Brad Gilbert - „Djokovics eingefrorene Wochen sollten zählen“

Die ATP-Tour pausiert zwangsweise, Novak Djokovic ist in den kommenden Wochen nicht von den Spitze der ATP-Weltrangliste zu verdrängen. Diese Wochen sollten den Nummer eins der Welt dennoch für die Karriere-Bilanz angerechnet werden, meint Brad Gilbert.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.03.2020, 20:39 Uhr

Brad Gilbert punktet wie immer mit klaren Ansagen
© Getty Images
Brad Gilbert punktet wie immer mit klaren Ansagen

Um eines gleich vorwegzunehmen: Novak Djokovic ist keineswegs der große Profiteur der Zwangspause, die die ATP nun bis zumindest Anfang Juni einlegt. Zwar hat der Serbe im vergangenen Jahr das ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid gewonnen, danach in Rom das Endspiel und in Roland Garros das Halbfinale erreicht - die Punktausbeute fiel aber dennoch deutlich geringer aus als jene von Rafael Nadal, seinem ersten Verfolger, der seiner 2019er-Punkte ja auch behalten darf.  

Es ist also davon auszugehen, dass Djokovic, der in der laufenden Saison noch kein einziges Match verloren, aber schon 18 gewonnen hat, auch bei regulär ausgetragenen Turnieren seinen Vorsprung auf Nadal hätte halten können. So aber verbringt Nole in jedem Fall weitere Wochen an der Weltspitze. Und könnte mithin kampflos schon bald Pete Sampras ein- und überholen. 281 Wochen stehen für Novak Djokovic derzeit als Weltranglisten-Führender in den Büchern, Sampras hat seine Karriere mit insgesamt 286 beendet. Der größere Preis ist auch nicht mehr so weit entfernt: Roger Federer hält die Bestmarke mit 310 Wochen.

Gilbert und Cahill einer Meinung

„Die Federer-Fans werden sich darüber aufregen“, erklärte ESPN-Experte und Ex-Agassi-Coach Brad Gilbert. „Ich meiner Meinung nach sollte Djokovic diese Wochen angerechnet bekommen, während die Rankings eingefroren sind. Er hat sich seine Platzierung erarbeitet, und er wäre auch Nummer eins gewesen, wenn die Dinge so wie normal gelaufen wären.“

„Vor Indian Wells war klar, dass Djokovic die Nummer eins bleiben würde, außer er hätte vor dem Halbfinale verloren und Rafa das Turnier gewonnen“, so Gilbert weiter. „Das ist nicht passiert, und Djokovic ist noch immer die Nummer eins. Wenn man die Punkte im Verlauf der Wochen verlieren würde so wie üblich, bliebe Novak auch so für lange Zeit die Nummer eins, wahrscheinlich bis seine Wimbledon-Punkte rausfallen“

Darren Cahill, seit Beginn der Saison wieder Coach von Simona Halep und so wie Gilbert auch Experte für den US-TV-Sender ESPN, stößt ins selbe Horn. „Djokovic sollte die Punkte bis zum nächsten Major behalten. Danach bin ich mir nicht sicher, was zu tun ist.“ Dasselbe gelte für Cahills Landsfrau Ashleigh Barty, die im vergangenen Jahr in Roland Garros gewonnen hat und im Augenblick die WTA-Weltrangliste anführt.

Die meisten Wochen an der Spitze der ATP-Weltrangliste

SpielerWochen
Roger Federer310
Pete Sampras286
Novak Djokovic281
Ivan Lendl270
Jimmy Connors268
Rafael Nadal209
John McEnroe170
Björn Borg109
Andre Agassi101
Lleyton Hewitt80

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Donnerstag
26.03.2020, 12:30 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.03.2020, 20:39 Uhr