Fabio Fognini in Teneriffa: „Tennis ist immer noch in meinem Blut“
Der ehemalige Weltranglisten-Neunte Fabio Fognini spricht über seine Karriere, neue Erfahrungen abseits des Courts und die nächste Generation im Welttennis.
von Florian Heer aus Teneriffa
zuletzt bearbeitet:
19.02.2026, 07:52 Uhr

Im Rahmen seines Besuchs auf Teneriffa hat Fabio Fognini offen und reflektiert über seine Karriere, sein Leben nach dem Profitennis und die aktuelle Entwicklung im Welttennis gesprochen. Der ehemalige Weltranglisten-Neunte war am Wochenende zu Gast beim Tenerife Challenger im Abama Resort in Guía de Isora, wo er unter anderem ein Showmatch gegen eine Auswahl kanarischer Nachwuchsspieler bestritt und gemeinsam mit seiner Frau Flavia Pennetta die Insel erkundete.
„Seit einiger Zeit bin ich mehr Zuschauer, aber ich bin glücklich mit dieser neuen Rolle“, sagte Fognini. „Tennis ist immer noch in meinem Blut. Manchmal vermisse ich es, manchmal nicht.“
Für den 38-jährigen Italiener war es eine Rückkehr an einen vertrauten Ort: „Ich habe hier im Abama Resort schon vor zwei Jahren gespielt – auch wenn man besser nicht darüber spricht, wie es damals lief“, scherzte er. Fognini scheiterte damals in der zweiten Runde des ATP Challenger Tour Events an Denis Yevseyev. „Die Anlage ist wunderschön und die Insel ist fantastisch. Sie bietet alles, was ein Sportler braucht.“
Gute Figur abseits des Platzes
Abseits des Tennisplatzes sorgte Fognini zuletzt mit seiner Teilnahme an der italienischen Ausgabe von Ballando con le Stelle (Dancing with the Stars) für Aufmerksamkeit.
„Es war eine sehr harte, aber gleichzeitig sehr unterhaltsame Erfahrung. Ich habe den Menschen eine Seite von mir gezeigt, die sie wahrscheinlich noch nicht kannten“, erklärte er lachend. „Das Durchschnittsalter meiner Fans hat sich ein bisschen verändert – jetzt muss ich mir das jüngere Publikum wieder zurückholen.“
Mit Blick auf seine eigene Laufbahn zieht Fognini ein positives Fazit: „Für mich hätte es nicht besser laufen können. Ich war in den Top 10 und habe gegen unglaublich starke Spieler gespielt. Zu meiner Zeit war es fast unmöglich, ein Grand-Slam-Finale zu erreichen. Neben den Big Three und den Big Four gab es viele weitere Topspieler auf höchstem Niveau. Die Zeiten haben sich geändert, vielleicht sind die Chancen heute etwas größer – aber Vergleiche bringen nichts.“
Musetti, Sinner & Co
Natürlich äußerte sich Fognini auch zur aktuellen Generation italienischer Spitzenspieler. Über Lorenzo Musetti sagte er: „Ich freue mich über seine Entwicklung. Die Entscheidung, José Perlas in sein Team aufzunehmen, war sehr gut. Ich kenne ihn gut, und gemeinsam mit Simone Tartarini wird er Lorenzo helfen, sein bestes Niveau zu erreichen. Er macht bereits Fortschritte, aber es fehlt noch dieser letzte Klick, um sich dauerhaft in den Top 5 zu etablieren – vielleicht sogar noch höher. Ich hoffe, dass er es bald schafft.“
Zur Niederlage von Jannik Sinner gegen Novak Djokovic bei den Australian Open meinte Fognini gelassen: „Jannik hat gegen den stärksten Spieler der Geschichte verloren. Man sollte daraus kein Drama machen. Ich kenne ihn und sein Team – sie werden sicher schon in Doha wieder sehr stark auftreten.“
Auch das aufkommende Duell zwischen Sinner und Carlos Alcaraz sprach er an: „Ich habe gegen beide verloren. Schon als sie jung waren, konnte man sehen, dass sie etwas Besonderes sind. Es sind zwei völlig unterschiedliche Spielertypen, die gerade beginnen, Geschichte zu schreiben. Ich bin gespannt, wer zu ihnen aufschließen und wer versuchen wird, ihnen Steine in den Weg zu legen.“
