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Dominic Thiem - „Ich kann in Paris locker drauflos spielen“

Einen Tag nach seinem Sieg bei den US Open 2020 hat Dominic Thiem noch einmal Stellung zum Match gegen Alexander Zverev genommen. Und auf die unmittelbare Zukunft geblickt.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 14.09.2020, 21:10 Uhr

Dominic Thiem nach dem Matchball am Sonntag
© Getty Images
Dominic Thiem nach dem Matchball am Sonntag

Der Tag nach einem Grand-Slam-Triumph ist eigentlich den Champions und den Fotografen vorbehalten. Erstere posieren, letztere drücken den Auslöser. In ausgewählten Fällen wird auch noch zu kleineren Sit-Ins mit Journalisten aus dem Land des Siegers oder der Siegerin gebeten, dieser Punkt musste in New York City 2020 allerdings ausfallen. Stattdessen stellte die USTA eine Verbindung zu Dominic Thiem her, von ihm aus gesehen rechts sein Siegerpokal, im Hintergrund die bekannten leeren Tribünen.

Interviews anno 2020: Fermündlich via Zoom
© privat
Interviews anno 2020: Fermündlich via Zoom

tennisnet.com hat an der kleinen Runde teilgenommen - und Fragen an den US-Open-Champion von 2020 gestellt.

Frage: Herr Thiem. Eigentlich ist Ihr Spiel wie prädestiniert, um gegen Alexander Zverev erfolgreich zu sein: viel Spin, viel Slice. Warum hat das zu Beginn des Finales nicht funktioniert?

Dominic Thiem: Ich war sehr, sehr nervös. Aber ich glaube auch, dass mein Spiel dem Sascha nicht liegt, aber dass es umgekehrt genauso ist. Es ist immer ein bisserl ein komisches Matchup. Weil mein variantenreiches Spiel taugt ihm nicht. Und ich hab immer meine Probleme mit Leuten mit gutem Aufschlag. Sascha hat im Moment vielleicht sogar den besten ersten Aufschlag auf der Tour. Und serviert teilweise zwei erste, was es noch schwieriger macht. Dazu ist ein immenser Druck gekommen, den ich mir natürlich selbst gemacht habe, weil ich alles dafür tun wollte, um endlich den Grand-Slam-Titel zu holen. Es ist beinahe ganz, ganz schlimm in die Hose gegangen. Ich war war 0:2-Sätze und Break hinten. Aber mit dem Rebreak im dritten Satz habe ich mich frei gespielt. Dann war es eine gute Partie. Und im fünften Satz war es dann ein Drama mit ganz viel Hin und Her.

Thiem - „Hamburg ist kein Thema mehr“

Frage: Neben dem Pokal und dem Siegerscheck: Bekommt ein US-Open-Champion noch weitere Goodies?

Thiem: Ich hab noch nichts bekommen. Außer einem Interviewmarathon.

Frage: Ist es für Sie vorstellbar, komplett ohne Spielpraxis nach Roland Garros zu fahren? Eine Möglichkeit gäbe es ja noch in Hamburg.

Thiem: Ich habe gestern mit Nico (Massu, Anm. d. Red.) besprochen, dass Hamburg jetzt auch kein Thema mehr für mich ist. Vor allem nach dem Match gestern. Weil es war sehr, sehr anstrengend, die ganzen vier Wochen in der Bubble. Plus die ganzen Emotionen, den Druck, diesem verrückten Finale gestern. Ich habe das ein bisserl abgewogen: Matchpraxis oder voll fit nach Paris kommen - und da ist zweiteres eindeutig wichtiger. Ich werde ein paar Tage Pause machen, am Wochenende anfangen zu trainieren. Sand ist immer wieder wie nach Hause kommen. Und ich hoffe, dass das aufgehen wird. Viel mehr Matchpraxis hab ich auch nicht gehabt, als ich in die US Open gegangen bin.

Frage: Start in Paris wird am 27. September sein, deutlich später als in den vergangenen Jahren. Was erwarten Sie hinsichtlich der Bedingungen?

Thiem: Komischerweise war es bei den letzten drei, vier Halbfinali in Paris immer saukalt. Ich kann mich erinnern, dass es beim ersten Halbfinale gegen Djokovic elf Grad gehabt hat. Viel kühler wird es nimmer werden. Aber über 25 Grad werden wir auch nicht mehr kriegen. Wird sicher interessant werden, ich freue mich auf das Turnier. Ich kann so locker in Paris losspielen wie seit ewiger Zeit nicht mehr. Jetzt heißt es erst einmal genießen und verdauen.

Frage: Ihr Lieblingsclub, der FC Chelsea, hat während des Sommers wahnsinnig viel Geld investiert, unter anderem um die 100 Millionen Euro für Kai Havertz. Wie groß ist der Druck auf Coach Frank Lampard?

Thiem: Der Druck ist schon groß. Aber ich glaube nicht, dass er Meister werden muss. Top vier ist aber Pflicht. Und ein gutes Abschneiden in der Champions League. Ich habe dem Kai Havertz übrigens auf Instagram geschrieben. Hab ihm gratuliert zu seinem Transfer zum besten Club der Welt. Ich hoffe, wir treffen uns im November oder spätestens im nächsten Jahr. Mir hat Havertz schon die letzten Jahre getaugt. Und ich freu mich, dass er jetzt bei uns spielt und die richtige Farbe trägt.

Frage: Der 1. TFC war nicht im Rennen?

Thiem: Erst später.

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von Jens Huiber

Montag
14.09.2020, 20:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.09.2020, 21:10 Uhr

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