Dylan Dietrich – als bester College-Spieler in die Weltelite

Dylan Dietrich befindet sich an einem spannenden Punkt in seiner Karriere. Der 21-jährige aus Zürich verbindet derzeit zwei Welten, die im Tennis immer häufiger zusammenfinden: das US-Amerikanische College-System und den professionellen Tenniszirkus. In dieser Woche ist Dietrich beim Hamburg Ladies & Gents Cup am Rothenbaum am Start – mit einer besonderen Wildcard, die College-Spielern vorbehalten ist.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 13.08.2026, 14:16 Uhr

Witters
© Witters
An seine Erfolge am US-College möchte der Schweizer Dylan Dietrich auch auf der Profi-Tour anknüpfen.

Von Florian Heer aus Hamburg


Aktuell steht Dietrich auf Platz 437 der ATP-Weltrangliste. Seinen bislang wohl größten Schritt auf der Profitour machte er in diesem Sommer. Beim ATP Challenger in Zug erreichte der Schweizer das Halbfinale und qualifizierte sich anschließend für sein erstes ATP-Turnier. Bei den Swiss Open in Gstaad bekam er die Chance, sich auf der ganz großen Bühne zu beweisen. In der ersten Runde unterlag er seinem Landsmann Jerome Kym, doch die Erfahrung wird ihm bleiben. „Es war unglaublich vor so vielen Zuschauern gespielt zu haben“, kommentierte Dietrich.


Erfolgreich auf der ITF World Tennis Tour


Auch auf der ITF World Tennis Tour hat Dietrich in diesem Jahr seine Spuren hinterlassen. In Ljubljana gewann er seinen ersten Titel, dazu erreichte er zwei weitere Finals zu Hause in Klosters sowie in Brüssel. Die Ergebnisse spiegeln seine Entwicklung wider: Dietrich sammelt zunehmend Erfahrung auf verschiedenen Ebenen des Profizirkus und arbeitet sich Schritt für Schritt in der Weltrangliste nach oben. Besonders auffällig auch sein Spielstil, der sehr erfrischend daherkommt. Gerne startet er ein Match mit konsequenten Serve and Volley, sowie Chip and Charge Aktionen.


Bester College Spieler in den USA


Parallel dazu verfolgt er einen ungewöhnlichen Ausbildungsweg. An der University of Virginia studiert Dietrich Data Science und Mathematik – und gehört dort längst zu den erfolgreichsten Tennisspielern des Landes. In der vergangenen Saison führte er sein Team zum College-Meistertitel und wurde anschließend zum ITA-Player of the Year 2026 ausgezeichnet.


Der Stellenwert eines solchen Erfolgs ist in den USA enorm. Im Herbst bekommen die Spieler einen Meisterschaftsring, der den Triumph für immer festhalten soll. Das Besondere: Die Spieler dürfen ihren Ring selbst gestalten. Wie wird er aussehen? „Glänzend“, antwortete Dietrich mit einem Strahlen.


Und der Meistertitel bringt noch einen weiteren Höhepunkt mit sich: Für die Mannschaft steht eine Einladung ins Weiße Haus an – inklusive Empfang durch den US-amerikanischen Präsidenten.


Die Großmutter brachte ihn zum Tennis


Seine eigene Tennisgeschichte begann allerdings nicht in den Vereinigten Staaten, sondern mit seiner Familie. Zum Tennis kam Dietrich durch seine Oma. Später wurden Roger Federer und Stan Wawrinka zu Vorbildern, ebenso der Argentinier Juan Martin del Potro.

Während Dietrich auf dem Platz inzwischen professionell arbeitet, darf es in der Freizeit auch einmal etwas entspannter zugehen. Besonders gerne spielt er Backgammon. Und auch akademisch wartet bereits die nächste Herausforderung auf ihn: Derzeit beschäftigt er sich mit dem Thema seiner anstehenden Bachelorarbeit. „Vielleicht hat es etwas mit Kartentricks zu tun, darüber habe ich bereits schon einmal eine Arbeit verfasst“, erzählt er. Dass er sich nicht nur theoretisch mit dem Thema beschäftigt, sondern selbst ein paar Tricks beherrscht, verrät er ebenfalls.


Die besondere Chance in Hamburg


In Hamburg profitiert Dietrich von einer besonderen Regelung. Beim Hamburg Ladies & Gents Cup tritt er mit einer Wildcard an, die für College-Spieler reserviert ist. Insgesamt sechs Mal kann er in dieser Saison bei ATP-Challenger-Turnieren von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.


Für Dietrich ist das eine wertvolle Gelegenheit, College-Tennis und den Weg zum Profitennis miteinander zu verbinden. Hamburg wollte er ohnehin schon lange einmal besuchen. In den ersten Tagen blieb neben dem Tennis sogar etwas Zeit, um die Stadt zu erkunden.


Im September geht es für ihn wieder zurück in die Vereinigten Staaten. Dann warten erneut die Universität und das Studium – gleichzeitig möchte Dietrich auch einige Challenger-Turniere auf amerikanischem Boden bestreiten.


Ein Weg, den schon andere gegangen sind


Dass der Übergang vom College in den professionellen Tennissport funktionieren kann, hat Dietrich bereits aus nächster Nähe erlebt. Im vergangenen Jahr traf er im Viertelfinale von Charlottesville in North Carolina auf den Spanier Rafael Jódar. Auch der 19-Jährige Spanier hat den Weg über das College eingeschlagen und gehört inzwischen zu den aufstrebenden Spielern im Welttennis.
Dietrich verfolgt seine Entwicklung aufmerksam. „Das ist natürlich das Ziel einen ähnlichen Weg zu gehen“, verrät er.
 

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Dietrich Dylan

von Florian Heer

Donnerstag
13.08.2026, 18:37 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.08.2026, 14:16 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Dietrich Dylan