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Erste Bank Open: Drei Matchbälle abgewehrt! Kevin Anderson schlägt Dennis Novak

Dennis Novak musste sein Auftaktmatch bei den Erste Bank Open gegen den aufschlagstarken Südafrikaner Kevin Anderson verloren geben, der Österreicher unterlag dem zweifachen Grand-Slam-Finalisten mit 7:6 (2), 4:6 und 6:7 (6).

 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 26.10.2020, 16:59 Uhr

Dennis Novak ist einer von drei Österreichern im Hauptfeld der Erste Bank Open
Dennis Novak ist einer von drei Österreichern im Hauptfeld der Erste Bank Open

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle

So richtig warm wurde Dennis Novak bislang noch nicht bei seinen zahlreichen Teilnahmen am Heimevent in der Wiener Stadthalle. Immer wieder zeigte Österreichs Nummer zwei zwar durchaus passable Leistungen, für einen Sieg im Hauptfeld reichte es dennoch erst einmal für den Weltranglisten-92., der im Kalenderjahr 2020 bislang seine beste Saison spielte und im Jänner mit dem erstmaligen Einzug in die Top-100 der ATP-Charts belohnt wurde. 

Nun soll es vom Niederösterreicher natürlich auch vor Heimpublikum in der Wiener Stadthalle erstmals Erfolgsmeldungen zu berichten geben, wenngleich das Auftaktlos mit Kevin Anderson ein durchaus schwieriges sein sollte. Zumindest auf dem Papier: Anderson, der 2018 bis auf Rang fünf der ATP-Weltrangliste vorgedrungen war und in New York City und Wimbledon gar Grand-Slam-Final-Luft schnuppern durfte, läuft seit geraumer Zeit seiner Form hinterher, liegt mit Rang 111 mittlerweile in der Weltrangliste gar hinter seinem österreichischen Kontrahenten. 

Aufschlaglastiges Match

Beide Spieler starteten sehr aufschlagstark in dieses Match und versuchten, mit der Vorhand zum Erfolg zu kommen. Dementsprechend selten gab es in der Anfangsphase längere Rallyes zu sehen, wenn aber doch, so hatte zumeist Dennis Novak das bessere Ende für sich. Lange konnte keiner der beiden Spieler beim Aufschlag des Konkurrenten gefährlich werden, bis zum letzten Spiel des Satzes gab es keine Breakbälle zu sehen. Beim Stand von 5:6 strauchelte Dennis Novak dann aber etwas, musste zwei Breakchancen Anderesons abwehren und rettete sich ins Tiebreak. In diesem erwischte der Niederösterreicher dann den klar besseren Start, zog schnell mit 4:0 davon und konnte Satz eins wenig später für sich entscheiden. 

Im zweiten Satz setzte Kevin Anderson jedoch jenen Aufwärtstrend, den er lediglich im Tiebreak des ersten Satzes kurz unterbrochen hatte, fort und schnappte sich im fünften Spiel das erste Break der Partie. Das sollte dem Südafrikaner Auftrieb geben, Anderson breakte im nächsten Aufschlagspiel Novaks erneut und ging mit 5:2 in Front. Zwar konnte der Österreicher mit seinem ersten Break des Matches noch einmal verkürzen, im zweiten Spiel, in dem der Südafrikaner auf den Satzausgleich servierte, gab sich dieser aber keine Blöße und glich nach ziemlich exakt eineinhalb Stunden aus. 

Novak wehrt etliche Breakchancen ab

Trotz des Satzausgleichs musste Kevin Anderson in der folgenden Unterbrechung behandelt werden, erneut schien das Knie Beschwerden zu machen. Eine Verletzung, die den Südafrikaner bereits zu einer Operation gezwungen hatte. Dennoch wurde der Weltranglisten-111. gleich im ersten Aufschlagspiel Novaks im dritten Entscheidungssatz gefährlich, mit kräftiger Unterstützung der gut 1000 Fans in der Wiener Stadthalle konnte die österreichische Nummer zwei den frühen Breakrückstand aber abwenden. Selbiges glückte dem Niederösterreich in seinem zweiten Aufschlagspiel des dritten Durchgangs, als Novak zwei Breakchance abwehren konnte und erneut in Führung ging. 

Kevin Anderson hingegen ließ in dieser Phase bei eigenem Aufschlag rein gar nichts zu, riss so die Kontrolle über dieses Matchs immer mehr an sich. Dennoch konnte Dennis Novak alle brenzligen Situationen in diesem dritten Satz übertauchen, durfte sich über die gesamte Dauer auf die Unterstützung eines frenetischen Publikums verlassen. Und so war es plötzlich Kevin Anderson, der beim Stand von 4:5 gegen den Matchverlust servieren musste. Der Südafrikaner erledigte diese Aufgabe mit Bravour und sicherte sich beim Stand von 5:5 selbst zwei Breakbälle, die Novak aber erneut zunichte machen konnte. Per Aufschlagwinner ging der Österreicher wenig später mit 6:5 in Front. 

Novak im Doppel erneut im Einsatz

Erneut gab sich Anderson bei eigenem Aufschlag aber keine Blöße, kam mit wuchtigen ersten Services zu vielen freien Punkten. Per Kurzentscheidung musste im dritten Satz also der Sieger dieses Erstrundenmatches gekürt werden. Das erste Minibreak sicherte sich in dieser Dennis Novak, der von einem Doppelfehler Andersons profitierte. Mit demselben Geschenk machte der Österreicher diesen aber postwendend wieder zunichte. Auch das nächste Minibreak sollte aber dem Niederösterreicher gelingen, der beim Stand von 6:3 zu gleich drei Matchbällen kam, vergab diese aber allesamt - letzteren mit einem Doppelfehler. Nach einem ganz feinen Rückhand-Longline-Winner holte sich dann Anderson selbst einen Matchball, den dieser mit dem nächsten starken Aufschlag auch zu nutzen wusste. 

Neben Novak wird am Montag außerdem noch Youngster Jurij Rodionov im Hauptfeld der Erste Bank Open aufschlagen. Der gebürtige Nürnberger hatte zuletzt bei den French Open für Aufsehen gesorgt, als er nach erfolgreicher Qualifikation bei seinem Main-Draw-Debüt einen Sieg feiern konnte. Am Abend schließlich wird erneut Dennis Novak, diesmal im Doppel an der Seite von Dominic Thiem, den Spieltag in der Wiener Stadthalle beschließen. 

Hier geht´s zum Draw der Erste Bank Open! 

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