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Erste Bank Open: Novak Djokovic mit knappem Auftakterfolg über Filip Krajinovic

Mit Novak Djokovic ist die Nummer eins des Turniers gut in die Erste Bank Open gestartet. Der Serbe besiegte Landsmann Filip Krajinovic in einem umkämpften Match mit 7:6 (6) und 6:3. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 27.10.2020, 18:09 Uhr

Novak Djokovic bekam es in der ersten Runde der Erste Bank Open mit Landsmann Krajinovic zu tun
Novak Djokovic bekam es in der ersten Runde der Erste Bank Open mit Landsmann Krajinovic zu tun

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle

"Wir haben vor wenigen Tagen noch miteinander trainiert und gescherzt, wir könnten doch auch in Wien aufeinandertreffen", hatte Novak Djokovic nach der Auslosung für die Erste Bank Open über seinen Auftaktgegner gemeint. Dieser ist nämlich ein alter Bekannter des Serben: Der Weltranglisten-Erste wird in Runde eins des ATP-500-Events von Wien auf seinen Landsmann und Kumpel Filip Krajinovic treffen. Djokovic: "Ich meine, was sind die Chancen?" 

Auf dem Centre Court der Wiener Stadthalle, der zuvor von Grigor Dimitrov und Karen Khachanov, die phasenweise eine durchaus unterhaltsame Begegnung lieferten, aufgewärmt wurde, erwischte Novak Djokovic den besseren Start. Der Weltranglisten-Erste schnappte sich das erste Break der Partie und ging mit 3:1 in Führung. Filip Krajinovic, der in dieser Saison bereits mit einem deutlichen Sieg über Dominic Thiem für Aufsehen gesorgt hatte, ging das Tempo des Serben aber gut mit und profitierte von untypisch vielen Fehlern vonseiten Djokovics.

Entfesselungskünstler Djokovic

Folgerichtig sollte Krajinovic postwendend das Rebreak gelingen, in dieser Phase versuchte es Novak Djokovic etwas zu oft mit dem Stopp, Krajinovic hatte auf diesen Schlag zumeist die richtige Antwort. Diese bewies der Weltranglisten-30. auch in der Folge in Satz eins, schnappte sich zum 4:3 erneut den Aufschlag des Weltranglisten-Ersten und ging mit 5:3 in Führung. Als Krajinovic aber beim Stand von 5:4 auf den Satz servierte, versagten dem 28-Jährigen völlig die Nerven - Djokovic schaffte das Rebreak zur rechten Zeit.

Weitere Breaks sollte es in Durchgang eins keine zu sehen geben - ein Tiebreak musste die Entscheidung bringen. In diesem war Krajinovic eigentlich der tonangebende Akteur, führte mit 5:3 und hatte beim Stand von 6:5 sogar Satzball. Djokovics konnte all diese Chancen aber vereiteln, holte sich selbst einen Satzball, den der 17-fache Grand-Slam-Champion nach einer Stunde und zwölf Minuten auch zu verwandeln wusste. 

Das hat Spuren hinterlassen beim Weltranglisten-30., der im ersten Satz das Publikum mit kompromisslosem Offensivspiel zwar auf seine Seite ziehen konnte, im Endeffekt aber in den entscheidenden Momenten etwas zu fahrlässig mit seinen Chancen umging. Und ein Spieler der Marke Djokovic vermag es wohl so gut wie niemand anderer, in einer solchen mentalen Schwächephase seines Gegners den Druck zu erhöhen - wie schon in Satz eins konnte Djokovic auch in Durchgang zwei mit Break in Führung gehen. 

Chancen auf beiden Seiten

Djokovic spielte nun richtig gutes Tennis, hatte sogar vier Breakchancen, um auf 4:1 zu stellen. Krajinovic konnte diese aber allesamt zunichte machen und blieb dran in Durchgang zwei. Der Weltranglisten-30. fand im nächsten Game sogar selbst eine Breakchance zum 3:3-Ausgleich vor, die sein Landsmann aber mit einem guten Netzvorstoß vereiteln konnte. Der Branchenprimus pochte im folgendem Game auf die Vorentscheidung, ließ nun selbst aber einige Großchancen liegen - etwa als er mit einem Stopp bei Breakball etwas zu verspielt agierte. 

Am Ausgang dieser Partie sollte dies aber nichts ändern, Djokovic agierte bei eigenem Aufschlag nun gewohnt souverän und ließ keine Breakchancen mehr zu. Beim Stand von 5:3 hatte der Serbe dann sogar die Chance, das Spiel bei Aufschlag seines Gegners zu beenden. Den ersten Matchball konnte ein tapfer kämpfender Filip Krajinovic zwar noch abwehren, der zweite passte dann aber. Nach ziemlich exakt zwei Stunden machte der Weltranglisten-Erste den 7:6 (6) und 6:3-Sieg perfekt. 

Nur noch ein Sieg auf Sampras-Rekord

Wie schon in der Eröffnungspressekonferenz angekündigt, gab der Weltranglisten-Erste dann wieder seine Deutschkenntnisse zum Besten, bedankte sich für die Unterstützung beim Publikum: "Ich fühle mich sehr wohl hier." Seinem Freund Krajinovic habe er mitgegeben, dass er durchaus glücklich gewesen sei, vor allem im ersten Satz. "Es ist immer schwer, gegen einen Freund zu spielen. Wir trainieren oft miteinander, er kennt mein Spiel, ich seines. Einige wenige Punkte haben das Momentum des Spiels verändert", so Djokovic in einer ersten Analyse. 

In der Runde der letzten 16 geht es für Novak Djokovic nun gegen Borna Coric, der sich am gestrigen Montag gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz durchsetzen konnte und vor wenigen Tagen noch das Endspiel des ATP-500-Events von St. Petersburg erreicht hatte. Sollte der Branchenprimus auch diese Partie für sich entscheiden, so ist dem Serben ein weiterer Rekord sicher. Djokovic würde dann nämlich das sechste Mal die Saison an der Spitze der ATP-Charts beenden und damit mit dem ewigen Rekordhalter Pete Sampras gleichziehen. 

Hier geht´s zum Draw der Erste Bank Open!

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