Federer-Fitnesscoach Paganini: "Seit Juli gemerkt, dass er immer mehr Umwege machen muss"

Pierre Paganini ist einer der größten Verantwortlichen für Roger Federers tolle Karriere. Der legendäre Fitnesscoach sprach nun über die letzten Wochen.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 18.09.2022, 16:21 Uhr

© GEPA
Pierre Paganini

Pierre Paganini ist seit Federers Anfängen auf der Tour an seiner Seite, hat den 20-fachen Majorchamp immer wieder fit gemacht für die großen Siege./

Und natürlich war der 64-Jährige auch in den vergangenen Monaten ein entscheidender Mann, als es darum ging, Federer für sein Comeback nach der dritten Operation am rechten Knie fit zu kriegen.

Dass Federer nun am Donnerstag seinen Rücktritt verkündete, überraschte Paganini nicht. Als langjähriger Vertrauter wisse man, was Federer denke, man habe die vergangenen Wochen gespürt, in welche Richtung es laufe. "Das passiert nicht spontan am Donnerstag um Viertel nach drei", sagte er im Gespräch mit dem Schweizer Blick.

"Seit Juli, als er angefangen hat, die verschiedenen Trainingselemente zu kombinieren, hat er gemerkt, dass er immer mehr Umwege machen und Zusatzaufwand betreiben muss. Er musste größere Efforts leisten für relativ geringe Intensität", so Paganini. Der Federers Ankündigung als "cleveren Entscheid" beurteilt. "Er musste in den letzten Jahren schon einen unglaublichen Aufwand betreiben, um auf Weltklasse-Level dabei zu sein." Es sei "ein Wunder", wie Federer das in den vergangenen fünf Jahre gemeistert habe - in Anbetracht der vielen Trainingseinheiten, die ein 41-jähriger Spitzensportler bereits durchgemacht habe.

Paganini über Federer: "Auch entscheiden können, wann es zu viel wird"

Federer selbst hatte in den vergangenen Jahren immer wieder davon gesprochen, sein Knie vor allem auch für sein künftiges Leben in Ordnung bringen zu wollen - auch Paganini weiß, dass der Maestro seine Leidenschaft ja auch nach seiner Karriere ausleben mag. "Wir wollen ja nicht, dass er sich wieder verletzt und in seiner Zukunft dann körperliche Probleme hat. Im Spitzensport muss man im Training an die Limiten gehen – aber auch entscheiden können, wann es zu viel wird."

Als einer, der Federer schon so lange kennt - seit dessen 14. Lebensjahr -, kann Paganini freilich auch einschätzen, ob und wie sich Federer im Laufe der Zeit verändert hat. Er sei reifer geworden, klar. "Aber der Mensch ist immer noch derselbe. Er hat immer noch dasselbe grosse Herz wie damals."

Hier geht's zum gesamten Interview mit Pierre Paganini

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von Florian Goosmann

Sonntag
18.09.2022, 15:09 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.09.2022, 16:21 Uhr

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