Davis Cup: Mit Zverev oder nicht - deutsches Team für Madrid zuversichtlich

Die Finalrunde hat das deutsche Davis-Cup-Team ohne ihn erreicht, doch schon in Düsseldorf wurden die ersten Fragen nach Alexander Zverev laut. Wird er in Madrid dabei sein, ist er überhaupt willkommen?

von SID
zuletzt bearbeitet: 08.03.2020, 14:06 Uhr

So war es Anfang 2019: Alexander Zverev im deutschen Davis-Cup-Team
© Getty Images
So war es Anfang 2019: Alexander Zverev im deutschen Davis-Cup-Team

Der bärenstarke Jan-Lennard Struff und seine Kollegen ließen sich im Düsseldorfer Castello feiern, derweil schoss Alexander Zverev im 9000 Kilometer entfernten Staples Center von Los Angeles Selfies mit dem früheren NBA-Star Dwyane Wade. Ob sich an der räumlichen Entfernung zwischen dem besten deutschen Tennisspieler und dem Davis-Cup-Team bis zur Finalrunde im November in Madrid etwas ändert, ist vorerst unklar. Im vergangenen Jahr war Zverev jedenfalls nicht dabei.

Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann reagierte nach dem 4:1 seiner Mannschaft in der Qualifikation gegen Weißrussland eher kühl auf Fragen nach Zverev. "Ich glaube, wir haben letztes Jahr in Madrid gezeigt, dass wir so, wie wir jetzt hier sitzen, ganz gut mithalten können", sagte der 46-Jährige. Neben ihm nickten Struff, die Doppelspieler Kevin Krawietz und Andreas Mies, Philipp Kohlschreiber und Ersatzmann Dominik Koepfer zustimmend.

In Düsseldorf präsentierte sich die deutsche Mannschaft als verschworener Haufen, in dem jeder einzelne darauf brennt, für Schwarz-Rot-Gold zu spielen. Struff füllte seine Rolle als Anführer souverän aus, Krawietz/Mies zeigten erneut, dass ihr French-Open-Sieg 2019 keine Eintagsfliege gewesen sein muss, und der junge Dominik Koepfer fand nach seinem Davis-Cup-Debüt im bedeutungslosen letzten Einzel kaum genügend Worte, um seinen Stolz zu beschreiben.

Kohlschreiber hinsichtlich des Endspiels unschlüssig

Das große Fragezeichen bleibt Philipp Kohlschreiber. Der 36-Jährige kassierte die einzige Niederlage in der Partie gegen die Weißrussen und gab offen zu, dass "Tennis für mich nicht mehr die allerhöchste Priorität genießt". Ob "Kohli" im November noch dabei ist, scheint sehr fraglich, denn: "Ich mache mir mit 36 schon Gedanken darüber, was es sonst noch so im Leben gibt."

Und deshalb brauchen sie Alexander Zverev, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Das weiß selbstverständlich auch Michael Kohlmann. "Mit einem Top-Ten-Spieler sind wir natürlich in einer ganz anderen Position", sagte er. Und seine Jungs haben ja viel vor in Madrid, es soll auf jeden Fall weiter gehen als 2019, als im Viertelfinale gegen Großbritannien Endstation war. "Dieses Mal wollen wir richtig was reißen", sagte Andreas Mies und schlug dem Verband vor, zur besseren Unterstützung ein paar Hundert Fans nach Madrid einzufliegen: "So teuer ist das doch nicht."

München für Zverev attraktiv?

Ob Deutschland in der Vorrunde, die am Donnerstag (12. März) in London ausgelost wird, überhaupt nach Madrid muss, darüber beraten derzeit die zuständigen Gremien des Weltverbandes ITF. Angedacht ist unter anderem, die Vorrunde mit den sechs Dreiergruppen in drei andere Städte auszulagern, als Gastgeber der deutschen Spiele ist München im Gespräch. 

"Es wird gerade einiges besprochen", sagte Boris Becker, Chef für den Bereich Männertennis im DTB: "Die Idee der Finalrunde ist gut, aber es gibt Raum für Verbesserungen." Eine davon wäre, erst ab dem Viertelfinale in Madrid zu spielen. Vielleicht findet Alexander Zverev das ja so gut, dass er unbedingt dabei sein möchte.

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