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Der „neue“ Rafael Nadal

Die Tatsache, dass Rafael Nadal in den letzten Jahren versuchte, die Ballwechsel zu verkürzen und seine Matchposition näher  Richtung Grundlinie zu verlegen, ist schon länger bekannt.

 

von Armin Leiter
zuletzt bearbeitet: 01.02.2022, 22:57 Uhr

© Getty Images
erfindet sich immer wieder neu- Rafael Nadal

Vorbei sind die Zeiten, in denen er auch auf Hartplätzen mehrere Meter hinter der Grundlinie lauerte und seine Gegner in endlos lange Ballwechsel verwickelte. Unvergessen ist das Finale von 2012, in dem er gegen Djokovic unterlag, mit seinen endlosen Grundlinienrallies. Zehn  Jahre später hat sich Nadal, wohl auch dem etwas fortgeschrittenem Alter geschuldet, einen etwas anderen, agressiveren Spielstil verschrieben. Doch so offensiv, wie auf den Plätzen in Melbourne sah man den Spanier noch selten zuvor, im Durchschnitt  dauerten  Nadals Ballwechsel bis ins Finale gegen Mevedev nur 4.05 Schläge.

Medvedev hatte einen Plan

Und genau das versuchte Daniil Medvedev vom ersten Moment an zu verhindern, sein Plan war Nadal in lange Rallies zu verwickeln, was in  den ersten beiden Sätzen auch gelang. Besonders im zweiten Satz waren es sagenhafte 28 Ballwechsel mit mehr als 9 Schlägen, seine Taktik schien aufzugehen und der Spanier schien doch ein wenig ratlos. Doch das Wort aufgeben gibt es in Nadals Wortschatz nicht, mit dem Mute der Verzweiflung riskierte er nun mehr, und nach dem abgewehrten Breakbällen bei 2 zu 3 im dritten Satz kippte das Spiel so langsam aber sicher. Bis zum Ende der spektakulären Aufholjagd hatte Nadal in Satz vier die Länge der Ballwechsel auf fünf Schläge, im fünften Satz gar wieder auf 4.31 Schläge gedrückt. Medvedev kämpfte zwar bis zum letzten Punkt aufopferungsvoll, konnte die Niederlage gegen den, von den australischen Fans frenetisch gefeierten Rafael Nadal allerdings nicht mehr verhindern.

Nadal mit Abstand erfolgreichster Athlet in den ersten 20 Grand Slams

Für Daniil Medvedev war das Finale in Australien sein viertes, bei insgesamt 20 Auftritten im Hauptfeld bei den Majors. Eine beeindruckende Bilanz, er überholte in dieser Statistik mit dem Finaleinzug keine geringeren als Kuerten, Safin, Ferrero und Roddick, die es dreimal schafften.  Vor Medvedev mit Abstand auf Platz eins in dieser Liste der Mallorquiner Nadal mit sagenhaften 8 Finalteilnahmen, von denen er gleich 6 mal den Platz als Grand Slam Champion verließ.

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von Armin Leiter

Dienstag
01.02.2022, 20:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 01.02.2022, 22:57 Uhr

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