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FedEx weiter - Angie macht es spannend

Es kann losgehen beim Happy Slam! Am ersten Tag in Melbourne gibt sich Andy Murray keine Blöße, dafür müssen Stan Wawrinka und Kei Nishikori lange zittern. Bei den Damen gibt es direkt die erste große Überraschung, bei den DTB-Damen Licht und Schatten. In der Night Session muss Angelique Kerber Schwerstarbeit leisten, und auch Roger Federer gibt einen Satz ab.

von SPOX
zuletzt bearbeitet: 16.01.2017, 08:45 Uhr

Angelique Kerber musste zwei Stunden fighten - aber es reichte gegen Tsurenko

Damen - 1. Runde (alle Matches)

Angelique Kerber (GER/1) - Lesia Tsurenko (UKR) 6:2, 5:7, 6:2

Als Tsurenko den ersten Ballwechsel der Partie nach einer langen Rally mit einem durchgezogenen Rückhand-Volley zum Winner beendete, stutzten die Zuschauer auf dem Centre Court kurz. Und als die Außenseiterin ihr Aufschlagspiel zu Null gewann und auch die nächsten beiden Punkte machte, sah es nach einer richtig schweren Aufgabe für Kerber aus.

Aber die Weltranglistenerste biss sich wie gewohnt ins Spiel, hielt ihr Service zum 1:1 und nahm dem Spiel ihrer Gegnerin Stück für Stück die Luft. 6:2 ging Satz eins dann doch deutlich an Kerber, die nur unerzwungene Fehler machte und gerade über das zweite Service punktete (7/8).

Der zweite Satz wurde dann eine richtig harte Angelegenheit. Zwar gelang der Titelverteidigerin das frühe Break, aber viele Spiele gingen mehrfach über Einstand, Tsurenko packte immer wieder spektakuläre Punkte aus. Und bei 4:5 gelang ihr dann tatsächlich das Break zum Ausgleich. Anschließend hatte sie Oberwasser: Kerber vergab einen Matchball, Tsurenko gleich mehrere Breakbälle - und nach über eineinhalb Stunden war der dritte Satz erzwungen.

Kerber: "Bin einfach nur glücklich, eine Runde weiter zu sein"

Mit zunehmender Dramatik wurde das Match immer hochklassiger: Tsurenko punktete immer wieder mit ihrer starken Rückhand longline, Kerber fightete, wurde immer lauter und zeigte ihre gewohnten Konter-Qualitäten. Beim Stand von 2:2 baute Tsurenko dann körperlich ab und hatte mit Krämpfen an der Schlaghand zu kämpfen. Das war die Entscheidung: Nach einem Rückhandfehler Tsurenkos - ihr 40. insgesamt - war das Match vorbei. 2:03 Stunden waren da gespielt.

Fazit: 34 Fehler bei 27 Winnern von Kerber, die mehrfach lautstark über ihre Unforced Errors schimpfte. Dazu vier Doppelfehler. Noch keine Championship Form bei der Nummer eins - aber im Vorjahr musste sie in Runde eins ja auch einen Matchball abwehren.

Carina Witthöft (GER) - Eri Hozumi (JPN) 7:5, 7:6 (6)

Carina Witthöft darf sich auf das deutsche Duell mit der Weltranglisten-Ersten Angelique Kerber freuen. Die Hamburgerin machte sich das Leben etwas schwer. Im zweiten Satz vergab sie bei 5:4-Führung drei Matchbälle. Der sechste Matchball war es schließlich, der ihr ein Rendezvous mit Kerber beschert, vielleicht in der Rod Laver Arena.

Die beiden trafen sich zuletzt in der dritten Runde in Wimbledon, wo Witthöft mehrere Satzbälle ungenutzt ließ.

Julia Görges (GER) - Katerina Siniakova (CZE) 3:6, 6:3, 6:4

Perfekter Einstieg von Julia Görges gegen eine brandgefährliche Gegnerin - und das nach Satzrückstand. Hier geht es zum Spielbericht.

Nach dem Match zeterte die Deutsche aber über Außencourt 19: Der sei "nicht Grand-Slam-würdig", außerdem hätte die Security auf ganzer Linie versagt.

Shelby Rogers (USA) - Simona Halep (ROU/4) 6:3, 6:1

Die erste Mitfavoritin muss schon in der ersten Runde die Segel streichen - und das unerwartet glatt. Nach ausgeglichenem Beginn übernimmt Shelby Rogers Mitte des ersten Satzes das Steuerrad in diesem Match - und gibt es nicht mehr aus der Hand. Hier geht es zum Spielbericht.

Garbine Muguruza (ESP/7) - Marina Erakovic (NZL) 7:5, 6:4

Mehrere Behandlungen am Oberschenkel haben Garbine Muguruza nicht davon abgehalten, erfolgreich in die Australian Open zu starten. Die Spanierin fixierte nach 97 Minuten den Sieg in einem Match, in dem sie weniger Fehler als ihre Gegnerin machte (24 gegenüber 34 von Erakovic), eine Rarität in den letzten Monaten bei der regierenden French-Open-Siegerin.

Demgegenüber standen 27 direkte Punkte für Muguruza gegenüber 14 ihrer Konkurrentin. In Runde zwei wartet nun Samantha Crawford aus den USA, die ihre Landsfrau Lauren Davis in drei Sätzen besiegte.

Svetlana Kuznetsova (RUS/8) - Mariana Duque-Marino (COL) 6:0, 6:1

Venus Williams (USA/13) - Kateryna Kozlova (UKR) 7:6 (5), 7:5

Zäher Auftakt für Venus, die in ihrer erfolgreichen Karriere in Australien noch nie den Titel gewinnen konnte und lediglich einmal, 2003, im Finale stand. Williams war mit einem kleinen Fragezeichen in die Partie gegangen, schließlich musste sie in Auckland vor wenigen Tagen aufgeben. Das Bestreben, die Ballwechsel so kurz als möglich zu halten, war von Beginn an deutlich zu erkennen. Kein Wunder also, dass am Ende der 1:59 Stunden währenden Partie die US-Amerikanerin 38 direkte Punkte erzielt hatte, allerdings bei 48 unerzwungenen Fehlern. Kozlova auf der anderen Seite erlaubte sich nur 16 Fehler, erspielte sich aber auch lediglich 14 Punkte selbst.

Williams stürmte in ihrem Auftaktmatch 27 Mal ans Netz, in zwei Dritteln der Fälle machte sie dabei auch den Punkt. In Runde zwei trifft Venus nun auf die Schweizerin Stefanie Vögele, die Kurumi Nara in zwei Sätzen besiegte.

Hawk-Eye, Damen: Gibt es eine ganz neue Siegerin?

Ashleigh Barty (AUS) - Annika Beck (GER) 6:4, 7:5

Guter Beginn von Annika Beck - am Ende hatte Rückkehrerin Ash Barty dennoch das bessere Ende für sich. Vor allem mit dem Aufschlag zog sich die Australierin nach einem 0:3-Rückstand in Satz eins wieder zurück ins Match, schlug insgesamt acht Asse, während sich Beck neun Doppelfehler bei nur einem Ass leistete. Nach 1:40 Stunden schickte die deutsche Fed-Cup-Spielerin einen Rückhand-Ball ins Netz - und verabschiedete sich damit aus dem Einzel-Wettbewerb 2017.

Mona Barthel (GER) - Destanee Aiava (AUS) 6:3, 7:6 (4)

Mit dem Schwung aus der Qualifikation spielt sich Mona Barthel gegen die jüngste Spielerin, die in den 2000ern an einem Grand-Slam-Turnier teilgenommen hat, in die zweite Runde. Hier geht es zum Spielbericht.

Carla Suarez-Navarro (ESP/10) - Jana Cepelova (SVK)

Jelena Jankovic (SRB) - Laura Siegemund (GER/26) 6:1, 1:6, 6:4

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Stefanie Vögele (SUI) - Kurumi Nara (JPN) 2:6, 6:2, 6:3

Viktorija Golubic (SUI) - Kristyna Pliskova (CZE) 3:6, 6:2, 4:6

Die Weltrangliste der Damen im Überblick

Herren - 1. Runde (alle Matches)

Roger Federer (SUI/17) - Jürgen Melzer (AUT) 7:5, 3:6, 6:2, 6:2

Er wirkte doch ziemlich erleichtert, nach seinem erfolgreichen Comeback: Roger Federer wackelte zwar in den ersten beiden Sätzen, setzte sich aber letztlich doch souverän im "Alpenduell" durch. Dabei misslang ihm der Start, er gab sein Service zum 2:3 ab. Aber in einem von vielen Fehlern geprägten ersten Satz machte Melzer derer gleich 17 - und so war das Break schnell weg, genauso wie der ganze Satz.

Jürgen Melzer: Lange auf Augenhöhe mit dem Maestro

Umgekehrt führte Federer in Durchgang zwei sofort mit 2:0, nur um dann seinerseits zu schwächeln. Melzer schraubte seine Fehlerquote runter, sein Schweizer Kontrahent hatte Probleme mit dem ersten Aufschlag (14/25) - alles wieder offen. In Satz drei und vier zeigte Altmeister Federer seine Qualitäten und dominierte die Partie. Letzten Endes war es vor allem sein Aufschlag, der den Unterschied machte (19:4 Asse), zudem nutzte er sieben seiner neun Breakchanchen.

Stan Wawrinka (SUI/4) - Martin Klizan (SVK) 4:6, 6:4, 7:5, 4:6, 6:4

Ein klassischer Stan mal wieder. 3:24 Stunden musste er gegen Klizan ackern, bis er in der zweiten Runde stand. Im ersten Durchgang war bis zum 4:4 alles offen, dann streute der Schweizer seine Grundschläge überallhin, nur nicht ins Feld. So war der erste Satz weg. Im zweiten und dritten Durchgang saßen dann die Grundschläge (zusammen 28 Winner), wobei sich die Kontrahenten auch immer mal wieder den Aufschlag abnahmen. Egal - nach dem 7:5 im dritten sah der ehemalige Aussie-Open-Champion schon wie der sichere Sieger auf.

Aber dann war bei 3:3 im vierten Satz der Aufschlag wieder weg, dafür flog der Schläger. Klizan spielte seinerseits aggressiver und holte sich mit einer herrlichen Inside-Out-Vorhand das Break zum 4:3 im Entscheidungssatz. Und Stanimal? Der blieb endlich nicht mehr passiv, sondern breakte prompt zurück, hielt zum 5:4 und verwandelte dann wenig später den ersten Matchball. Die Statistik wies für beide genau 151 Punkte auf, aber Wawrinka holte sich davon 21 per Ass. Bei Klizan waren es derer nur sieben.

Andy Murray (GBR/1) - Illya Marchenko (UKR) 7:5, 7:6 (5), 6:2

Zwei Stunden und 47 Minuten musste sich Andy Murray in seinem ersten Match als Top-Seed bei einem Major mühen - wohl etwas länger als erhofft. Marchenko machte es ihm aber in den ersten beiden Sätzen enorm schwer und kam im ersten Durchgang nach 2:5 noch einmal zurück, bevor er sich erneut breaken ließ, weil er gerade in den langen Rallys von der Grundlinie zu viele Fehler macht.

Im zweiten Satz war sogar Marchenko Break vor, bevor sich Murray wieder sammelte. Aber der Schotte war not amused und motzte auch immer wieder in Richtung seiner Box. Im dritten Satz war Marchenko dann einfach platt. Murray hatte klare Vorteile im Aufschlag (10 Asse), überließ die Initiative aber oft seinem Gegner. Der schlug mehr Winner (46:25), machte aber eben auch viel mehr Fehler (62:27).

Übrigens ist Murray damit der erste "Sir", der ein Grand-Slam-Match bestritten hat. Auf den Adelstitel besteht er allerdings nicht. Als er nach dem Spiel von einem Moderator auf dem Court in der Rod-Laver-Arena gefragt wurde, wie er ihn nennen soll, sagte der Ritter des Vereinigten Königreichs: "Sag einfach nur Andy zu mir."

Kei Nishikori (JPN/5) - Andrey Kuznetsov (RUS) 5:7, 6:1, 6:4, 6:7 (6), 6:2

Unerwartet schwer tat sich Kei Nishikori, einer der Mitfavoriten auf zumindest das Halbfinale bei der diesjährigen Ausgabe in Melbourne. 3:34 stand der Japaner gegen Kuznetsov auf dem Platz - und konnte letztlich vor allem auf seinen Aufschlag bauen, um das Match in fünf Sätzen doch noch zu gewinnen: Neun Asse schlug Nishikori, leistete sich dabei keinen Doppelfehler, während bei Kuznetsov das Verhältnis mit 5:4 beinahe ausgeglichen war.

Ungewohnt die Anzahl der unerzwungenen Fehler von Nishikori: 52 standen am Ende zu Buche, konterkariert immerhin von 53 direkten Punkten. Davon gelangen seinem russischen Gegner nur 35, was letztlich aus der Sicht von Nishikori, der in Runde zwei auf den Franzosen Jeremy Chardy trifft, insofern ärgerlich ist, als dass der Japaner das Match schon früher hätte zumachen müssen.

Marin Cilic (CRO/7) - Jerzy Janovicz (POL) 3:6, 4:6, 6:2, 6:2, 6:3

Tomas Berdych (CZE/10) - Luca Vanni (ITA) 6:1, Aufgabe

Jo-Wilfried Tsonga (FRA/12) - Thiago Monteiro (BRA) 6:1, 6:3, 6:7 (5), 6:2

Nick Kyrgios (AUS/14) - Gastao Elias (POR) 6:1, 6:2, 6:2

Hawk-Eye, Herren: Spiel's noch einmal, Tommy!

Mischa Zverev (GER) - Guillermo Garcia-Lopez (ESP) 6:3, 7:6 (5), 6:4

Alex De Minaur (AUS) - Gerald Melzer (AUT) 5:7, 6:3, 2:6, 7:6 (2), 6:1

Die Weltrangliste der Herren im Überblick

von SPOX

Montag
16.01.2017, 08:45 Uhr