Davis Cup statt Verschnaufpause: Alexander Zverev setzt in Halle "ein Zeichen"

Alexander Zverev gönnt sich keine lange Verschnaufpause. Wenige Tage nach seinem Sieg bei den US Open will der Weltranglistenzweite die deutsche Davis-Cup-Mannschaft in die Finalrunde führen - entgegen der Ratschläge seines Teams.

von SID
zuletzt bearbeitet: 18.09.2026, 13:17 Uhr

Alexander Zverev will Deutschland nach Bologna führen
© Getty Images
Alexander Zverev will Deutschland nach Bologna führen

Alexander Zverev nahm nach seiner Ankunft in Halle noch schnell einen Blumenstrauß von DTB-Präsident Dietloff von Arnim entgegen, dann machte sich der frischgebackene US-Open-Champion gleich wieder an die Arbeit. Wenige Tage nach seinem Triumph im Big Apple hatte er keine Zeit zu verlieren, bei bester Laune absolvierte der 29-Jährige seine Trainingseinheit in Westfalen. Getragen von der Euphorie seines zweiten Major-Titels will Zverev die deutsche Mannschaft beim Davis Cup in die Finalrunde führen - und verzichtet dafür auf wohlverdiente Entspannung.

Am Samstag (14.00 Uhr) und Sonntag (12.00 Uhr) duelliert sich das Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes (DTB) vor heimischem Publikum mit Kroatien, und mit Zverev ist das Aushängeschild tatsächlich dabei. Der Hamburger hielt sein Versprechen, das er vor seinem Siegeszug in New York gegeben hatte - entgegen der Ratschläge seines eigenen Teams.

Zverev greift die Spitze an

"Ich möchte sehr, sehr gerne Davis Cup spielen", hatte Zverev noch am Ort seines Grand-Slam-Sieges betont. Aber: "Alle in meinem Umfeld versuchen, mich davon abzuhalten." Schließlich verfolgt er in diesem Jahr noch ganz andere Ziele. Nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel liegt Zverev im Rennen um Platz eins der Weltrangliste nur noch 1810 Punkte hinter Jannik Sinner. Und der Italiener, der derzeit mit Kniebeschwerden fehlt, muss im Gegensatz zu Zverev bis Ende des Jahres noch viele Zähler verteidigen. Groß ist die Chance, dass Zverev als erst zweiter Deutscher nach Boris Becker (1991 für zwölf Wochen) an der Spitze des Männer-Rankings stehen könnte.

Im ohnehin randvollen Tenniskalender hätte ein Verzicht auf die zweite Qualifikationsrunde im Davis Cup Zverev dabei sicherlich geholfen. "Es wäre jetzt relativ einfach gewesen für ihn zu sagen: 'Boah, ich bin platt oder mir zieht es hier ein bisschen'", sagte Deutschlands Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann. Doch Zverev will mit dem deutschen Aufgebot noch Großes erreichen.

Bologna fest im Blick

Es sei "ein Zeichen" des Tokio-Olympiasiegers "an den Wettbewerb und an das gesamte Team. Nicht nur an die Mitspieler, sondern auch an das Betreuerteam", ergänzte Kohlmann im ZDF. Zudem zeige die Zusage, dass Zverev das Gefühl habe, "dass wir in einer gewissen Art und Weise noch eine gute Chance haben, den gesamten Wettbewerb mal zu gewinnen. Da hätten wir alle Lust zu."

Neben Zverev ist das Spitzen-Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz dabei, zudem treten Yannick Hanfmann und Daniel Altmaier an. Wimbledon-Viertelfinalist Jan-Lennard Struff, der in den vergangenen Jahren häufig als Leader des Teams agiert hatte, ist hingegen überraschend nicht in Halle. Gegen die Kroaten, bei denen mit dem früheren US-Open-Sieger Marin Cilic der klangvollste Name verletzt fehlt, ist die deutsche Mannschaft favorisiert.

Und so hat das DTB-Aufgebot um Zverev die Finalrunde Ende November in Italien fest im Blick. Gegen Kroatien müsse man aber die "Hausaufgaben machen", warnte Kohlmann, "dass wir erstmal diese Runde überstehen und dann hoffentlich nach Bologna fahren können".

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Zverev Alexander

von SID

Freitag
18.09.2026, 13:45 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.09.2026, 13:17 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Zverev Alexander