Davis Cup: Trotz Niederlage - Deutschland bleibt angriffslustig

Das Halbfinale war für das deutsche Davis-Cup-Team zum Greifen nah. Im nächsten Jahr soll mit Alexander Zverev ein neuer Angriff auf die "hässlichste Salatschüssel der Welt" erfolgen.

von SID
zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 16:55 Uhr

Mit Alexander Zverev hat Deutschland echte Titelchancen
© Getty Images
Mit Alexander Zverev hat Deutschland echte Titelchancen

Kevin Krawietz stürzte sich nach Mitternacht in Galgenhumor. "Vielleicht sind wir wie die Fußball-Nationalmannschaft, die auch die ersten 60 Minuten unglaublich spielt und es dann nicht zu Ende bringen kann", sagte der 30-Jährige in Malaga kurz nach dem Verpassen des Halbfinals im Davis Cup und blickte finster drein. Die Enttäuschung über die verpasste Chance, ausgerechnet durch eine Niederlage des bis dato unantastbaren Doppels, wog schwer.

"Das langt uns nicht. Ich glaube nicht, dass einer sagt: Hey, das war ein tolles Jahr, weil wir im Viertelfinale waren", sagte Tim Pütz, mit dem Krawietz das entscheidende 1:2 im Viertelfinale gegen starke Kanadier hinnehmen musste: "Wir sind hier hergekommen, um weit zu kommen und das Ding zu gewinnen." Allerdings betonte er auch die Außenseiterrolle des Teams von Bundestrainer Michael Kohlmann, das in Alexander Zverev auf seinen Weltklassespieler verzichten musste.

Letzter deutscher Triumph im Jahr 1993

Das könnte sich beim nächsten Angriff auf die "hässlichste Salatschüssel der Welt" im kommenden Jahr wieder ändern, wenn Zverev wieder fit sein sollte. Der letzte deutsche Triumph ist dann 30 Jahre her. "Er hat gezeigt, dass er den Cup gewinnen will. Und ich bin überzeugt, dass wir ihn im nächsten Jahr auf jeden Fall in irgendeiner Runde sehen werden, wenn es sein Körper zulässt", sagte Bundestrainer Michael Kohlmann, an dem das Ausscheiden in Andalusien sichtlich nagte: "Es ist natürlich eine bittere Niederlage nach einem spannenden Duell."

Mehr als sieben Stunden boten die deutschen Profis Kanada in Malaga die Stirn, dann waren die Hoffnungen nach der 6:2, 3:6, 3:6-Niederlage von Krawietz/Pütz (Coburg/Frankfurt) dahin. Bis dato hatten beide in elf bzw. zwölf Einsätzen für Deutschland kein Match verloren. Ausgerechnet beim ersten gemeinsamen Auftritt nach der Bekanntgabe der zukünftigen Zusammenarbeit auch auf der Tour erwischte es das Duo.

Struff schlägt Shapovalov

Zuvor hatte Jan-Lennard Struff mit einem beeindruckend konsequenten Auftritt den Weltranglisten-18. Denis Shapovalov in drei Sätzen bezwungen und gezeigt, dass trotz seines Abrutschens in dieser Saison mit 32 Jahren weiter mit ihm zu rechnen ist. Auch Oscar Otte enttäuschte nicht bei seiner Zwei-Satz-Niederlage gegen Felix Auger-Aliassime, die Nummer sechs der Welt.

Nun geht es für die deutschen Profis erst einmal in den verdienten Urlaub, bevor die Vorbereitung auf die Australian Open ansteht. Dann will auch Zverev, der zuletzt von einem Knochenödem ausgebremst wurde, wieder auf die große Bühne zurückkehren.

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