Dominic Thiem - Südamerika diesmal kein Jungbrunnen

In den vergangenen Jahren hat Dominic Thiem aus der Südamerika-Tour immer mindestens einen Titel mitgenommen. Diesmal muss Österreichs Nummer eins mit leeren Händen abreisen. Nun wird dem Vernehmen nach überlegt, vor Indian Wells noch ein Turnier einzuschieben.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 20.02.2019, 15:25 Uhr

Dominic Thiem hat aus Südamerika weniger als erhofft mitgenommen
Dominic Thiem

Sieben Matches hat Dominic Thiem 2019 auf der ATP-Tour absolviert - und der geneigte Beobachter kommt kaum um den Gedanken herum, dass sich darunter erst ein einigermaßen „normales“ versteckt hat: das Viertelfinale in Buenos Aires gegen Pablo Cuevas. Da wirkte Thiem zwar auch nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft, kämpfte sich aber nach Satzrückstand immerhin noch zu einem Sieg.

Eine eigentlich vertraute Angelegenheit auf der südamerikanischen Sandplatz-Tournee, die sich für Thiem auf Auftritte in Buenos Aires und Rio de Janeiro beschränkt. In Argentinien hat es 2016 und 2018 mit dem Titel geklappt, in der Olympiastadt von 2016 im Jahr nach dem größten Sportfest der Welt, das Thiem allerdings ausgelassen hatte.

Nicolas Massu mit an Bord

In diesem Jahr nimmt der Niederösterreicher allerdings weniger mit als erhofft: Laslo Djere ist ein Gegner, den Thiem unter normalen Umständen im Griff haben sollte. Normal ist aber nur wenig in diesen ersten beiden Monaten der ATP-Saison. Thiem musste sich schon früh vom Physio behandeln lassen, inwieweit der 25-Jährige in seinem Auftaktmatch in Rio mit einem Handicap zu kämpfen hatte, weiß wohl nur der interne Thiem-Zirkel.

Der sich nun wohl um Nicolas Massu erweitert, als Tour-Coach. Massu, der als zweifacher Goldmedaillengewinner von Athen 2004 Olympische Spiele so sehr zu schätzen weiß wie sonst wohl nur noch Andy Murray, ist ein emotionaler Typ, der Spieler mitreißen kann. Allerdings am besten von der Bank aus - als Davis-Cup-Kapitän Chiles. Dennoch wird Günter Bresnik seine Gründe haben, den Charismatiker mit an Bord zu nehmen.

Bresnik selbst zeigte sich gegenüber der Austria Presse Agentur überrascht und enttäuscht von der Leistung seines Schützlings. "Dominic hat müde gewirkt – müde und langsam. Du hast nicht das Gefühl gehabt, dass er die Kontrolle über die Partie bekommt. Er war körperlich extrem müde, keine Spritzigkeit. Ich bin eigentlich total überrascht. Mit so einer schlechten Leistung habe ich überhaupt nicht gerechnet."

Thiem 2019 mit bereits vier Niederlagen

Zur Matchanalyse braucht es indes weder einen Coach noch das statistische Material der ATP. Dominic Thiem erinnere sich an jede Spielsituation, können unmittelbar nach einem Spiel explizit sezieren, was falsch gelaufen ist. So hat dies Bresnik schon im Sommer 2017 in Kitzbühel gegenüber tennisnet erklärt.

2019 gilt es bereits vier Niederlagen zu analysieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Pierre-Hugues Herbert ist in Doha kein dankbares Auftaktlos gewesen, die Spielanlage des Franzosen schmeckt Thiem überhaupt nicht. Gegen Alexej Popyrin bei den Australian Open hat der Körper gestreikt. Das Halbfinale von Buenos Aires muss Thiem gegen Diego Schwartzman gewinnen, nach Break vor in Satz zwei und drei. Und dann noch die aktuelle Pleite gegen Djere.

Nächster Halt: Indian Wells. Oder doch Sao Paolo? 

Nun wird im Team Thiem nach APA-Angaben laut darüber nachgedacht, vor Indian Wells noch ein Turnier einzuschieben. Acapulco auf Hartplatz stünde zur Auswahl (dort hat Thiem 2016 den Titel geholt) oder das ATP-Tour-250-Event in Sao Paolo.

Gemäß des ursprünglichen Planes würde die österreichische Nummer eins erst wieder in Indian Wells erwartet, jenem Turnier, bei dem er sich im vergangenen Jahr gegen Pablo Cuevas den Knöchel verdreht hat. Danach geht es nach Miami, wo in einem neuen Umfeld gespielt wird. Die guten Nachrichten für Dominic Thiem: Er hat kaum Punkte zu verteidigen, kann unbelastet in die beiden großen Hartplatz-Turniere starten. Wie auch in eine Veranstaltung seiner Wahl davor.

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von Jens Huiber

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