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Erste Bank Open - Entfesselungskünstler Novak Djokovic zieht mit Pete Sampras gleich

Novak Djokovic hat auch bei seinem zweiten Auftritt in der Wiener Stadthalle Nervenstärke bewiesen - und ist damit mit Pete Sampras gleichgezogen. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 29.10.2020, 10:17 Uhr

Novak Djokovic hat sich am Mittwoch einen weiteren Eintrag in den Geschichtsbüchern gesichert
Novak Djokovic hat sich am Mittwoch einen weiteren Eintrag in den Geschichtsbüchern gesichert

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle

Als Borna Coric die Vorhand um einige Zentimeter hinter die Linie setzte, war es also geschafft für Novak Djokovic. Der Serbe lächelte in Richtung Box, ballte die Faust und tauchte ein in den frenetischen Jubel der gut 1000 Zuschauer in der Wiener Stadthalle. Er schnaufte aber auch durch, wohlwissend, dass es erneut ein Match auf Messers Schneide gewesen war, dass wie schon in Runde eins ein Houdini-Akt im ersten Durchgang diese Partie entschieden hatte. 

Schon bevor es im ersten Satz zum großen Showdown im Tiebreak kam, hatte Borna Coric seine Chancen. Drei Breakbälle fand der Kroate vor, hätte bei einer erfolgreichen Verwandlung die Chance gehabt, den ersten Durchgang bei eigenem Aufschlag zu beenden. Was sein serbischer Kontrahent in diesen so wichtigen Punkten auf den Platz brachte, sollte nur ein Vorgeschmack darauf sein, wie er sich wenig später bei Satzball gegen sich in der Kurzentscheidung präsentierte. Fehlerfrei. 

Djokovic 10:1 in Tiebreaks 2020

"Je mehr Tiebreaks ich gewinne, desto größer wird das Selbstvertrauen, mit dem ich in sie reingehe", sollte der Serbe im Anschluss an seinen Sieg erklären. Es klingt schon fast nach einer Drohung an seine Kollegen im Wanderzirkus der ATP-Profis. Gerade einmal eines seiner elf Tiebreaks in diesem Kalenderjahr musste der Branchenprimus verloren geben. "Ich habe einen sehr optimistischen, zuversichtlichen Zugang, wenn ich in ein Tiebreak gehe", verriet der Serbe. 

Bereits Dominic Thiem hatte sich Anfang des Jahres die Tiebreak-Stärke des Weltranglisten-Ersten zum Vorbild genommen. Er gäbe seinen Kontrahenten in diesen schlichtweg keine freien Punkte, man müsse jeden Punkt erst einmal selbst machen, analysierte Österreichs Nummer eins damals. Das wollte Borna Coric zwar phasenweise gut gelingen - "Er hat super serviert. sehr präzise, deshalb war ich im ersten Satz sehr passiv", sollte auch Djokovic die Leistung seines Gegenübers würdigen - im Endeffekt wollte es dem Kroaten dann aber nicht gelingen, auch den Schlusspunkt im ersten Satz zu setzen. 

Sampras-Rekord eingestellt 

Und so war es in der Folge eine nahezu idente Vorstellung am Centre Court, die Djokovic bereits gegen Filip Krajinovic zum Besten gab: Frühes Break in Satz zwei, keine Probleme bei eigenem Aufschlag - Sieg. "Ich bin mit meinem Aufschlag zufrieden und auch, dass ich auf meine Chancen gewartet habe", erklärte Djokovic. Natürlich wolle man immer sein Spiel dem Gegner aufzwingen, manchmal - wenn etwa die Nerven flattern, oder die Schläge nicht funktionieren - müsse man sich anpassen. Ein Kunststück, das der Serbe beherrscht wie kein anderer. 

Selbst er, so Djokovic, fühle noch immer die Nervosität, die Anspannung und auch die Ängste in seinen Matches. "Ich habe in den Jahren aber gelernt, damit umzugehen." In den Jahren hat Novak Djokovic auch so manchen Erfolg für die Ewigkeit gefeiert - und mit dem Sieg über Borna Coric einen weiteren nachgelegt. Der Serbe wird nämlich nun offiziell das Jahr als Weltranglisten-Erster beenden, tut dies zum sechsten Mal in seiner Karriere und zieht damit mit dem Langzeitführenden Pete Sampras gleich. Mit seinem Kindheitsidol, wie der 17-fache Grand-Slam-Champion im Vorfeld der Erste Bank Open verraten hatte. "Ein Traum würde wahr werden, sollte ich diesen Rekord einstellen." Er wurde wahr. 

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