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Australian Open: Jennifer Brady und die deutsche Erfolgsgeschichte

Jennifer Brady lässt nach ihrem Halbfinallauf bei den US Open auch in Melbourne starkes Tennis folgen. Ein Grund dafür: der Mann im Hintergrund - Michael Geserer.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 16.02.2021, 10:05 Uhr

Jennifer Brady
© Getty Images
Jennifer Brady

Deutschlands Frauentennis hat bei diesen Australian Open nur sehr flüchtige Spuren hinterlassen. Am Ende einer bitteren Pleiten-, Pech- und Pannenserie stand gerade einmal ein einziger Sieg durch die Rekonvaleszentin Mona Barthel, der Rest war Scheitern – und Schlagzeilen über das Ende des schwarz-rot-goldenen Fräuleinwunders.

Aber eine Erfolgsgeschichte mit deutscher Beteiligung gibt es dennoch in diesen Tagen in Melbourne: Hinter dem unaufhörlichen Aufstieg der Amerikanerin Jennifer Brady (Weltrangliste: Platz 24), die am Montag ins Viertelfinale aufrückte, steckt nämlich der ehemalige deutsche Profi Michael Geserer (51), der zuvor u.a. mit Philipp Kohlschreiber und Julia Görges arbeitete. Seit Brady mit dem ruhigen, unaufgeregten, sehr strukturiert vorgehenden Geserer ein Team bildet, erzielt die 25-jährige mehr als erstaunliche Resultate – auch und gerade bei den Topwettbewerben des Wanderzirkus. 

Jennifer Brady über Coach Geserer: "Einer, der einen genauen Plan hat"

Schon bei den US Open hatte Brady von der neuen Allianz mit Geserer profitiert und war sensationell bis ins Halbfinale vorgedrungen, erst die spätere Siegerin Naomi Osaka stoppte das US-Girl in drei hartumkämpften Sätzen. Ein erstes kräftiges Ausrufezeichen hatte Brady damals in New York bereits im Achtelfinale gesetzt, mit dem glatten Erfolg über die frühere Weltranglisten-Erste Angelique Kerber. In der langen Spielpause für die Tennistour, von frühen Frühlingstagen 2020 bis in den Spätsommer, hatte Brady gemeinsam mit Geserer in Regensburg trainiert. „Es war eine tolle Zeit. Ich habe selten zuvor so gut und methodisch gearbeitet“, sagt Brady im Rückblick, „das war die Grundlage für die späteren Erfolge.“ Geserer sei ein Coach, „der einen genauen Plan hat“, so Brady, „da wird nie Zeit verschenkt.“ Auch die Saisonvorbereitung 2021 verbrachte Brady wieder im Trainingscamp in Regensburg.

Bei den Australian Open ließ sich Brady auch nicht durch die Probleme in der Countdown-Phase aus der Ruhe bringen – im Gegenteil. Dass sie nun als einzige Spielerin im Turnier verblieben ist, die vor dem Grand-Slam-Wettbewerb in die härtere Quarantäne musste und zwei Wochen im Hotelzimmer zu verharren hatte, kam für die Amerikanerin „gar nicht so überraschend“: „Die Zeit hat mir sogar gut getan. Ich habe länger geschlafen, mental Kräfte gesammelt. Und ein bisschen trainiert, so gut es eben ging.“ Der Grundsatz sei klar gewesen: „Ich kann das nicht ändern. Ich muss positiv bleiben. Es nehmen, wie es ist. Und nicht jammern.“

Brady spielt nun am Mittwoch in einem inneramerikanischen Duell gegen ihre Freundin Jessica Pegula, die Tochter des US-Milliardärs Terence Pegula (Besitzer des NFL-Teams Buffalo Bills). Wie in New York könnte Brady im Grand Slam-Halbfinale landen, es würde sie näher an eins der großen Karriereziele heranbringen – einem Platz unter den Top Ten der Weltrangliste. Es wäre auch ein großer Moment für den Mann hinter dem Aufstieg, für Michael Geserer.

Hier das Einzel-Tableau der Frauen

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von Jörg Allmeroth

Dienstag
16.02.2021, 10:03 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.02.2021, 10:05 Uhr