Davis Cup: Jürgen Melzer - "Müssen beim gesamten japanischen Team aufpassen"

Der österreichische Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer hat zwei Tage vor Beginn der Partie in Japan einen Einblick in den aktuellen Stand rund um das rot-weiß-rote Team gegeben. 

von PM
zuletzt bearbeitet: 04.02.2026, 15:37 Uhr

Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer bei der Pressekonferenz in Tokio
Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer bei der Pressekonferenz in Tokio

Nur noch zwei Tage, dann geht es los. In Japan will das KURIER Austria Davis Cup Team in einer ganz offen erwarteten Begegnung am Freitag (ab 6:00 Uhr live auf ORF 1) und Samstag (ab 4:55 Uhr live auf ORF SPORT +) den ersten Schritt machen, um sich wie im Vorjahr für die Davis Cup Final 8 in Bologna zu qualifizieren. Am Tag vor der Auslosung am Donnerstag gab ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Teamkapitän Jürgen Melzer im Interview Einblicke, wie die Vorbereitungen seiner Mannschaft mit Sebastian Ofner, Jurij Rodionov, Lukas Neumayer, Lucas Miedler und Alexander Erler bisher verlaufen sind. Und warnt vor den gefährlichen Gastgebern. 

Jürgen, wie sehen die ersten Eindrücke nach ein paar Tagen in Tokio aus?

Jürgen Melzer: Wir sind früh genug angereist, am Samstag in Tokio angekommen und haben zunächst mal versucht, den Jetlag zu bewältigen. Am Sonntagvormittag hatten wir mit einem Samurai-Kurs einen sehr coolen Teambuilding-Programmpunkt. Und am Sonntagnachmittag haben wir dann mit den ersten Trainingseinheiten angefangen, und seither bereiten wir uns intensiv auf den Länderkampf vor. Es läuft alles bisher gut. Am Dienstagabend hatten wir dann noch einen Termin, und zwar ein Business-Meeting mit Vertreter:innen von Advantage Austria, wo wir sehr nette Leute kennengelernt haben. Aber unser Fokus liegt natürlich auf dem Trainingsalltag.

Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft? 

Die ist gut. Das ist bei uns – zum Glück – eigentlich immer der Fall. 

Ist Japan ein so höflicher Gastgeber, wie man es dem Land nachsagt?

Ja, sie sind wirklich sehr höflich. Wir sind hier sehr herzlich empfangen worden. Man ist auf jeden Fall sehr bemüht. 

Wie gestalten sich die Spielbedingungen im Ariake Coliseum? Alles wie erwartet? 

Der Hardcourt ist eine Spur langsamer als erwartet. Das liegt vielleicht auch daran, weil es in der Halle relativ kalt ist. 

Wie kalt? 

Nun ja, an einem Morgen hatte es gerade mal elf Grad in der Halle. Das haben wir dann mit der ITF besprochen. Über Nacht wurde nämlich die Heizung abgedreht, und deshalb war es zunächst dermaßen frisch. Am Nachmittag waren’s dann immerhin 18 Grad, das war dann okay. Ansonsten sind die Bedingungen echt vollkommen in Ordnung, es ist ein fairer Belag. 

Wie gut haben sich unsere Spieler mit den Gegebenheiten anfreunden können? 

Die Trainings sind gut verlaufen. Bis zum Montag sind wir’s noch etwas zurückhaltend angegangen, denn mit dem Jetlag im Gepäck muss man aufpassen. Wir haben uns mal an die Bedingungen gewöhnen müssen, wie das in jeder Davis-Cup-Woche der Fall ist. Gestern und heute waren aber natürlich volle Trainingstage. Bis jetzt läuft es bestens, niemand ist verletzt, alle sind fit.

Wie groß empfindest du den Heimvorteil für Japan anhand der Bedingungen und des Publikums? Es wird ja mit 4000 Besucher:innen gerechnet. 

Klar hat man einen Heimvorteil, wenn das Publikum hinter einem stehen wird, wenn man sich aussuchen kann, worauf man spielt und welche Bälle man haben will. Aber ich habe gesehen, dass sich unsere Burschen hier auch gut zurechtfinden. Es ist ja hier auch kein ausgefallener Belag, man spielt auf der Tour ständig auf Hartplatz. Das ist also alles mit Sicherheit machbar und bewältigbar. Unser Ziel ist und bleibt es weiterhin, dass wir uns für die nächste Runde qualifizieren. 

Wie viel hast du von den Trainings der Japaner gesehen? 

Bis Dienstag zunächst nicht allzu viel. Und ihre aktuelle Nummer zwei Yoshihito Nishioka haben wir erst am Mittwoch überhaupt erstmals vor Ort gesehen.

Welche Rückschlüsse ziehst du daraus auf ihre Aufstellung?

Ich denke, dass sie mit ihrer Nummer eins Shintaro Mochizuki planen werden und dass die Entscheidung beim zweiten Startplatz im Einzel zwischen Yosuke Watanuki und Kei Nishikori fallen wird. Das sind jedenfalls alles gute Spieler, insbesondere auf Hartplatz. Wir müssen beim gesamten japanischen Team gut aufpassen. Auch im Doppel. Dort ist ihr Spezialist Takeru Yuzuki knapp zwei Meter groß und serviert mit 230 km/h.

In unserem KURIER Austria Davis Cup Team sind Lucas Miedler und Alexander Erler im Doppel sicherlich gesetzt. Aber ist auch schon deine Entscheidung gefallen, wer in den Einzelmatches einlaufen wird? 

Die Entscheidung treffe ich im Laufe des Mittwochabends, danach werde ich diese den Spielern mitteilen. Bis zur Auslosung am Donnerstag bleibt das ansonsten aber natürlich ein gut gehütetes Geheimnis.

von PM

Mittwoch
04.02.2026, 13:28 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.02.2026, 15:37 Uhr