Australian Open: "Nicht gut" - Kerber nach DTB-Debakel besorgt
Zehn Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open sorgt sich Angelique Kerber um den Zustand des deutschen Frauentennis.
von SID
zuletzt bearbeitet:
26.01.2026, 18:37 Uhr

"Wir brauchen uns nicht anzulügen. Das war nicht optimal", sagte Kerber in Melbourne über das schlechte Abschneiden der weiblichen DTB-Profis in diesem Jahr: "Klar hatte man sich da mehr erhofft. Gut war es auf jeden Fall nicht."
Lediglich Laura Siegemund hatte in Australien die erste Runde überstanden, war dort aber ebenfalls früh ausgeschieden. Viel Hoffnung, dass es schon bald wieder deutlich bergauf gehen wird, hat Kerber nicht. "Wir müssen da definitiv Geduld haben. Wie viel Geduld, das steht in den Sternen", sagte die dreimalige Major-Siegerin, die auf der Anlage im Melbourne Park in den kommenden Tagen am Legenden-Turnier teilnehmen wird.
"Ich denke, dass einige Junioren nachkommen werden, aber das liegt nicht in meinen Händen, sondern es müssen alle Parteien mitspielen", sagte Kerber und führte aus: "Ich weiß, was für eine Arbeit das ist, hochzukommen und wie viel man investieren muss. Das müssen die Spielerinnen auch machen - über ein paar Jahre lang." Es sei nicht so, ergänzte die Kielerin, "dass man eine Woche trainiert und dann wird man Grand-Slam-Siegerin".
Kerber ist seit 2025 als Beraterin für den Frauen-Bereich im Deutschen Tennisbund (DTB) tätig. Grundsätzlich, glaubt die zweifache Mutter, sei es bei den aktuellen Strukturen in Deutschland durchaus noch möglich, Weltklassespielerinnen hervorzubringen.
Am Freitag jährt sich Kerbers Triumph am Yarra River zum zehnten Mal. Neben der 38-Jährigen, die 2024 nach den Olympischen Spielen von Paris ihre Karriere beendet hatte, schlagen bei den Show-Events auch die Ex-Profis Tommy Haas (47) und Andrea Petkovic (38) auf. Beim "AO Legends Cup" werden sowohl Frauen- als auch Männer- und Mixed-Doppel gespielt.
