Boris Becker -„Zverev muss die gleichen Fehler abstellen“

Boris Becker hat im Eurosport-Podcast „Das Gelbe vom Ball“ eine kritische Bilanz über die Wimbledon-Auftritte von Alexander Zverev gezogen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 16.07.2021, 14:40 Uhr

Boris Becker hat stets ein wohlwollendes Auge auf Alexander Zverev
© Getty Images
Boris Becker hat stets ein wohlwollendes Auge auf Alexander Zverev

Das nächste Grand-Slam-Turnier ist seit vergangenem Sonntag Geschichte. Und Boris Becker hat mit ein paar Tagen Abstand im Eurosport-Podcast „Das Gelbe vom Ball“ Bilanz über das dritte Major des Jahres gezogen. Der dreimalige Wimbledon-Champion war in Diensten der BBC wieder als Kommentator vor Ort - und konnte den sechsten Titel seines ehemaligen Schützlings Novak Djokovic aus der Nähe miterleben. Sportlich ist der Branchenprimus über jeglichen Zweifel erhaben, dennoch gab es auch in der aktuellen Ausgabe des Turniers Momente, in denen Djokovic über die Sympathieverteilung im Publikum verärgert schien.

„Ich finde es auch irgendwo normal, dass man nicht nur respektiert, sondern auch geliebt werden will, wenn man so lange Weltklasse ist“, erklärte Becker zu dieser Thematik. „Es liegt gar nicht mal so sehr an ihm, er ist halt die Nummer eins, der Weltbeste und der Außenseiter wird dann eben unterstützt. Und Novak sieht das fast als Respektlosigkeit, dass man nicht für ihn ist. Ich habe ihm das versucht einige Male zu erklären, dass es jetzt für den Underdog ist und nicht so sehr gegen ihn.“

Zverev in entscheidenden Situationen zu passiv

Auch zum Auftreten von Alexander Zverev fand Becker deutliche Worte. Der Deutsche war schon im Achtelfinale an Félix Auger-Aliassime gescheitert, gegen den er alle Matches davor problemlos gewonnen hatte. „Ich habe das Match im Achtelfinale von Zverev gegen Aliassime kommentiert. Es war eine Achterbahnfahrt. Teilweise Weltklasse, teilweise gar nicht gut. Er macht nach wie vor die gleichen Fehler, das ist eben das Nervige. Er scheitert jedes Mal an den gleichen Fehlern und Schwächen. Wie der Gegner heißt, das ist eigentlich fast egal. Zverev scheitert an Zverev und nicht an dem Gegner. Das muss ihn nerven. Er hat einen anderen Anspruch und will Grand Slams gewinnen.“

Tatsächlich war Zverev bei den US Open im vergangenen Jahr nur zwei Punkte vom ersten Major-Titel entfernt, in der laufenden Saison scheiterte er in Melbourne im Viertelfinale an Djokovic und in Roland Garros in der Vorschlussrunde an Stefanos Tsitsipas. Weil sich sein Spielansatz nicht ändert, wie Boris Becker findet: „Im Kreis der Jüngeren ist er führend und muss sich hinter keinem verstecken. Aber er muss die gleichen Fehler abstellen und das ist eben das Nervige, dass sich das von Grand Slam zu Grand Slam wiederholt. In kritischen Phasen bleibt er zu passiv, er steht hinter der Grundlinie und hofft, dass der Gegner einen Fehler macht. Das langt gegen die schlechter-platzierten Spieler, aber die Besseren machen eben keinen Fehler."

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