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Barty-Schreck Alison Riske: Die mit dem Gespür für Gras

Alison Riske gelang die erste ganz große Überraschung beim Wimbledon-Turnier 2019. Nach ihrem Sieg über Ashleigh Barty wird es nun nicht leichter – denn nun wartet Serena Williams.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 09.07.2019, 10:51 Uhr

Alison Riske
© Getty Images
Alison Riske

Ben Rothenberg, der bekannte Tennisjournalist der New York Times, kam am Ende mit einer verrückten Statistik um die Ecke, die Rasen-Phänomen Alison Riske gut beschreibt.

Ihre ersten 13 Siege auf WTA-Level habe Riske allesamt auf Rasen gefeiert, twitterte Rothenberg – über einen Zeitraum von drei Jahren. Anders ausgedrückt: Von 2010 bis 2013 gewann die US-Amerikanerin auf Tourlevel ausschließlich auf Rasen, diesem kurzen grünen Intermezzo zwischen europäischem Sand und amerikanischem Hartplatz. Sonst setzte es Niederlagen.

„Das erste Mal, als ich einen Fuß auf Rasen gesetzt habe – da habe ich mich direkt zu Hause gefühlt“, erklärte Riske in der Pressekonferenz. „Mein Spiel passt zum Rasen. Ich mag alles daran.“

Gras-Flüstererin Riske schwärmt

Die 29-jährige US-Amerikanerin ist außerhalb des Grüns nach wie vor keine allzu große Bekannte im Welttennis. Platz 36 war ihre Bestleistung vor zwei Jahren, aktuell ist sie auf Rang 55 notiert. Aber pünktlich nach den French Open, wenn die ersten Rasenturniere eröffnen, kommt ihre Zeit. So auch in diesem Jahr.

Sie gewann das ITF-Turnier in Surbiton, anschließend siegte sie beim WTA-Event in 's-Hertogenbosch, 14 Siege sind es mittlerweile, bei nur einer Niederlage. „Das erste Training nach der Sandplatzsaison – es ist wohl mein liebstes Training im gesamten Jahr“, schwärmte Riske.

Im Wimbledon-Achtelfinale hatte sie gegen Ashleigh Barty nach verlorenem ersten Satz aufgedreht, wurde die aggressivere Spielerin, mit ihrem flachen Tennis, das etwas an Landsfrau Amy Frazier erinnert, ohne die ganz großen Schwünge – und damit perfekt geeignet für Gras. 

Riske trifft nun auf Serena Williams, die sie noch nie auf der Gegenseite hatte – aber einst als Partnerin im Doppel. „Sie ist die größte Sportlerin, die es bei den Damen je gab. Es wird eine große Herausforderung, aber ich bin bereit", kündigte Riske an.

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Ausgerechnet Wimbledon!

Speziell in Wimbledon, wo Williams zwar die siebenfache Siegerin ist, aber Riske ihre eigene Geschichte zu erzählen hat. „Ich bin so aufgeregt! Ausgerechnet in Wimbledon, meinem liebsten Grand Slam. Wo ich immer schon davon geträumt habe, in den „Last 8 Club“ zu kommen. Da bin ich nun, jetzt kann mich keiner mehr rauswerfen“, sprach sie und lachte herzlich.

An Wimbledon liebe sie alles, erklärte Riske weiter. Phil Brooks, der Präsident des Clubs, habe sich vom ersten Tag an, als sie einst nach Wimbledon gekommen sei, ihren Namen gemerkt. „Das ist so wichtig für jemanden wie mich, der nicht in den Top 10 oder Top 20 steht. Phil wusste dennoch, wer ich bin. Das ist sehr speziell. Es sind einfach so viele tolle Menschen hier in London, die sich um mich gekümmert haben.“

Und Riske war noch nicht fertig mit ihrer Wimbledon-Lobhudelei. „Es ist einfach einzigartig, dass du in ein Grand-Slam-Turnier kommst und jemand sagt: ‚Hey, Ali, schön dich zu sehen. Super Job in 's-Hertogenbosch.‘ Das kommt nicht oft vor.“

Dasselbe gelte für Paul Hutchins, den ehemaligen britischen Head of Men‘s Tennis, TV-Kommentator und Turnierdirektor der Nottingham Open, der im Frühjahr an einer Motorneuronkrankheit starb. Als Riske auf ihn zu sprechen kam, brach sie in Tränen aus.

Ob sie die Presserunde verlassen wolle, wurde sie nach einer Weile gefragt. Ja, sagte Riske, aber es war ihr wichtig, eines noch zu Ende zu bringen. „Paul war ebenfalls seit meinem ersten Wimbledon-Auftritt hier“, stammelte sie, als sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte. „Er hat mich immer auf dem Rasen spielen lassen, bevor das Turnier begonnen hat.“

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von Florian Goosmann aus Wimbledon

Dienstag
09.07.2019, 12:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.07.2019, 10:51 Uhr