Davis Cup: Alles hat ein (herbes) Ende - auch für Krawietz und Pütz

Eigentlich ist die Davis-Cup-Viertelfinal-Partie gegen Kanada in Málaga mit dem Erfolg von Jan-Lennard Struff gegen Denis Shapovalov nach den Vorstellungen des deutschen Teams verlaufen. Dann allerdings riss die Siegesserie von Kevin Krawietz und Tim Pütz.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 11:09 Uhr

Kevin Krawietz und Tim Pütz in Málaga
© Getty Images
Kevin Krawietz und Tim Pütz in Málaga

Die Idee, dass sie bis an Ende ihrer aktiven Tage kein gemeinsames Doppel mehr verlieren würden, haben Tim Pütz und Kevin Krawietz schon bei der Davis-Cu-Zwischenrunde in Hamburg im September von sich gewiesen.  Genau genommen stand zu diesem Zeitpunkt ja auch schon eine Niederlage in der gemeinsamen Vita: Beim ATP Cup Anfang 2022 hatten Krawietz/Pütz gegen John Isner und Taylor Fritz ziemlich eindeutig das Nachsehen gehabt.

Dennoch: Dass Deutschland in ein entscheidendes Doppel gegen Kanada als leichter Favorit starten würde, das hätte wohl auch Teamchef Michael Kohlmann nicht entrüstet von sich gewiesen. Abgesehen davon, dass Kohlmann Entrüstung eher fern liegt. Der Head of Men´s Tennis im Deutschen Tennis Bund kommt eher von der analytischen Seite, was nicht heißt, dass er auf dem Court nicht auch emotional coacht. Aber Kohlmann wird sich nach einem ersten Satz, in dem bei Denis Shapovalov und Vasek Pospisil so richtig gar nix funktioniert hat, gedacht haben: Noch sind wir nicht durch.

2023 wieder mit Zverev?

Und tatsächlich: Pospisil, der vergangene Woche noch in Drummondville bei einem Challenger ordentliches Tennis gespielt hat, und Shapovalov, der zur selben Zeit auf den Malediven ganz sicher nicht Tennis gespielt hat, fanden nach erneuten Schwierigkeiten zu Beginn von Satz zwei plötzlich ihren Rhythmus. Und dürfen sich am morgigen Samstag mit den Italienern messen. Wahrscheinlich sogar als Favoriten, wenn Shapovalov auch im Einzel seinen Resturlaub aus den Knochen schüttelt.

Deutschland wird im kommenden Jahr den nächsten Anlauf nehmen. Hoffentlich mit einem Alexander Zverev, der nicht nur gesund, sondern auch ebenso motiviert für Einsätze im Davis Cup ist, wie er es in dieser Saison angezeigt hat. Da gab es natürlich die besondere Konstellation mit Hamburg, die aufgrund der eher mauen Zuschauer-Resonanz nicht zwingend nach einer Wiederholung schreit. Ohne Zverev muss sich Jan-Lennard Struff stets zu Höchstleistungen aufraffen, was gegen Denis Shapovalov erneut bravourös gelang. Oscar Otte bekommt es als Nummer eins dagegen mit Kontrahenten zu tun, die an normalen Tagen um Haaresbreite noch außerhalb seiner Reichweite scheinen.

Im Moment heißt es aber erstmal Wunden lecken, nach dem Halbfinale im vergangenen Jahr ist der neuerliche Einzug in die Finalrunde ein solides Ergebnis. Die nächste Bewährung für die deutsche Nationalmannschaft steht schon bald nach den Australian Open an, dann startet der Davis Cup 2023. Kevin Krawietz und Tim Pütz werden dann bestens eingespielt wohin auch immer reisen. Bekanntlich haben sich die beiden einander auch für den regulären Tourbetrieb versprochen.

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