Die YONEX- Farbenlehre: „Blau bedeutet Power“

Michael Schwarz vertritt seit etwas mehr als einem Jahr die Marke Yonex auf dem österreichischen Markt. Die Entwicklung während dieser zeit kann sich sehen lassen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.09.2022, 12:43 Uhr

Nick Kyrgios spielt mit Yonex-Schläger und -Saiten
© Getty Images
Nick Kyrgios spielt mit Yonex-Schläger und -Saiten

tennisnet: Herr Schwarz. Wie sehr ist Yonex auf dem österreichischen Markt verankert?

Michael Schwarz: Yonex ist seit vielen Jahren in Österreich vertreten. Entscheidend für das Wachstum einer Marke sind die Kontakte, die man pflegt. Und dass man in allen Teilen des Landes präsent ist. Österreich wird von der Yonex Deutschland GmbH betreut, und ich bin aufgrund meiner langjährigen Erfahrung für den österreichischen Markt zuständig.

tennisnet: Wie sieht die Entwicklung von Yonex in den letzten zwölf Monaten aus?

Schwarz: Das kann man an verschiedenen Parametern festmachen. Im Sales-Bereich hatten wir in den letzten 18 Monaten in allen Kategorien - Rackets, Saiten, Schuhe - eine sehr positive Entwicklung. Yonex ist hinter Head, Babolat und Wilson die Nummer vier on Österreich. Und auf einem guten Weg, weitere Marktanteile zu erobern. Die veränderte Marktposition hat man auch in diesem Jahr in Kitzbühel feststellen können: Im vergangenen Jahr haben wir dort einen Meter Verkaufsfläche zur Verfügung gehabt, in diesem Jahr schon fünf. Und die Endkonsumenten waren richtig gut über unsere Produkte und Spieler informiert. Wer wo wie gespielt hat.

tennisnet: Wie wichtig sind die Zugpferde in einem relativ kleinen Markt wie Österreich?

Schwarz: Spieler wie Nick Kyrgios und Naomi Osaka sind extrem wichtig. Bei Kyrgios weiß man nie, was passiert. Aber wenn er so wie in den letzten Monaten sein Set-Up gefunden hat, dann sieht man, dass er sehr, sehr gut spielen. Leider hat er in Wimbledon keine Punkte bekommen. Speziell in Kitzbühel war auch Casper Ruud wichtig. Als Titelverteidiger gemeldet musste Casper nach dem Turniersieg in Gstaad ja dann leider absagen. Aber mit seinem Einzug in das Finale von Roland Garros hat Ruud schon einen großen Eindruck hinterlassen. Auch in Sachen faires,  sportliches Auftreten, wie im Viertelfinale gegen Holger Rune.

tennisnet: In Wimbledon ist es für Yonex ja auch bei den Frauen exzellent gelaufen.

Schwarz: Das Halbfinale von Tatjana Maria und der Sieg von Elena Rybakina waren natürlich extrem wichtig für uns. Derzeit ist es aber wirklich so, dass man gefühlt bei jeder Partie auf der Tennistour einen Yonex-Schläger dabei hat. Mal ist es der Hubert Hurkacz, dann der Alexandr Bublik - die Sichtbarkeit unserer Marke ist extrem gestiegen.

tennisnet: Worin liegen die Unterschiede bei den Schlägern, die etwa ein Nick Kyrgios und eine Elena Rybakina spielen?

Schwarz: Um es in der Farbensprache zu sagen: Der rote Schläger von Yonex, der V-Core, ist einer, der Spielern viel Spin verspricht. Blau bedeutet Power. Und der grüne Schläger, mit dem etwa Hurkacz spielt, ist der Schläger, der am meisten Kontrolle bietet.

tennisnet: Nun sind TennisspielerInnen ja Gewohnheitstiere. Schlägerwechsel kommen eher selten vor. Es gab aber gerade in Österreich vor kurzem ein paar Beispiele …

Schwarz: Da wäre zunächst einmal Gerald Melzer.Er hat über viele Jahre sein angestammtes Material gespielt und sich aber dann innerhalb kürzester Zeit entschieden auf den E Zone ( Kyrgios, Osaka, Ruud) umzusteigen.  Und auch Neil Oberleitner hat sich innerhalb einer sehr kurzen aber erfolgreichen Testphase auf unsere Schläger umgestellt. Neil hat sich auch für den E Zone (98) entschieden. Der bietet gute Power, die 98er Fläche bietet ihm die gewünschte  Kontrolle und der flexible Schaft das benötigte Feedback.

tennisnet: Das merkt auch der ambitionierte Hobby-Tennisspieler?

Schwarz: Da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen: ja. Ich habe den roten Schläger von Denis Shapovalov in die Hand genommen und mich damit sofort wohl gefühlt. Die isometrische Kopfform und der weichere Rahmen im Schaft - das spürt jeder Tennisspieler.

tennisnet: Und Yonex steht ja nicht nur für Schläger …

Schwarz: Die Kombination macht es im Tennissport aus. Und da ist es schön zu sehen, dass fast alle unserer Spieler auch mit unseren Saiten spielen. Das ist die gelbe Saite mit dem roten Logo. Casper Ruud spielt damit, Nick Kyrgios auch.

tennisnet: Wo kann man Yonex-Schläger finden?

Schwarz: Grundsätzlich habe ich versucht, unsere Produkte bei Tennisspezialisten und Pro Shops  zu platzieren, wo der Endkonsument kompetente Ansprechpartner hat. Denn unser Racket ist schon etwas speziell … zumindest auf den ersten Blick, durch die isometrische Kopfform. Einer dieser Partner, die Yonex schon vor meiner Ankunft bei der Firma unterstützt haben, war Intersport Winninger, der hauptsächlich in Ostösterreich vertreten ist. Dort gibt es in mehreren Läden von Amstetten bis in die Mariahilfer Straße in Wien unsere Produkte zu kaufen, aber viel wichtiger – auch zu testen! Was ich in Kitzbühel nämlich auch gelernt habe: Fast jeder Tennisspieler kennt Yonex. Aber nur die wenigsten haben bislang unser Racket gespielt. Der Test hat aber dann viele Spieler überrascht und überzeugt.

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