Billie Jean King Cup: Alle Mittel erlaubt?

Wenn es um eine echten Heimvorteil geht, dann haben die Tschechinnen am Freitag und vor allem Samstag in Prag eine interessante Wahl getroffen.

 

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.04.2022, 11:24 Uhr

Ja, Anne Keothavong und Emma Raducanu haben in Prag ordentlich gefroren
© Getty Images
Ja, Anne Keothavong und Emma Raducanu haben in Prag ordentlich gefroren

Anfang Februar haben die USA in einem Qualifikationsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar die Mannschaft aus Honduras empfangen. Und zwar im Bundesstaat Minnesota, wo es in der Winterzeit selten nahe null Grad Celsius hat. An jenem Abend wird sogar von minus 20 Grad berichtet, die freundlichen Gäste gaben das Match wunschgemäß mit einem leistungsgerechten 0:3 ab. Die USA sind mittlerweile für Katar qualifiziert, mit Minusgraden ist dort im November nicht zu rechnen.

Beim Treffen im Billie Jean King Cup zwischen der Tschechischen Republik und Großbritannien, das die Gastgeberinnen in Prag mit 3:2 für sich entschieden, fühlte man sich an die US-Taktik erinnert. Denn am Samstagmorgen wurden in der tschechischen Hauptstadt nur sehr tiefe einstellige Plusgrade gemessen, für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Eher überraschend dagegen, dass die Partie nicht in der Halle, sondern unter freiem Himmel angesetzt war.

Auch Österreich hat in Südkorea gefroren

Und so sah man die Teamchefs eingepackt in Decken und dicke Jacken, die Spielerinnen griffen gerne zu Leggins und langen Shirts. Ob es der Spielkultur zuträglich war, bleibt dahingestellt. Schließlich sollten die Schläger ja gut in der Hand liegen. Die GastgeberInnen dürfen in den großen Mannschaftswettbewerben die Umstände bestimmen, das haben auch die österreichischen Männer vor ein paar Wochen in Seoul gemerkt. Die Trainingsjacken wurden ob der frostigen Temperaturen in der Halle auch nur im äußersten Notfall abgelegt.

So gesehen ist ein Finalturnier vielleicht doch nicht die allerschlechteste Lösung. Denn der Protest einer einzigen Mannschaft wird leichter abgetan als ein Chor der Unzufriedenen, der sich spielbare Bedingungen für alle wünscht. Wo dieses Turnier statfinden soll, steht übrigens noch nicht fest. Im vergangenen Jahr wurde die Siegermannschaft aus Russland in, na, Prag gekürt.

Emma Raducanu, US-Open-Siegerin von 2021, musste sich in der tschechischen Kälte am Samstag jedenfalls Marketa Vondrousova geschlagen geben. Raducanu weiß aber auch: In der kommenden Woche wird sie nicht frieren. Denn der Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart wird traditionell in der Halle ausgetragen.

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17.04.2022, 11:45 Uhr
zuletzt bearbeitet: 17.04.2022, 11:24 Uhr

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