Exhibitions statt ATP-Cup – Roger Federer erklärt seine Entscheidung

Der professionelle Tenniszirkus ist ein alljährliches sportliches Langzeitereignis, was sich fast über das ganze Jahr hinweg streckt. Von Anfang Januar bis Mitte November treten die Spieler der ATP-Tour in diversen Turnieren an. Somit stellt lediglich der zwölfte Monat des Jahres eine Art Pause zwischen der alten und der neuen Saison dar. Auch wenn der ein oder andere Spieler auch gerne hin und wieder zu Protokoll gibt, dass der Turnierplan zu umfangreich sei, nutzen auch die Top-Stars der Szene die sogenannte Off-Season für weltweite Showkämpfe.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 09.11.2019, 06:38 Uhr

Roger Federer wird erst wieder in Melbourne wettkampfmäßig aufschlagen
© Getty Images
Roger Federer wird erst wieder in Melbourne wettkampfmäßig aufschlagen

Von Florian Heer aus London

Roger Federer wird nach den ATP-Finals, die am Sonntag in London beginnen und den eigentlichen Abschluss eines langen Jahres darstellen sollen, vor und nach Weihnachten für je eine Exhibition-Tour in Südamerika bzw. China unterwegs sein. Santiago de Chile, Buenos Aires, Bogota, Mexiko-Stadt und Quito stehen noch im November nach dem „Saisonfinale“ in der O2-Arena auf der Turnierliste des Schweizers.

Kein ATP-Cup für Südamerika-Fan Federer

So weit so gut. Doch Federer wird als Konsequenz seiner Ausflüge abseits der ATP-Tour die Erstausgabe des ATP-Cups Anfang Januar in Australien sausen lassen. Familiäre Gründe lautete die Erklärung des Swiss-Maestros.

„Ich wollte schon seit geraumer Zeit die Südamerika-Tour spielen. Dies blieb mir allerdings bisher aufgrund von verschiedenen Gründen verwehrt. Entweder ich hatte Probleme mit dem Knie oder es ging nicht wegen der Kinder, oder es war einfach zu viel“, erzählte Federer am Freitagnachmittag im Rahmen des Media-Day zu den ATP-Finals. „Südamerika hatte dadurch Priorität für mich. Ich hätte auch gerne den ATP-Cup in der ersten Januar-Woche gespielt. Dann stand allerdings fest, dass Stan Wawrinka nicht dabei sein würde und meine Familie nicht mit nach Sydney reisen werde. Somit wollte ich lieber zu Hause bleiben, um daheim zu trainieren. Der Fokus liegt somit auf den ATP-Finals und den Australian Open. Ich musste auf etwas verzichten. Und das war der ATP-Cup, den ich gerne gespielt hätte, für mich aber nicht absolute Priorität genoss. Diese Entscheidung musste ich nach Wimbledon treffen.“

Tennis Australia Partner beim Laver Cup

Überraschend kommt der Verzicht auf die Teilnahme beim neuen Mannschaftswettbewerb down under aufgrund der Tatsache, dass der ATP-Cup von Tennis Australia mitveranstaltet wird. Der Tennisverband also, der ebenso in den von Federers Management organisierten Laver-Cup involviert ist und auch einige Anstrengungen unternommen hat, dem Show-Vergleich zwischen Team Europe und dem Rest der Welt eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verleihen. Dass das Zugpferd Federer, sowie das gesamte Team Schweiz beim ATP-Cup nun nicht aufschlagen werden, wird in Australien vermutlich wenig Begeisterung hervorgerufen haben.

Federer mit eigenem Turnierplan

„Auch meine Entscheidung bei den Olympischen Spielen in Tokio anzutreten, hat eine Rolle gespielt“, so Federer. Seine Familie wolle schon immer einmal nach Japan reisen. Am Ende ging es dem 38-jährigen Basler darum für seine Liebsten und sich einen guten Turnierkalender auszuarbeiten. Für einen Veteranen der Tour, der zudem alles gewonnen hat, was es im Tennissport zu gewinnen gibt, ist das eine nachvollziehbare Entscheidung. Die ab und an aufkeimende Kritik seitens einiger Profis über ein zu langes Jahr auf der ATP-Tour mit zu vielen Turnieren, lassen Federers Teilnahme an diesen „Zusatz-Events“ jedoch als widersprüchlich erscheinen.

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von Florian Heer

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zuletzt bearbeitet: 09.11.2019, 06:38 Uhr

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