Federer holt vierten Indian-Wells-Titel

Der Weltranglisten-Dritte sicherte sich mit einem Zwei-Satz-Erfolg über John Isner den 73. ATP-Titel in seiner Karriere.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 18.03.2012, 22:41 Uhr

2004, 2005, 2006 – und jetzt nach sechs Jahren wieder:Roger Federerhat das ATP-Masters-1000-Turnier in Indian Wells gewonnen. Der Schweizer (ATP 3) entschied das Finale bei den BNP Paribas Open im Bundesstaat Kalifornien gegen US-LokalmatadorJohn Isner(ATP 11) mit 7:6 (7), 6:3 für sich. Für den 16-fachen Grand-Slam-Sieger ist es der 19. Erfolg bei einem Turnier dieser Kategorie, er zog damit wieder mit dem bisherigen SpitzenreiterRafael Nadal(Spanien) gleich. In der Weltrangliste wird der 30-Jährige damit auf den gestürzten TitelverteidigerNovak Djokovic(Serbien) und Nadal Boden gut machen. Doch auch Isner kann nach seinem ersten ATP-Masters-1000-Finale mehr als positiv resümieren, er wird im ATP-Ranking am Montag erstmals unter den Top Ten aufscheinen.

Langes Zittern im ersten Satz

Federer feierte nicht nur seinen dritten Turniersieg in Folge nach Rotterdam und Dubai, er nahm auch Revanche an Isner für die Vier-Satz-Niederlage im Davis Cup im vergangenen Februar. Eng war’s dabei nur im ersten Satz, in dem erwartungsgemäß die Aufschlagreihen dominierten. Federer verbuchte die ersten sechs Punkte der Partie, machte jedoch aus einem 0/30 bei Aufschlag Isner ebenso nichts, wie auch der beim Return im Vergleich zu seinen vorigen Matches deutlich verbesserte US-Amerikaner aus drei Breakbällen im nachfolgenden Spiel. Bei 3:2 kam es zu einer mehr als elfminütigen Regenunterbrechung, auch diese brachte die Aufschläger aber nicht aus dem Konzept. Erst als alles schon mit dem Tiebreak rechnete, wackelte Isner, wehrte bei 5:6 aus seiner Sicht einen Satzball per Service-Winner ab. In der Kurzentscheidung kam Federer nach 2:3-Rückstand mit Minibreak bei 6:5 und 7:6 erneut zu Satzbällen, vergab diese jedoch mit vermeidbaren Fehlern – und das Zittern ging weiter.

Ein „Lucky Shot“ bringt die Vorentscheidung

Just beim letztendlich wohl wichtigsten Punkt der Partie war Federer das Glück hold. Bei 7:7 im Tiebreak traf er eine Rückhand unsauber, Isner ließ den hohen Ball aus, dieser senkte sich auf die Linie. Die vierte Chance auf den Satzgewinn ließ sich Federer nicht mehr nehmen, per Service-Winner stellte er auf 9:7. Der zweite Durchgang verlief bis 3:3 offen, dann sorgte der „Maestro“ für die Entscheidung. Geschickt lockte er seinen baumlangen Gegner dreimal in Folge ans Netz, passierte ihn zweimal, spielte einen schnellen Ball durch die Mitte, den Isner nicht mehr zurückbrachte – das wichtige Break war da. Dieses tat Federer merklich gut, mit spielerischer Leichtigkeit beendete er das Spiel zu seinen Gunsten, legte gar noch ein zweites Break zum 6:3 nach. Nach 82 Minuten verwertete er den ersten Matchball – und wurde von Isner danach bei der Siegerehrung mit vom US-Amerikaner gewohnt fairen Worten bedacht: „Es war eine Ehre, gegen diesen großen Champion anzutreten.“ Federer gab das Kompliment zurück: „Er ist so ein toller Spieler. Gratuliere, mach so weiter.“ Die Erleichterung war ihm anzumerken: „Es war eine schwere Woche, ich war schon froh, die harten früheren Runden im Turnier bewältigt zu haben. Jetzt bin ich einfach nur wahnsinnig glücklich.“(Text: MaWa; Foto: GEPA pictures)

Hier die aktuellen Ergebnisse aus Indian Wells:Qualifikation,Einzel,Doppel,Spielplan.

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Sonntag
18.03.2012, 22:41 Uhr