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Australian Open: Novak Djokovic ringt Alexander Zverev nieder und steht im Halbfinale

Novak Djokovic steht im Halbfinale der Australian Open. Der Serbe besiegte Alexander Zverev trotz Verletzung mit 6:7 (6), 6:2, 6:3 und 7:6 (6) (Hier könnt ihr das Match im Re-Live nachlesen). In der Vorschlussrunde trifft der Titelverteidiger nun auf den Überraschungsmann Aslan Karatsev

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 16.02.2021, 14:55 Uhr

Novak Djokovic schlägt Alexander Zverev und steht im Halbfinale der Australian Open
Novak Djokovic schlägt Alexander Zverev und steht im Halbfinale der Australian Open

Es sollte die erste ganz große sportliche Bewährungsprobe für Novak Djokovic bei den Australian Open werden. In den Tagen vor dem großen Viertelfinalkracher gegen Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev, avancierte das Duell mit dem Weltranglistensiebenten für Djokovic jedoch immer mehr auch zum Fitnesstest. Nach seinem Drittrundenerfolg über den US-Amerikaner Taylor Fritz klagte der Serbe nämlich über eine Bauchmuskelverletzung, nach seinem Sieg über Milos Raonic eine Runde später ging der Branchenprimus gar so weit, zu sagen, dass sein Antreten lediglich der Tatsache geschuldet sei, dass es sich bei diesem Turnier eben um ein Major handle. 

Und die Frage nach der Fitness des 17-fachen Grand-Slam-Champions war es auch, die sich wie ein roter Faden durch dieses Viertelfinalduell zog. Djokovic, eigentlich für seine Qualitäten als menschliche Gummiwand bekannt, startete ungewöhnlich offensiv in diese Partie, versuchte, die Ballwechsel kurzzuhalten. Mit mäßigem Erfolg: Der Serbe ging schnell mit Break in Rückstand, konnte dieses im Laufe des ersten Satzes aber egalisieren. Nutzen sollte dies dem Weltranglistenersten jedoch wenig: Alexander Zverev zeigte in der Kurzentscheidung großartiges Tennis und vor allem starke Nerven und stellte mit 6:8 auf 1:0-Sätze. 

Wer zu diesem Zeitpunkt an einen Genickbruch für den angeschlagenen Serben dachte: Weit gefehlt. Von einer vermeintlichen Beeinträchtigung war bei Novak Djokovic in Satz zwei recht wenig auszumachen, der 33-Jährige dominierte das Spielgeschehen in der Rod Laver Arena, nahm dem aufschlagstarken Zverev gleich zwei Mal dessen Service ab und schaffte nach knapp Stunden mit einem 6:2 den Satzausgleich. 

In dieser Achterbahnfahrt von einem Tennismatch war nun wieder Alexander Zverev am Zug. Wie schon in Durchgang eins gelang dem Deutschen das frühe Break, welches der Weltranglistensiebente diesmal weitaus länger halten konnte. Sehr zum Ärger von Novak Djokovic, der den Verlust des umkämpften fünften Spiel des Satzes mit dem Zerstören seines Schlägers quittierte. Dieser emotionale Ausbruch schien dem Weltranglistenersten jedoch alles andere als geschadet zu haben: Die nächsten drei Spiele der Partie gingen an Djokovic, in Satz drei war alles wieder in der Reihe.

Djokovic mit Wahnsinnslauf in Satz drei

Für den 33-jährigen Serben war das jedoch erst der Anfang eines sensationellen Laufs in diesem dritten Satz. Der Weltranglistenerste legte beim Stand von 4:4 ein weiteres Break nach und servierte nach etwas mehr als zwei Stunden zu 15 zum 6:4 in Durchgang drei aus. Erstmals sollte nun auch eine höchst positive Gefühlsregung beim Serben zu beobachten sein: Der achtfache Australian-Open-Champion holte in der verwaisten Rod Laver Arena zu einem Urschrei aus. Alexander Zverev hingegen, ebenfalls leicht gehandicapt mit einem großen Pflaster am Oberkörper, ließ nun erstmals ein wenig den Kampf mit dem eigenen Körper durchscheinen. 

Zverev gibt erneut Führung aus der Hand

Aber eben nur ein wenig. Zum Start in den vierten Satz war es nämlich abermals der Weltranglistensiebente, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Der Deutsche holte sich erneut das frühe Break, konnte nach der Abwehr von zwei Breakbällen - die er jeweils zuvor mit einem Doppelfehler selbst verursacht hatte - auf 3:0 davonziehen. Und wieder schien sich das Spiel aus Satz eins und drei zu wiederholen: Zverev hatte die Möglichkeiten, weiter davonzuziehen, Djokovic vereitelte und spielte sich wenig später selbst wieder ran. Mit kräftiger Mithilfe von Alexander Zverev, der vor allem mit dem Aufschlag zusehends unsicherer wurde - nach exakt zwei Stunden und 45 Minuten stellte der Weltranglistenerste auf 3:3. 

Der Unterschied zum dritten Durchgang: Alexander Zverev schaffte es mit dem Spielgewinn zum 4:3, den Lauf des Serben zumindest einmal zu unterbrechen und hatte im folgenden Aufschlagspiel des Serben eigentlich die Möglichkeit, erneut mit einem Break davonzuziehen. Bei den zwei Breakchancen des Deutschen zeigte der Branchenprimus jedoch erneut sein bestes Tennis und konnte mit zwei erfolgreichen One-Two-Punches abwehren - und wenig später seinen Aufschlag halten. Eine Chance bei Aufschlag Djokovic hatte Alexander Zverev noch in diesem Satz - der Deutsche musste beim Stand von 6:5 nach einem Ass des Serben aber einen Break- und damit Satzball verstreichen lassen. Folgerichtig musste wie schon in Satz eins ein Tiebreak die Entscheidung bringen. 

Im Halbfinale wartet Karatsev

In dieses starteten beide Spieler mit äußerst guten Aufschlägen - dementsprechend wenige Chancen gab es zum Anfang dieser Kurzentscheidung für die Rückschläger. So lange, bis es beim Stand von 5:6 bei Aufschlag Zverev der Weltranglistenerste zu seinem ersten Matchball der Partie kam: Der Deutsche konnte diesen aber mit einem großartigen Slice egalisieren. Postwendend traf der Deutsche mit einem Netzvorstoß jedoch die falsche Entscheidung - den nächsten Matchball sollte Djokovic also mit eigenem Aufschlag bestreiten können. Das sollte der entscheidende Vorteil für den Serben sein: Per Ass machte der 33-Jährige den Sack zu. Nach ziemlich exakt dreieinhalb Stunden war der Halbfinaleinzug des Serben perfekt. 

"Unter diesen Bedingungen brauche ich immer etwas Zeit, um reinzukommen. Ich habe mich am Anfang nicht wirklich wohl gefühlt, nach dem Tiebreak habe ich mich besser bewegt, habe besser serviert. Ich hatte am Schluss mehr Asse als er, was sehr ungewöhlich ist gegen einen so großartigen Aufschläger. Wir haben beide sehr viele Chancen ausgelassen", erklärte Djokovic im On-Court-Interview. "Ich habe nach den Breaks immer wieder den Fokus zurückgewonnen, ich wusste, dass es ein schwieriges Match werden wird. Er hätte es sich auch verdient, ich bin aber sehr froh, dass ich diese Herausforderung gemeistert habe."

In der Vorschlussrunde trifft Novak Djokovic nun auf den großen Überraschungsmann der bisherigen Australian Open: Den Russen Aslan Karatsev. Der Qualifikant konnte am Morgen auch Grigor Dimitrov besiegen, der ab Mitte des zweiten Satzes von einer Verletzung beeinträchtigt zu sein schien. 

Hier könnt ihr das Match im Re-Live nachlesen!

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