Erst US-Open-Titel, dann Hall of Fame: Zverev arbeitet weiter am Vermächtnis
Alexander Zverev blickt schon jetzt zufrieden auf seine bisherige Karriere. In New York soll trotzdem unbedingt der zweite Major-Titel her.
von SID
zuletzt bearbeitet:
30.08.2026, 19:50 Uhr

Die Aufnahme Roger Federers in die Hall of Fame seines Sports verfolgte Alexander Zverev mit gebotener Ehrfurcht – in ferner Zukunft aber will er dem Schweizer Tennis-Maestro nachfolgen. "Ich hoffe mal, dass ich auch dort landen werde, mit der Karriere, die ich hatte", sagte Zverev in New York: "Das ist mit Sicherheit eine Riesenehre." Noch aber liegt der Fokus des Hamburgers im Hier und Jetzt - bei den US Open arbeitet Zverev auf der Jagd nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel weiter fleißig an seinem Vermächtnis.
Satt jedenfalls ist der 29-Jährige lange nicht. "Wenn du einen gewonnen hast, willst du mehr gewinnen, du willst weitermachen und immer dein bestes Tennis spielen", sagte Zverev, der sich bei den French Open im Frühsommer seinen Karrieretraum erfüllt hatte. Den Auftakt ins letzte Major-Turnier des Jahres machten am Sonntag andere, für Zverev geht es – wie auch für einen großen Teil der anderen Deutschen - erst am Dienstag los. Zum Auftakt heißt der Gegner Lorenzo Sonego aus Italien.
Zverev wird dann zum ersten Mal in seiner beeindruckenden Karriere ein Grand-Slam-Match als topgesetzter Spieler bestreiten, die Absage des Weltranglistenersten Jannik Sinner macht’s möglich. Übermäßig ungewohnt, sagte er im Vorfeld, werde sich das nicht anfühlen. "So eine Setzliste zeigt, dass du gut gespielt hast, aber das Wichtigste ist, welcher Name nach dem Finale oben steht."
Der Weg zum großen Triumph ist lange, aber er scheint ähnlich wie schon bei den Frech Open geebnet für Zverev. Angstgegner Sinner? Aufgrund von Knieproblemen eben gar nicht dabei. Carlos Alcaraz? Zuletzt lange verletzt und ohne Spielpraxis. Und Novak Djokovic? Nie zu unterschätzen, aber mit seinen 39 Jahren inzwischen vielleicht doch nicht mehr der Mann für sieben lange Matches in zwei Wochen.
Ist Zverev deshalb in Flushing Meadows der Favorit? Ja, sagen viele Experten. Nicht unbedingt, glaubt der Deutsche. Erstmal, sagte er, sei er einer von 128 Spielern im Hauptfeld, die alle das Turnier gewinnen können.
Das klingt nach übertriebener Bescheidenheit, tatsächlich hatte die Form des Tokio-Olympiasiegers aber zuletzt ja auch leicht gewackelt. Nach der Finalniederlage in Wimbledon setzte es zurück auf Hartplatz zwei frühe Pleiten in Montréal und Cincinnati. Einerseits. Andererseits hat sich Zverev in der jüngeren Vergangenheit zum Grand-Slam-Experten entwickelt – und gibt auch selbst Entwarnung. Er habe im Training das Gefühl, sein Tennis käme langsam "zurück" - es werde "besser und besser", sagte er.
Hinzu kommt: Es bleibt vermutlich auch etwas Zeit, um sich einzugrooven. Gegen den einstigen Weltranglisten-21. Sonego – auf den ersten Blick kein dankbares Auftaktlos – hat er eine makellose 6:0-Bilanz. Und auch danach drohen erstmal keine Gegner, die einem die Sorgenfalten ins Gesicht treiben sollten. Zumindest nicht einem zukünftigen "Hall-of-Famer".
Hier das Einzel-Tableau aus New York
