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Australian Open: Das Panel zu den Chancen von Angelique Kerber und Alexander Zverev

Am Montag beginnen die Australian Open in Melbourne. Wir haben uns wieder in einem  Kreis deutschsprachiger Tennisjournalisten umgehört.  Zunächst zu den Chancen von Alexander Zverev und Angelique Kerber.

von tennisnet
zuletzt bearbeitet: 12.01.2019, 18:33 Uhr

Angelique Kerber

Erste Frage: Rainer Schüttler in der Box, noch dazu in Australien. Was kann da für Angelique Kerber eigentlich schief gehen?

Ulrike Weinrich (tennisnet.com): Trotz ihres Viertelfinal-Ausscheidens gegen Petra Kvitova in Sydney gehört Kerber zu den größten Turnierfavoritinnen. Beim Hopman Cup in Perth präsentierte sich die Wimbledonsiegerin mit vier Siegen in vier Matches äußerst stark. Wie 2018 übrigens, als sie in Melbourne ins Halbfinale kam - und dort in der besten Grand-Slam-Partie der vergangenen Saison Simona Halep nur hauchdünn in drei Sätzen unterlag. Rainer Schüttler, Australian-Open-Finalist von 2003, feilte in der Off Season besonders am Aufschlag und an der Rückhand seines neuen Schützlings. Prognose: Finale - und da ist natürlich wieder alles möglich.

Oliver Faßnacht (Eurosport/DAZN): Möglicherweise ein Match gegen die Frau mit Torben Beltz in der Box – Donna Vekic. Der Bereich im Tableau ist kompliziert, weil sich einerseits formstarke-, andererseits auch schwer einzuschätzende Spielerinnen darin befinden. Das große Glück für Kerber: Vier Hochkaräter - Stephens, Kontaveit, Sasnovich und Bertens - eliminieren sich gegenseitig. Nur eine kann als Gegnerin übrigbleiben- im Viertelfinale. Julia Görges (Stolpergefahr gegen Collins) dagegen sähe ich in einem deutschen Achtelfinalduell mit Vorteilen (Aufschlag, Abschlüsse) .

Jürgen Schmieder (Süddeutsche Zeitung): Sehr viel. Da ist, auch wenn das nun nach Floskel klingt, alles möglich, vom frühen Scheitern bis zum Turniersieg.

Markus Theil (Eurosport): Ich glaube, dass es trotz der klaren Niederlage gegen Kvitova in Sydney, ein spielerisch gutes Turnier von Angie wird, das aus deutscher Sicht hoffentlich den Achtelfinal-Höhepunkt Kerber-Görges erleben wird. Hier eine Siegerin, und das auch noch im Vorfeld des Turniers, zu tippen, ist mir dann aber doch zu heikel, da ich beiden mehr als nur das Achtelfinale zutraue.

Gerald Kleffmann (Süddeutsche Zeitung): Kerber hat sicher eine der höchsten Eigenmotivationen. Schüttlers Verpflichtung ist aus atmosphärischer Sicht sicher gut gewesen. Aber auch hier: erst mal abwarten. Sie ist aber beeindruckend fit wieder, das spricht sehr für Kerber.

Lukas Zahrer (tennisnet.com): Es ist Damentennis. Das Niveau der Spielerinnen liegt auf solch einem hohen Niveau, dass in jeder Runde Überraschungen warten können. Ich wünsche mir wieder ein ähnlich episches Match wie jenes aus dem Vorjahr gegen Halep, diesmal aber bitte mit dem besseren Ende für die Deutsche. Vielleicht gibt es ja die direkte Revanche im Finale? Wobei, Nummer eins gegen Nummer zwei im Damen-Finale? No way.

Florian Heer (Tennis Tour Talk): Kerber und der "Shaker" - das kann passen! Erster Testlauf: der Happy-Slam. Letztes Jahr das Aus im Halbfinale. Dieses Mal kann es mindestens genauso weit gehen.

Paul Häuser (SKY): Angelique Kerber ist ein ganz heisser Tipp für den Turniersieg. Sie hat sich bislang unter Schüttler noch aggressiver präsentiert. Ich glaube an ein Finale gegen Serena Williams wie vor drei Jahren. Das wär ein Knaller.

Florian Goosmann (tennisnet.com): Der rote Blitz feiert sein Comeback! Auf dem Papier kann da gar nichts schiefgehen. Wer in Melbourne gewinnen will, muss Angie aus dem Weg räumen, und das wird hart!

Marcel Meinert (SKY): Rainer Schüttler und Angelique Kerber passen charakterlich und von ihrer Arbeitseinstellung her gut zusammen. Wie eng die Leistungsdichte bei den Damen ist, zeigte aber gerade erst Angies Niederlage gegen Petra Kvitova in Sydney. Vielleicht helfen die freien Tage, um sich vor dem Auftaktmatch noch einmal voll zu fokussieren. Die zweite Woche sollte in jedem Fall drin sein.

Jörg Allmeroth (Allmeroth Media): Es gibt keine Garantien auf gar nichts im Frauentennis. Es gibt 20 bis 30 mögliche Siegerinnen, da sind auch Kerber und Görges dabei. Zu dumm, dass sie eventuell im Achtelfinale aufeinander treffen.

Niki Fink (tennisnet.com): Nichts. Kerber wird sich den Titel im Melbourne Park holen.

Zweite Frage: Wie seht Ihr die Chancen von Alexander Zverev?

Jürgen Schmieder (Süddeutsche Zeitung): Zum Sieg wird es nicht reichen - weniger wegen Zverev, sondern eher wegen der unfasslichen Stärke von Djokovic. Die Auslosung sieht ordentlich aus, also ist das Viertelfinale auf jeden Fall drin.

Florian Goosmann (tennisnet.com): Zverev sollte Schritt für Schritt denken, nicht gleich an den Titel. Nach Runde eins wissen wir hoffentlich, wie fit er ist. Ein Halbfinale wäre ein toller Start ins Jahr!

Florian Heer (Tennis Tour Talk): Zverev und seine körperliche Fitness sind das große Fragezeichen. Die Australian Open kommen daher noch zu früh für den großen Coup.

Andrej Antic (tennisMAGAZIN): Wenn die Verletzung nicht schlimm ist, kommt er ins Halbfinale.

Oliver Faßnacht (Eurosport): Chardy könnte unangenehm werden . Spätestens aber Kyrgios oder Raonic. Grundsätzlich: Nur, wenn Zverev sich seiner physischen Voraussetzungen sicher ist, wird er mit gestiegenen Erwartungen (nach dem Masters-Titel) klarkommen. Die von einigen Experten vorausgeschickten Halbfinal-Einschätzungen erscheinen mir nicht hilfreich, um diesen Druck von ihm zu nehmen.  

Lukas Zahrer (tennisnet.com): Seine Wehwehchen könnten zum Vorteil werden: Die Erwartungshaltung ist dadurch um eine Spur geringer, während seine Auslosung vor allem in den ersten Runden gut ist, um ins Turnier zu kommen. Mein Tipp: Sollte er in der Frühphase nicht allzu viel Zeit auf dem Court verbringen, kann er sich in Duellen mit gesetzten Spielern steigern und endlich bei Grand Slams seine Klasse zeigen. Der Titel bei den ATP Finals macht ihn mental nämlich stärker. Ich freue mich auf ein Halbfinale gegen Djokovic!

Paul Häuser (SKY): Nach den Verletzungsproblemen im Vorfeld sollten wir vorsichtig sein. Ist Sascha Zverev fit, sehe ich ihn mindestens im Viertelfinale. Dann rechne ich aber mit Borna Coric als Endstation. Ein Halbfinale gegen den Djoker wäre ein Riesenerfolg aus meiner Sicht.

Markus Theil (Eurosport): Nach den Problemen in Adelaide und Melbourne will ich mich dazu nicht äußern.

Ulrike Weinrich (tennisnet.com): Keine ideale Ausgangsposition für Zverev, der sich vor seinem Umknicken am Donnerstag im Trainingsspiel gegen den Lokalmatadoren Marc Polmans zumindest bestens erholt von seiner Oberschenkelveretzung gezeigt hatte. Auf der Anlage trainierte der Weltranglistenvierte am Freitag nicht. Am Samstag wird sich Zverev auf der turnusmäßigen PK im Vorfeld des Turniers zu seinen Gesundheitszustand äußern.

Jörg Allmeroth (Allmeroth Media): Auch kleinere Wehwehchen haben Konsequenzen, gerade mental, gerade unter herausfordernden Umständen wie in Melbourne. Es kann sein, dass die absolute Selbstüberzeugung fehlt, dieses unerschütterliche Vertrauen in den eigenen Körper.

Marcel Meinert (SKY): Die Oberschenkelprobleme sollten kein Thema mehr sein, zuletzt klagte er aber auch über Knöchelprobleme. Kleine Wehwehchen haben Zverev schon zu oft ausgebremst. Ein guter Start in die Grand Slam-Saison würde ganz sicher enorm beflügeln. Ein mögliches Achtelfinale gegen Wawrinka wäre ein Schlüsselspiel für das gesamte Turnier.

Jens Huiber (sportradio360): Schon die zweite Runde gegen Chardy hat ganz großes Qualpotenzial. Wenn es danach gegen Simon geht, wird es körperlich extrem mühsam.

Gerald Kleffmann (Süddeutsche Zeitung): Viertelfinale mindestens. Dann Tagesform und Gegner-abhängig.

Niki Fink (tennisnet.com): Ein paar Runden wird der Youngster in Melbourne mit Sicherheit überstehen, für den ganz großen Coup wird es aber nicht reichen. Spätestens im Viertelfinale ist Schluss.

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