Doppel funktioniert - aber nur als lokales Phänomen
Für das ATP-Tour-500-Turnier in Rio de Janeiro war der gestrige Heimsieg von Joao Fonseca und Marcelo Melo viel wert.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
23.02.2026, 15:52 Uhr

Man kennt das Phänomen auch hierzulande: Sowie es im Doppel eine lokale Komponente gibt, steigt die Aufmerksamkeit des Publikums überproportional an. Als Beispiel mag da etwa das Kitzbühler Turnier aus dem letzten Jahr dienen: Da hatten es Joel Schwärzler und Neil Oberleitner doch sehr überraschend bis ins Endspiel geschafft, die Tribünen bei den Generali Open 2025 waren darob schon am späten Vormittag bestens besetzt.
In Rio des Janeiro gab es gestern eine weitere Bestätigung dafür, dass fast nichts über Lokalhelden geht. Gut: Der Applaus für Andre Agassi konnte sich durchaus sehen lassen. Der verwandelte Matchball von Joao Fonseca und Marcelo Melo gegen Robin Haase und Constantin Frantzen versetzte die brasilianischen Fans aber in Ekstase. Möglicherweise galt das auch für das eigentlich unbestechliche Auge des elektronischen Linienrichters - denn Haase hatte den letzten Aufschlag von Fonseca deutlich im Aus gesehen. Die Bilder aber zeigten einen Treffer haarscharf noch auf der Linie an.
Premiere für Fonseca
Für Joao Fonseca und Marcelo Melo, der ja gerne auch mit seinem Kumpel Alexander Zverev aufdoppelt, waren die paar Sekunden des Wartens verschmerzbar. Für den 42-jährigen Melo war es bereits Titel Nummer 41, für Fonseca derweil eine Premiere im Doppel. Die der Teenager nach dem enttäuschenden Aus gegen Ignacio Buse im Einzel sicher gerne genommen hat.

Insgesamt betrachtet war das Doppel-Highlight am Sonntag aber auch für das Turnier in Rio ziemlich wichtig. Die Besetzung fiel in diesem Jahr nicht besonders attraktiv aus. Und das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern, spätestens dann nicht, wenn der Golf Swing auch noch in Saudi-Arabien bei einem 1000er Station macht. Da tun volle Tribünen mit bester Stimmung besonders gut.
Insgesamt aber finden die Doppel-Konkurrenzen oft nur für wirkliche Aficionados statt. Denn dass schon vor einem Finale auf dem jeweiligen Center Court gespielt wird, kommt eher selten vor.
