Casper Ruud – der Erst-Gratulant als finaler History-Maker
Im Finale des ATP-Masters-Turniers in Rom gegen Jannik Sinner musste Casper Ruud eine neuerliche hochkarätige Endspiel-Niederlage gegen einen der ganz großen Namen des Tennissports einstecken und durfte, bzw. musste seinem Gegner abermals zu weiteren Rekorden in den Tennis-Geschichtsbüchern gratulieren.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
17.05.2026, 22:51 Uhr

Ein besonderes Gefühl war es für Casper Ruud natürlich, als er 2022 in Roland Garros mit einem Viersatz-Erfolg gegen den Kroaten Marin Cilic erstmals ins Endspiel eines Grand-Slam-Turniers einziehen konnte. Doch im Endspiel schien der Respekt vor seinem Final-Gegner deutlich zu groß zu sein, als er sich in drei glatten Sätzen seinem großen Vorbild Rafael Nadal geschlagen geben und dem Mallorquiner zu dessen historischem 14. Triumph bei den French Open, der bis heute weiterhin unangetastet blieb, gratulieren musste.
Die nächste Sprosse in seiner Entwicklung in die absolute Weltspitze demonstrierte Ruud schon beim folgenden Major in New York, als der bislang überwiegend als Sandplatz-Spezialist eingestufte Norweger mit einem Viersatz-Erfolg gegen Karen Khachanov auf dem Hartplatz sein zweites Grand-Slam-Finale fixierte. Dort agierte er diesmal längere Zeit auf Augenhöhe, musste sich aber dennoch dem spanischen Youngster Carlos Alcaraz in vier Durchgängen geschlagen geben, der sich mit dem Titelgewinn zur jüngsten Nr. 1 der Weltrangliste krönte.
Zurück auf seinem Lieblingsbelag Sand erwischte Ruud 2023 im Halbfinale der French Open einen absoluten Sahnetag und deklassierte den Hamburger Alexander Zverev glatt in drei Sätzen. Doch auch diesmal blieb dem 27-jährigen der ganz große Major-Wurf vorbehalten. Ohne Satzgewinn musste er sich im Endspiel dem Serben Novak Djokovic beugen, der sich mit seinem 23. Grand-Slam-Titel vom bisherigen Co-Titelrekordhalter Rafael Nadal absetzen konnte.
Und Tennis-Geschichte deutete sich auch bereits im Vorfeld des Endspiels beim ATP-Masters-Turnier in Rom an. Mit einem Finalsieg konnte Jannik Sinner seinen persönlichen „Career Golden Masters“ mit allen gewonnenen 1000er-Events eintüten, was mit Djokovic bislang nur einem einzigen Spieler gelang. Da Djokovic dies 2018 in Cincinnati „erst“ im Alter von 31 Jahren gelang, konnte sich der 24-jährige Südtiroler als jüngster Spieler aller Zeiten zum Erreichen dieser Marke krönen.
Und so setzte Ruud zu Beginn des Endspiels im Foto Italico alles daran, in eigenem Interesse diesmal als Rekord-Verhinderer zu agieren. Doch trotz Traumstart konnte der Norweger auch in seinem vierten Aufeinandertreffen mit dem italienischen Davis-Cup-Sieger keinen Satzgewinn einfahren und musste nach dem 4:6, 4:6 nach 1:45 seinem Gegenüber wieder einmal gratulieren - diesmal zu mehreren Masters-Rekorden in Form von sechs hintereinander gewonnenen 1000er-Events, 34 in Folge gewonnener Masters-Partien und dem alles überstrahlenden Career Golden Masters im Alter von 24 Jahren.
