Federer und die einhändige Rückhand: Es fehlen die Vorbilder

Auch Roger Federer würde gerne wieder mehr Spieler sehen, die es mit einer einhändigen Rückhand versuchen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 26.08.2026, 18:01 Uhr

Die Rückhand von Roger Federer ist nichts anderes als legendär
© Getty Images
Die Rückhand von Roger Federer ist nichts anderes als legendär

Roger Federer hat seine Pressekonferenz bei den US Open 2026 schon absolviert, da machte sich sein alter Kumpel Grigor Dimitrov dran, über den harten Qualifikations-Weg ein Ticket für das Hauptfeld zu ergattern. Dimitrov gehört jener Generation von Spielern an, die gefühlt noch die Wahl hatten, ob sie die Rückhand mit einer oder doch mit beiden Händen spielen. Dimitrov hat die einhändige Variante gewählt, was Tennis-Feinschmecker wie etwa Günter Bresnik immer och goutieren.

Klar ist: Es ist eine aussterbende Spezies, zumal Stan Wawrinka ja auch keine Wildcard für das letzte Major des Jahres 2026erhalten hat. Lorenzo Musetti ist der aussichtsreichste Kandidat, mit ihm hat Roger Federer in den vergangenen Tagen in New York auch trainiert. Angesprochen auf das Aussterben der hohen Kunst er einhändigen Rückhand führte Federer einige Punkte ins Treffen.

Federer sieht Gründe auch beim Material

Zunächst einmal sei da die fehlende Vorbildwirkung der Coaches. Zu seiner Zeit hätten viele Trainer die Rückhand einhändig gespielt, da konnte man sich als Jugendlicher einiges abschauen. Mit der Zeit hätten aber immer mehr Coaches den Kindern gleich zu Beginn die beidhändige Option empfohlen. Und erst später auf den Einhänder umzusteigen, sei schwierig und führe auch leicht zu Frustrationen, führte Federer aus. Auch darüber weiß jemand wie Günter Bresnik bestens Bescheid, schließlich hat sein Schützling Dominic Thiem zunächst auch nicht mit einer einhändigen Rückhand brilliert.

Und dann sei da gemäß Roger Federer natürlich auch noch die Entwicklung beim Material, also den Schlägern und Saiten, die nahelegen würden, die stabilere Variante zu versuchen. 

Grigor Dimitrov hat derweil alles getan, um die Einhänder hochleben zu lassen. Gegen Lorenzo Giustino lieferte der Bulgare eine Masterclass ab.

von Jens Huiber

Mittwoch
26.08.2026, 19:56 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.08.2026, 18:01 Uhr