Fast 60 Jahre später: WTA schafft endlich gleiche Preisgelder bei allen 1000ern
Ab 2027 gibt es bei sämtlichen kombinierten WTA-1000-Turnieren für Frauen erstmals gleich viel Preisgeld wie für Männer. Zudem reduziert die WTA die Turnierpflichten für Top-50-Spielerinnen, um den Kalender zu entzerren.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
01.10.2026, 20:30 Uhr

Die Geschichte beginnt mit Billie Jean King. Für ihren Sieg bei den Italian Open in Rom im Jahr 1970 erhielt die US-Amerikanerin satte 600 Dollar, während Ilie Nastase beim parallel ausgetragenen Herrenturnier 3.500 Dollar kassierte. Der Unterschied war einer jener Gründe, der King später dazu bewog, eine professionelle Frauen-Tour mitzugründen.
Fast sechs Jahrzehnte später ist ausgerechnet Rom der letzte Schritt auf dem Weg zur vollständigen finanziellen Gleichstellung bei den kombinierten WTA-1000-Turnieren. Ab 2027 erhalten Frauen und Männer bei den Italian Open dasselbe Gesamtpreisgeld. Auch in Kanada und Cincinnati wird die Differenz beseitigt.
Alle WTA 1000 künftig auf gleichem Niveau
In Indian Wells, Miami, Madrid und Peking wurde bereits gleich bezahlt. Dasselbe gilt für alle vier Grand-Slam-Turniere. Mit Rom, den Canadian Open und Cincinnati verschwinden nun die letzten Unterschiede bei den gemeinsam ausgetragenen WTA-1000-Events.
Wie groß die Lücke zuletzt noch war, zeigt das Beispiel Rom: 2026 wurden bei den Männern insgesamt 9,6 Millionen Dollar, bei den Frauen 8,3 Millionen Dollar ausgeschüttet. Bereits 2023 hatten die Organisatoren des Turniers angekündigt, das Preisgeld ab 2025 anzugleichen. Umgesetzt wurde das Versprechen jedoch erst jetzt.
Weniger Pflichttermine für die Top 50
Die WTA nimmt 2027 außerdem den Turnierkalender ins Visier. Spielerinnen aus den Top 50 müssen künftig nur noch an vier WTA-500-Turnieren teilnehmen (bisher waren es sechs gewesen). Zusammen mit den verpflichtenden WTA-Turnieren und den vier Grand Slams ergibt sich eine Basisverpflichtung von 14 WTA-Turnieren plus den vier Majors.
Jessica Pegula, Nummer drei der Welt und Vorsitzende des Tour Architecture Council, das die Reformen maßgeblich mitentwickelt hat, begrüßte den größeren Spielraum. Gerade weil die Spielerinnen einen Großteil des Jahres unterwegs seien, mache mehr Flexibilität bei den Verpflichtungen einen Unterschied.
WTA ändert auch ihre Turnierlandschaft
Neu ist zudem ein erweitertes WTA-250-Turnier in Manila. Die Philippinen setzen dabei auf das enorme Interesse an Alex Eala, die aktuell in den Top 20 der Weltrangliste rangiert. Erst im Januar hatte das Land bereits ein WTA-125-Turnier ausgetragen.
Die Änderungen der Pflichttermine und der Austragungsorte gelten zunächst nur als Pilotprojekt für die Saison 2027. Die WTA will anschließend prüfen, wie sich die neuen Regeln auf Spielerinnen und Turniere auswirken, bevor über die Jahre ab 2028 entschieden wird.
