Dominic Thiem nach French Open 2019: Drei Dinge, die er von Rafael Nadal lernen kann

Dominic Thiem hat sich bei den French Open 2019 erneut teuer verkauft. Nach einem hart umkämpften Fünfsatz-Sieg gegen Novak Djokovic scheiterte er erst im Finale an Rafael Nadal. Nach einem Videostudium und etwas Zeit zur Analyse erkannte der 25-Jährige drei Dinge, die er sich vom Sandplatzkönig abschauen will.

von Lukas Zahrer
zuletzt bearbeitet: 12.06.2019, 09:03 Uhr

Es vergingen weniger als zwei Tage, bis sich Dominic Thiem in Wien der heimischen Presse stellte, um Bilanz über sein sechstes Antreten bei Roland Garros zu ziehen. Zwar war er wie im Vorjahr auch diesmal bei der Siegerehrung am Sonntag dabei, doch bereits zum dritten Mal in seiner Karriere reichte es nur für ein Silbertablett.

„Ich habe die Trophäe bei Kiki in Paris vergessen“, gab Thiem zu, der das Präsent für den Finalisten kurzerhand als Getränkehalter verwendete. „Ich habe eine von den Junioren (Finale 2011), zwei bei den Erwachsenen, es wird Zeit, dass ich den großen Pokal hole.“

Dominic Thiem nach Videostudium: „Nadal hat Punkte verkürzt“

Mittlerweile habe sich Thiem die Highlight-Szenen seines Matches gegen Nadal angesehen, und er versicherte: „Es sind einige Sachen, die ich noch besser machen kann und von Nadal abschauen kann.“ Konkret führt der Mann aus Lichtenwörth drei Punkte an.

Einerseits imponierte Thiem, wie der Spanier „seinen Bällen nachgegangen ist. Im Unterschied zu mir steigt er gerne in den Platz rein, nimmt die Bälle früh und nimmt mir die Zeit. So hat er die Punkte entscheidend verkürzt.“ Er selbst habe das im Finale zu wenig gemacht. Es sei einer jener Punkte, die ihm noch fehlen, um die Lücke zu Nadal, der am Sonntag seinen zwölften French-Open-Titel feierte, zu schließen.

Rafael Nadals Volleys: Am Netz eine Macht

Ein zweiter Punkt, der Thiem auffiel: „Das letzte Mal, als Rafa einen Volley verschlagen hat, das muss sieben Jahre her sein.“ Am Netz passierte dem Mallorquiner kaum ein Fehler, und das obwohl laut Thiem „richtig schwierige Bälle dabei waren.“

Tatsächlich kam Nadal 27 Mal ans Netz und machte anschließend 23 Mal den Punkt. 85 Prozent der Netzangriffe gestaltete er erfolgreich, damit übertraf er selbst Thiems starke Leistung am Netz (12/15, 80 Prozent gewonnene Punkte).

Meist gelang es Nadal allerdings den Punkt bereits von der Grundlinie so zu konstruieren, dass er nach einem Angriffsball einen vermeintlich leichten Volley zum Punktgewinn übrig hat.

Thiem über „Fehler“ vor 3. Satz: „Das passiert nur gegen Nadal“

Ein dritter Punkt, den Thiem in Zukunft vermeiden will, hat weniger mit Taktik zu tun. Vielmehr haderte er mit der Art und Weise, wie ihm nach dem gewonnenen zweiten Satz die Partie entglitt. „Ich habe einen kleinen Fehler gemacht“, gab Thiem zu.

Während er nach dem Satzgewinn „voll auf der Höhe“ war, machte ihm die Toilettenpause Nadals Probleme. Sein System sei ein wenig heruntergefahren, wodurch er etwas abgekühlt in den dritten Satz ging. „Vielleicht hätte ich auch den Platz verlassen, ein frisches Trikot anziehen und frisch in den dritten reinstarten sollen“, sagte Thiem.

Und weiter: „Er hat das unglaublich ausgenutzt. Gegen andere Spieler fällt es nicht ins Gewicht, weil ich vielleicht doch mein Aufschlagspiel halte. Ich habe aber zwei schlechte Punkte gespielt und er ist auf mich draufgestiegen. Das passiert eigentlich nur gegen Nadal und gegen ein, zwei andere Spieler.“

Am Ende dauerte die Partie 19 Minuten länger als das Finale von 2018, Thiem stand trotz eines gewonnenen Satzes am Ende erneut als Verlierer da. Dennoch habe er aus den zwei Wochen in Paris viel Kraft und Motivation für die Zukunft getankt. "Ich freue mich schon auf Roland Garros 2020."

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von Lukas Zahrer

Mittwoch
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zuletzt bearbeitet: 12.06.2019, 09:03 Uhr

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