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Ein Gruß von Pankratius

Jungstar Aleksandar Leitgeb hat im siebenten Jahr seiner HTT Zugehörigkeit endlich seinen ersten gan...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 14.05.2026, 16:18 Uhr

Jungstar Aleksandar Leitgeb hat im siebenten Jahr seiner HTT Zugehörigkeit endlich seinen ersten ganz großen HTT Titel erobert. Der 19ährige vom Alt Erlaaer TC konnte am Dienstag Abend die 31. Auflage des Mai Masters Series 1000 Turniers im Union Tennis Center La Ville für sich entscheiden, und im Endspiel gegen den Ranglisten-Dritten Rene Gräflinger aus Kärnten mit einem 6:2, 3:6, 6:3 Erfolg als insgesamt erst 84. Spieler der Geschichte einen HTT Masters-Titel gewinnen. Für den erfolgreich absolvierten und  1:52 Stunden dauernden Final-Fight gab es für Leitgeb auf einen Schlag 1000 Ranglisten-Punkte, mit denen der Teenager sein HTT-Karriere-High-Ranking von September 2023 mit Entry-Rang Nr. 15 einstellte. In der Jahreswertung “Race to La Ville” ging es für den frischgebackenen Mai Masters-Champion und designierten HTT French Open Favoriten sogar hoch auf Position Nr. 7. Ein Bericht von C.L

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Gräflinger übernimmt trotz Finalniederlage als fünfter Spieler im Jahr 2026 die Führung im Race to La Ville

Kärntens bester HTT Spieler Rene Gräflinger saß nach Ende des 50. HTT Saisonfinales etwas bedröppelt auf der Bank, immerhin hatte der 40jährige Ferlacher seine bereits dritte Finalniederlage in Serie im Jahr 2026 auf HTT Masters 1000 Ebene zu verdauen. Zum zweiten Mal nach 2022, als er im Endspiel gegen Serverino Nowikovsky in zwei Sätzen unterlag, ging ein Mai Masters 1000 Finale aus seiner Sicht verloren. Und das alles bei seinem 30. Start auf HTT 1000er-Ebene und seinem insgesamt 75. Auftritt bei einem HTT-Turnier. Es gab aber trotz finaler Niederlage auch ein paar Lichtblicke für den 2fachen HTT US Open Champion aus dem schönen Kärntner Land. Immerhin übernahm Gräflinger mit dem Finaleinzug die Führung im Race to La Ville von April HTT 500 Sieger Benjamin Kotzaurek. Als bereits fünfter Akteur in dieser Spielzeit nach Amel Bisevac, Vuk Jovanovic, Damian Roman und Benjamin Kotzzaurek, liegt nun der Ferlacher an der Spitze einer heuer wirklich spannenden Jahreswertung. Dazu feierte Gräflinger im Viertelfinale gegen Peter Wiesner beim 6:2, 6:2 seinen insgesamt 200. HTT Karriere-Einzelsieg. Und noch eine höchst imposante Statistik findet sich rund um den 2fachen HTT US Open-Gewinner. Nimmt man die beiden HTT-Finals-Events von 2024 und 2025 aus, dann hat der 40jährige in seinen letzten 33 Turnierstarts auf 500er, 1000er und Grand Slam Niveau seit November 2022 immer mindestens das Halbfinale erreicht. Ein Muster an Konstanz.

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“Lance Lumsden” gesperrt – Eine Unmöglichkeit wurde zur Realität

Konstanz ist auch das Stichwort für unseren Rückblick auf das große Dienstags-Finale beim 31. Mai Masters 1000 Turnier im UTC La Ville. Genau diese Konstanz fehlte nämlich Rene Gräflinger in den ersten zehn Minuten, womit er sich einen frühen 0:3 Rückstand eingehandelt, und den ersten Durchgang auch quasi schon abgegeben hatte. Neben Gräflingers Fehlerquote mit 16 unforced errors, lag im ersten Satz vorallem im Aufschlag der große Unterschied zwischen Leitgeb und Gräflinger. Während der spätere Sieger locker seine Service-Games mit Ausnahme jenes bei 5:1 abspulte, hatte Gräflinger fest zu tun und am Ende gleich drei Breaks beim Verlust des ersten Satzes zu beklagen. Apropos beklagen: Da gab es am Dienstag auch abseits der sportlichen Finalleistungen einiges was daneben lief. Eigentlich was alles angerichtet für ein echtes Spektakel. Centercourt Lance Lumsden, Flutlicht, Entertainment mit Walk on Court, Moderation und Musik und dazu zwei famose Tennisspieler. Der erste Tiefschlag war wettertechnischer Natur geschuldet. Der Platz schlechthin im Wiener Tennissport, der als Synonym für “stets spielbereit” steht, der Centercourt namens Lance Lumsden, war eine Stunde vor Spielbeginn mit einem imaginären Stoppschild versehen worden. “rien ne va plus”, nichts ging mehr auf jenem legendären Court, der nach Unwettern und Regenmassen in der Vergangenheit in ganz Wien jener war, auf dem am schnellsten wieder Tennis gespielt werden konnte. Nicht so an diesem Tag, an dem der Eisheilige Pankratius andere Pläne hatte. Mit der Übersiedlung in die Halle war der Lack dieses Finalabends allerdings ab.

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Gräflinger und Leitgeb mit kuriosem Kabarett in Satz Nr. 2

Zurück zum großen Finale und Satz Nummer 2 eines – naja nennen wir es einmal – merkwürdigen Macthes. Zu Beginn hatten Leitgeb und Gräflinger gleich einmal fünf Breaks in Folge angeboten. Die beiden Finalisten hatten in dieser Phase aber noch mehr zu bieten, um von ihrer eklatanten Aufschlagschwäche abzulenken. Es setzte eine unschöne und höchst nervige gegenseitige Jammerei ein. Die beiden HTT Stars begannen sich mit Unmutsäußerungen förmlich zu übertrumpfen. Erst waren es die Bälle, die Gräflinger als Konstruktionsfehler und Leitgeb als Steine bezeichnete. Dann war den Herren der Bodenbelag nicht fein genug, es war eine unausstehliche und letztlich auch unwürdige Darbietung die zwei so hervorragende Tennissspieler am Dienstag Abend zu später Stunde im UTC La Ville zum Besten gaben. Die insgesamt acht Aufschlagverluste umfassende Break-Orgie, war mittlerweile zu einem Kabarett in Reinkultur ausgeartet. Leitgeb wütete sogar nach eigenen Punktgewinnen, und warum sich beide Spieler bei 5:3 eine Pause gönnten, bleibt auch deren Geheimnis. Streng nach Reglement oder bei jedem offiziellen ÖTV Turnier hätte am Ende wohl Rene Gräflinger den Pokal in Händen gehalten. Denn als Höhepunkt leistete sich Leitgeb am Ende des zweiten Satzes noch einen Ausraster richtig großen Ausmaßes. Wieder einmal war die Transformation vom “good guy” zum “bad boy” bei Leitgeb vonstatten gegangen, als sein geworfenes Racket den Veranstaltertisch “volley” traf. Bei jedem anderen Turnier wäre der abseits des Platzes so sympathische 19ährige, disqualifiziert unter der Dusche gestanden.

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Leitgeb nun auch Favorit auf den Titel bei den HTT French Open

Stattdessen wirkte Leitgeb am dritten Satz mit, der zwar in Phasen immer wieder das phantastische Tennis der beiden Hochgeschwindigkeits-Künstler hervorbrachte, insgesamt aber vorallem von der Aufschlagschwäche Gräflingers und den unfassbaren 24 unerzwungenen Fehlern des Kärntners geprägt war. Und natürlich von der nächsten Break-Welle, die über dieses 31. Endspiel der Mai Masters 1000 Geschichte rollte. Leitgeb führte rasch 3:0, danach ging es mit Service-Verlusten bis zum Ende. “Ich finde es sehr cool, dass ich endlich einen großen HTT Titel gewonnen habe, und vorallem, dass ich abgesehen von meinen üblichen Aussetzern, über mehrere Matches hinweg konstant geblieben bin. Darüber bin ich wirklich sehr glücklich”, so der 19ährige, der sich über die Schwere dieses Finales schon im Vorhinein bewusst war. “Das ich gegen Gräflinger niicht einfach zum Sieg kommen werde, und wahrscheinlich auch einen Satz abgeben muss, war mir eigentlich klar, betonte Leitgeb, der jetzt auch als Favorit für die anstehenden HTT French Open gehandelt wird. “Ich gehe schon mit hohen Erwartungen in das nächste Grand Slam Turnier. Ich werde es meine Gegnern schwer machen, und hoffe doch, dass ich zu den Favoriten zähle”, erklärte der nunmehr 4fache HTT Turniersieger.

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von Claus Lippert

Donnerstag
14.05.2026, 15:51 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.05.2026, 16:18 Uhr