Ex-Coach verklagt Naomi Osaka auf 20 Prozent ihrer Einnahmen

Unschöne Nachrichten für die Weltranglisten-Erste Naomi Osaka: Christophe Jean, ein Coach aus Jugendzeiten, pocht auf einen Vertrag mit Osakas Vater Leonard Francois - mittlerweile geht es um mehrere Millionen US-Dollar.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 20.03.2019, 10:11 Uhr

Naomi Osaka
© Getty Images
Naomi Osaka

20 Prozent der späteren Einnahmen von Mari und Naomi Osaka oder eine bestimmte Geldzahlung sollte Jean im Gegenzug zu Trainerstunden bekommen, heißt es. Er habe die Schwestern zwei Jahre lang "fünf bis sechs Stunden täglich trainiert, sechs Tage die Woche". Er sagt: "Mari war wie eine Tochter für mich."

Der Vertrag ist nun Beweisstück A in einem Gerichtsprozess, den der Ex-Coach im Februar in die Wege geleitet hat. Das berichtet der Sun-Sentinel in einer langen Story über die Coaching-Historie von Naomi Osaka und ihrer Schwester Mari.

"Ich wollte das nicht tun. Aber das letzte Mal, als ich mit Max (Spitzname von Osakas Vater Leonard Francois, Anm. d. Red.) gesprochen habe, meinte er, ich soll mir einen Anwalt suchen. Das habe ich nun getan", so Jean über seine Klage.

Osaka hat bislang mehr als 10 Millionen US-Dollar an Preisgeldern verdient, ein Vielfaches sollte über Werbeeinnahmen nach ihren Erfolgen bei den US Open und Australian Open in ihre Kasse fließen.

Osaka-Anwalt: "Lächerlich"

Osakas Anwalt Alex Spiro dementiert eine entsprechende Vereinbarung: "Es ist keine Überraschung, dass Naomis kometenhafter Aufstieg als internationale Ikone und Inspiration zu falschen Behauptungen führen würde. Dieser lächerliche imaginäre Vertrag, den Naomi nie gesehen oder unterschrieben hat - und in dem es darum gehen soll, dass sie im Alter von 14 Jahren einen Teil von sich abgeben würde -, ist ganz besonders absurd", heißt es in einer Mitteilung.

Verträge solcher Art seien nicht unüblich, sagen die Trainer Harold Solomon und Bill Adams. Auch sie haben mit den Osakas zusammengearbeitet, teils unentgeltlich, teils als Gegenleistung dafür, dass Vater Leonard Francois Anfänger unterrichtet habe. Die Hälfte der ein Dutzent Coaches, mit denen die Osakas zusammengearbeitet hätte, seien nicht bezahlt worden, weil alle gewusst hätten, dass die Familie das Geld nicht habe.

Adams allerdings hat offenbar nach wie vor einen guten Draht zu Papa Osaka. "Er hat mich vor zwei Wochen besucht." Man habe über eine Schule gesprochen, die Francois in Haiti plant. "Ich freue mich über ihren Erfolg", wird er zitiert.

Erinnerungen an die TOSA-GmbH um Tommy Haas

Vereinbarungen zur Förderung von talentierten Jugendspielern sind nichts Neues - auch nicht, dass darüber gestritten wird. Berühmtes Beispiel: Die "TOSA"-GmbH, die Peter Haas zur Unterstützung seiner Kinder Tommy und Sabine einst gegründet hatte und in die 15 Anleger jeweils 50.000 Mark investierten. Sie sollten zu 15 Prozent an künftigen Einnahmen bis zum Jahr 2004 beteiligt werden.

Zu einer Auszahlung kam es auch hier zunächst nicht, weil Haas die Zahlungen schon 1999 einstellte. Vor Gericht hatten die Investoren mit ihrer anschließenden Klage jedoch Erfolg und setzten eine Zahlung von 500.000 Euro durch.

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