel-Tableau in Melbourne

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Dienstag
27.01.2026, 11:57 Uhr
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