Davis Cup: Der Blick in die Glaskugel ist extrem verschwommen

Wer gewinnt das Finalturnier im Davis Cup 2026? Die Prognosen fallen extrem schwer - weil die Besetzungen unklar sind.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 23.09.2026, 11:16 Uhr

Wird Carlos Alcaraz beim Davis-Cup-Finale einlaufen?
© Getty Images
Wird Carlos Alcaraz beim Davis-Cup-Finale einlaufen?

Für den deutschen Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann ist die Sache mit der Davis-Cup-Endrunde in Bologna eigentlich recht klar strukturiert: Alexander Zverev hat seine Bereitschaft zum Mitmachen schon kundgetan, dazu kommt mit Kevin Krawietz und Tim Pütz ein erfahrenes und erfolgreiches Doppel. Jeder Punkt, den de zweite Spieler (wohl einer aus dem Trio Daniel Altmaier, Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff) holt, ist fast schon ein Bonus. Aber man braucht ja auch „nur“ zwei, um weiterzukommen.

Nun ist die Konstellation augenblicklich ja so, dass Arthur Fery in der ATP-Weltrangliste vor Cameron Norrie liegt. Und also als Nummer eins gegen Alexander Zverev ran müsste, was aus britischer Sicht eigentlich prächtig wäre. Denn weder Fery noch Norrie haben gegen Zverev eine realistische Chance, der erfahrenere Linkshänder als Nummer zwei aber wahrscheinlich bessere als Fery, der seinem Halbfinal-Einzug in Wimbledon immerhin ein Finale in Winston-Salem folgen ließ. Und das Doppel Henry Patten und Neal Skupski spielt zwar auf der Tour nicht miteinander, weiß aber auch so, wo das Tor steht.

Aktuell bilden Mensik und Lehecka das beste Duo

Spanien wiederum ist gegen Österreich klarer Favorit. Könnte aber sogar ein glasklarer werden, wenn die beiden Einzel von Carlos Alcaraz und Rafael Jodar bestritten würden. Wobei Daniel Merida in Chile eine sehr gute Figur abgegeben hat. Und wenn Marcel Granollers im Doppel wieder dabei ist und so aufgeigt wie im vergangenen Jahr, dann ist ein neuerlicher Finaleinzug durchaus möglich. Mit Alcaraz auch der Titel.

Unbekannt ist auch die Aufstellung de italienischen Titelverteidiger. Dass Flavio Cobolli wieder dabei ist, davon darf man ausgehen. Fraglich nur, ob als Nummer eins oder doch als einigermaßen sicherer Punktelieferant hinter Jannik Sinner. Der Auftakt gegen Südkorea wird wohl kein Match auf des Messers Schneide, ein mögliches Halbfinale gegen die Tschechische Republik aber schon. Denn Stand jetzt, wo weder ein Start von Sinner und/oder Alcaraz bestätigt ist, stellen die Tschechen mit Jiri Lehecka und Jakub Mensik das beste Paar an Einzelspielern. Und mit Adam Pavlasek und Patrik Rikl auch ein kompetentes Doppel. Das sollte gegen Kanada im Viertelfinale reichen. Und womöglich sogar zur Entthronung von den Dauersiegern und Gastgebern in Bologna.

von Jens Huiber

Mittwoch
23.09.2026, 18:06 Uhr
zuletzt bearbeitet: 23.09.2026, 11:16 Uhr