Tipps der „Gräfin“ – Angelique Kerber hat innere Ruhe wiedergefunden

Bereichert durch Tipps von Steffi Graf soll Angelique Kerber das Porsche Team Deutschland am Wochenende in Rumänien zum Klassenerhalt führen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.04.2016, 11:56 Uhr

Angelique Kerber - Fed Cup

Ihre neue Popularität bekommtAngelique Kerbersogar in Transsilvanien täglich vor Augen geführt. Nach den Einheiten in der Sala-Polivalenta-Arena von Cluj warten immer schon Dutzende Autogramm- und Selfie-Jäger auf die Australian-Open-Siegerin. Ihre „Angelika“, wie sie die 28-Jährige putzig nennen, haben sie ins Herz geschlossen. Am Donnerstag schaute sogar der frühere Boris-Becker-Manager Ion Tiriac vorbei. Und Kerber erfüllt die Wünsche ihrer rumänischen Fans stets freundlich. Rechtzeitigvor dem schwierigen Play-off-Duell im Fed Cup gegen Gastgeber Rumänienam Samstag und Sonntag(jeweils 12.00 Uhr MESZ/ran.de und tennis.de)scheint die deutsche Nummer eins ihre zeitweise abhanden gekommene Lockerheit wiedergefunden zu haben.

„Dieses Gelassene und die innere Ruhe, die mich auch in Australien ausgezeichnet haben, sind wieder da“, bestätigte Kerber, die am Donnerstag zwei Trainingseinheiten absolvierte und ihren Jetlag nach der Rückkehr aus den USA am Montag inzwischen fast überwunden hat: „Ich konnte gut schlafen.“ Ein Grund für den Aufschwung ist auch Steffi Graf, die ihr in schwierigen Situationen als Ratgeberin zur Seite steht. „Die drei, vier Tage in Las Vegas mit ihr und ihrem Mann Andre Agassi haben mir gut getan“, berichtete die Weltranglisten-Dritte Kerber von dem Kurztrip Ende März: „Ich habe dort hart gearbeitet und Stärke getankt.“

Medienrummel kostet Energie

Das war auch bitter nötig nach dem Medienrummel in Folge ihres Melbourne-Coups Ende Januar und einer kurzen sportlichen Schwächephase. „Wer Angie kennt, der weiß, dass sie solche Dinge viel Energie kosten“, meinte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner mit Blick auf Kerbers Aktivitäten abseits des Courts. Die neue Aufmerksamkeit und die Titelseiten einiger Boulevard-Magazine hatte sich die Linkshänderin, die für den ersten Grand-Slam-Erfolg einer deutschen Spielerin seit 17 Jahren gesorgt hatte, allerdings redlich verdient. Inzwischen liegt der Fokus aber wieder voll auf der Arbeit auf dem Court. Werbe- und Medientermine hat die bodenständige Kerber bewusst reduziert. Mit ihren Halbfinal-Teilnahmen in Miami und Charleston zeigte sie zuletzt, dass sie physisch und mental wieder auf der Höhe ist.

Und das Lob dafür kommt von oberster Stelle. „Angie ist auf einem sehr guten Weg“, meinte Graf in einem DTB-Interview und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen: „Andre und ich haben versucht, ihr klarzumachen, dass sie jetzt die innere Ruhe finden muss, um sich nach dem Trubel der vergangenen Wochen auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“ Hektik, so die „Gräfin“, sei nicht angebracht. Laut Rittner wird es nun für Kerber wichtig sein, ihre Planung auf und abseits des Courts wohlüberlegt zu gestalten. „Angie muss sich auch Auszeiten nehmen. Die sind wichtig für den Kopf“, sagte die 42-Jährige, für die Kerber am Wochenende die große Hoffnungsträgerin ist. Die Major-Siegerin jedenfalls fiebert der Herausforderung gegen Simona Halep und Co. entgegen. „Ich bin optimistisch und freue mich auf die Atmosphäre, denn das Stadion ist mit 7500 Zuschauern ausverkauft. Ich denke, die Chancen stehen bei 50:50“, sagte Kerber, die ihren rumänischen Fans sogar den Namens-Fauxpas verzeiht. „Angelika“ nämlich, so will sie eigentlich gar nicht genannt werden.

von tennisnet.com

Donnerstag
14.04.2016, 11:56 Uhr