Der Sonntag in Nordamerika - ein Plädoyer gegen den Hartplatz in Europa?
Drei Turniere, dreimal längere Regenpausen in Washington, Montreal und Toronto am Sonntag. Böse Zungen sagen, dass das auf Sand nicht passiert wäre.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
02.08.2026, 20:20 Uhr

Kein Regen in Kitzbühel 2026, kein Tropfen auch in Gstaad, und in Umag sowieso nicht - aber selbst wenn: Da hätte schon wirklich viel zusammenkommen müssen, dass auf den Sandplätzen an den genannten Orten nicht gespielt werden konnte. Und es soll in den Alpen schon Juli-Wochen gegeben haben, die nicht so trocken ausgefallen sind.
Nun wird die Idee, ab 2028 alle ATP-Events in den beiden Wochen nach Wimbledon auf Hartplatz auszutragen, heiß diskutiert. Damit sollen „andere“ Spieler angelockt werden, vielleicht der eine oder andere US-Amerikaner, vielleicht ein paar Australier, die nicht zwingend gleich über den Großen Teich wollen. Und ja, sprechen wir es ruhig aus, vielleicht auch Alexander Zverev zu seinem Heimturnier nach Hamburg, sollte dessen Termin wieder nach hinten verlegt und am Rothenbaum eben auf Hard Court gespielt werden.
Fritz, Pegula, Eala, Jodar müssen nach Kanada
Gerade dort könnte man das ja auch machen - denn der Center Court in Hamburg verfügt über ein Dach. In Kitzbühel ist ebenfalls eines angedacht. Und der frühe Sonntag bei den nordamerikanischen Turnieren in Washington, Montreal und Toronto hat gezeigt, dass dies keine schlechte Idee ist. Denn an diesen Stätten wird unter freiem Himmel gespielt. Und wenn dann ein lokales Tief über die Anlagen zieht, dann dürfen sich die Tennisprofis erst einmal wieder hinter die Kulissen zurückziehen.
In Montreal und Toronto war der Aufschub der Matches kein großes Problem, in Washington hätten Alexandra Eala und Jessica Pegula einerseits und Taylor Fritz und Rafael Jodar andererseits aber schon gerne das Turnier beendet. Auch wenn alle vier Genannten bei den kanadischen Masters-Events in Runde eins ein Freilos genießen.
Den Luxus, das Turnier einfach zu verlängern, wenn das Wetter doch nicht passt, gibt es in Kitzbühel oder Gstaad derweil nicht. Eine Umstellung auf den weit wettersensibleren Hartplatz brächte also ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit sich.
