Dramatik in Peking! Petkovic verliert "doppeltes" Finale gegen Radwanska
Die Darmstädterin unterliegt der Polin in drei Sätzen und muss ihre Hoffnungen auf einen direkten Startplatz in Istanbul begraben, nachdem sie das Turnier in Linz abgesagt hat.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
09.10.2011, 13:41 Uhr

Der große Traum von Andrea Petkovic von der direkten Teilnahme an den WTA-Championships ist geplatzt! Die Darmstädterin verlor das dramatische, hochklassige und kuriose Endspiel beim WTA-Premier-Mandatory-Turnier in Peking gegen ihre direkte Konkurrentin Agniezska Radwanska mit 5:7, 6:0, 4:6. "Das ist jetzt schon ein wahnsinnig bitterer Moment. Am Ende habe ich mich irgendwie selbst geschlagen", sagte eine frustrierte Petkovic direkt nach dem Match. Radwanska setzte sich damit auch im fünften Match gegen die Deutsche durch und steht ganz dicht vor der Teilnahme in Istanbul.
Petkovic hat dagegen keine Chancen mehr auf einen direkten Startplatz beim Saisonfinale der acht besten Spielerinnen des Jahres, nachdem sie ihren Verzicht auf das Turnier in Linz im Anschluss an das Endspiels verkündete. Die Deutsche (4580 Punkte) hätte bei ihren zwei verbleibenden Turniere in Linz und in Luxemburg schon gewinnen müssen und zudem darauf hoffen müssen, dass Radwanska (4940 Punkte) beim Turnier in Moskau nicht das Viertelfinale erreicht.
Petkovic erwischte einen richtigen Kaltstart in das Match und gab die ersten beiden Spiele zu Null ab. Radwanska spielte nahezu fehlerfrei, während die deutsche Nummer eins bei zwei "Challenges" daneben lag. Petkovic agierte danach deutlich aggressiver, wurde für ihren Kampfgeist aber zunächst nicht belohnt. In einem 14-minütigen Aufschlagspiel, das mit vielen hochklassigen Ballwechseln neunmal über Einstand ging, gab die Darmstädterin ihren Aufschlag ein weiteres Mal zum 1:4 ab. Petkovic ließ sich davon aber nicht beeindrucken, brachte ihre Schläge nun besser ins Ziel und verkürzte auf 3:4.
Schrecksekunde und Satzverlust
Im anschließenden Aufschlagspiel von Radwanska gab es dann eine große Schrecksekunde, als die Deutsche sich nach einem Vorhandwinner zum 30:0 ihr ohnehin schon angeschlagenes Knie leicht verdrehte. Unter Tränen stürmte Petkovic zur Bank und musste behandelt werden. Es sah zunächst so aus, als ob sie nicht mehr weiterspielen konnte. Doch nachdem das Knie mit Tapeverband stabilisiert wurde, ging das Match weiter. Petkovic machte den Ausgleich zum 4:4 und hatte sogar mehrere Chancen, um erstmalig in Führung zu gehen.
Radwanska schaffte aber das Break zum 5:4 und schlug zum Satzgewinn auf. Petkovic attackierte die Aufschläge der Polin immer wieder gut und glich erneut aus. Aber wieder vergab sie mehrere Chancen für eine Führung und kassierte das vierte Break im Satz. Radwanska vereitelte im Anschluss noch zwei Breakbälle der Deutschen und holte sich den hochdramatischen und hochklassigen ersten Satz nach 84 Minuten mit 7:5.
Petkovic nutzt Müdigkeit von Radwanska nicht aus
Petkovic nahm sich in der Satzpause eine kurze Auszeit, die ihr sichtlicht gut tat. Sie spielte im zweiten Satz wie aus einem Guss und überrollte Radwanska regelrecht mit ihren druckvollen Grundschlägen. Jeder Schlag fand präzise das Ziel, so dass es nach weiteren 25 Minuten 6:0 für Petkovic hieß. Aber wie so oft nach einem klaren Satzgewinn, drehten sich die Spielverhältnisse im dritten Satz wieder ein wenig. Radwanska schaffte zwei Breaks zu Beginn, die Petkovic aber direkt zum 1:1 und 2:2 ausgleichen konnte.
Die Deutsche wirkte zwar viel frischer als die Polin und spielte weiter äußerst druckvoll, verpasste es aber, das Match in ihre Richtung zu biegen. So vergab Petkovic einen Breakball zu einer 5:3-Führung. Die vergebene Chance wurde prompt von Radwanska mit dem Break zum 5:4 bestraft, die sich danach nicht zweimal bitten ließ. Nach 2:34 Stunden sicherte sich Radwanska das Match und den siebten Turniersieg in ihrer Karriere.
Rückkehr in die Top 10
Für Petkovic bleibt der kleine Trost, dass sie mit dem Finaleinzug in Peking wieder in die Top 10 zurückkehren wird. Die Deutsche springt von Platz elf um zwei Positionen auf Rang neun und stellt damit eine neue Karriere-Bestmarke auf. Radwanska klettert von zwölf auf Platz acht und stellt ihre Bestmarke somit ein.(Text: cab; Foto: GEPA pictures)
