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Erste Bank Open: Dominic Thiem scheitert an bärenstarkem Andrey Rublev

Andrey Rublev hat Dominic Thiem im Viertelfinale aus den Erste Bank Open geworfen. Der Russe bestätigte seine beeindruckende Verfassung und siegte mit 7:6 (5) und 6:2. (Den Live-Ticker der Partie könnt ihr nachlesen.) Im Halbfinale trifft der Weltranglisten-Achte auf Kevin Anderson.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 30.10.2020, 17:54 Uhr

Andrey Rublev schlägt Titelverteidiger Dominic Thiem und steht im Halbfinale der Erste Bank Open
Andrey Rublev schlägt Titelverteidiger Dominic Thiem und steht im Halbfinale der Erste Bank Open

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle

Bei wohl jedem anderen ATP-500-Event im Kalender des Wanderzirkus der ATP-Profis wäre ein solches Match-Up erst in einem möglichen Einspiel zustande gekommen. Bei den Erste Bank Open 2020 sollten Dominic Thiem und Andrey Rublev aber bereits im Viertelfinale aufeinandertreffen. Die Nummer zwei gegen die Nummer fünf des Turniers, der US-Open-Champion gegen den vierfachen Turniersieger in der laufenden Saison. 

Bereits im Vorfeld hatte Dominic Thiem von einer "extrem schweren Aufgabe" gesprochen, hatte den Russen als einen der aktuell "fünf besten Spieler der Welt" bezeichnet. Rublev sei einer seiner häufigsten Trainingspartner auf der Tour, mit seinem schnellen und kompromisslosen Spiel ein Mann, mit dem man stehts einen guten Rythmus finden könne. Der einen aber vom Platz schieße, überließe man ihm die Kontrolle über die Partie.

Thiem klopft erstmals an

Beide Spieler starteten mit sehr hohem Tempo von der Grundlinie, versuchten dabei zugleich, die Vorhand ihres Kontrahenten so gut wie möglich aus dem Spiel zu nehmen. In den Rückhandduellen schien der Lokalmatador anfangs etwas Oberwasser zu haben, der Österreicher kam im dritten Spiel der Partie zu zwei Breakbällen, die Rublev aber jeweils mit guten Aufschlägen vereiteln konnte. Der Titelverteidiger konnte sich unterdessen auf sehr lautstarke Unterstützung von den Rängen verlassen, ungeachtet der Tatsache, dass diese mit 1000 Zuschauern nur sehr spärlich gefüllt waren.

Die Vorhand des 23-jährigen Rublev, vor der Thiem im Vorfeld besonders gewarnt hatte, funktionierte in der Anfangsphase noch nicht mit jener Selbstverständlichkeit, die dem Weltranglisten-Achten zuletzt die großen Erfolge beschert hatten, immer wieder folgten auf sehenswerte Gewinnschläge recht vermeidbare Fehler. Dominic Thiem hingegen ließ mit einigen vermeidbaren Returnfehlern einige Halbchancen in Satz eins ungenutzt. Keiner der Spieler schaffte es in der Folge, Druck auf den Aufschläger aufzubauen - ein Tiebreak musste die Entscheidung in Satz eins bringen. In diesem zeigten nun beide Akteure ihr bestes Tennis, Thiem hatte zwei Chancen auf das erste Minibreak, hatte einmal Pech - und traf ein anderes Mal mit dem Stopp die falsche Entscheidung. Und so war es Andrey Rublev, der sich das Minibreak schnappte und seinen zweiten Satzball mit einem Ass verwerten konnte. 

Sensationeller Satz von Andrey Rublev

Diesen Schwung nahm der Russe, der erst in dieser Woche erstmals den Sprung in die Top-10 der Weltrangliste geschafft hatte, auch in den zweiten Satz mit. Bei eigenem Aufschlag ließ Rublev nichts zu, bei den Service-Games des Österreichers präsentierte sich der 23-Jährige hellwach. Mit einer sehenswerten Inside-In-Vorhand sicherte sich der Russe das erste Break des Matches zum 2:1 in Durchgang zwei. Nun lief dem Mann aus Moskau alles zusammen, die Fehler aus Satz eins hatte Rublev nun vollkommen abgestellt, Thiem hatte die Kontrolle über das Match verloren. Auch im nächsten Aufschlagspiel des Weltranglisten-Dritten klopfte der Russe an, per Doppelfehler holte sich Rublev das Doppelbreak. 

Dominic Thiem wirkte nicht mehr vollends bei der Sache, griff sich immer wieder an den Fuß. Ob es sich dabei um eine Verletzung handelte, ließ sich während des Matches aber nicht beurteilen. Die Experten des Turnier Host-Broadcasters ServusTV gingen während der Übertragung von einer Blase am Fuß aus. Thiem sollte keinen Weg zurück in dieses Match finden, Rublev spielte einen grandiosen Satz und ließ keine einzige Breakchance zu. Zwar konnte der Lichtenwörther bei eigenem Aufschlag noch einen Matchball abwehren, mit dem eigenen Serve machte Rublev dann aber den Sack zu. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden machte der 23-Jährige den 7:6 (5) und 6:2-Sieg perfekt. 

Rublev im Halbfinale gegen Anderson

"Ich war in dieser Woche auch etwas glücklich, heute hatte ich Glück, dass Dominic etwas Probleme mit seinem Fuß hatte. Es war nicht unser bestes Match. Ich hoffe, er erholt sich schnell und gut für Paris und London", meinte der junge Russe im Anschluss an seinen Erfolg. Der Weltranglisten-Achte hat damit sein 13. Match in Folge auf der ATP-Tour gewonnen. 

Für Dominic Thiem geht damit eine Serie von sieben Siegen en suite in der Wiener Stadthalle zu Ende. Andrey Rublev hingegen trifft nun auf Kevin Anderson, der sich im ersten Match des Tages überraschend gegen Daniil Medvedev durchgesetzt hatte. In der Night-Session kämpfen unterdessen Novak Djokovic und Lorenzo Sonego sowie Grigor Dimitrov und Dan Evans um die verbleibenden zwei Plätze in der Vorschlussrunde. 

Den Live-Ticker der Partie könnt ihr nachlesen.

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