French Open: Ein Italiener im Finale? Auch ohne Sinner ziemlich wahrscheinlich
Mit Matteo Berrettini, Matteo Arnaldi und Flavio Coboldi haben drei Italiener das Viertelfinale der French Open 2026 erreicht. Auf dem Weg zu einem italienischen Finalisten könnte nur noch Félix Auger-Aliassime zum Stolperstein werden.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
02.06.2026, 17:19 Uhr

Richtige Mathematiker finden vielleicht doch einen Ansatz, der dem freien Auge widerspricht. Aber eben dieses freie Auge besagt: Die Chance, dass trotz des frühen Ausscheidens von Jannik Sinner, ein Italiener am Sonntag das Endspiel der French Open bestreiten wird, liegt bei mehr als 50 Prozent. Oder sind es gar 75? Die Einschränkung ist ja folgende: Félix Auger-Aliassime ist als Nummer vier gemäß der Setzliste der Favorit auf diesen einen Finalplatz.
Der Kanadier hat aber andererseits mit Flavio Cobolli die wohl schwierigste Aufgabe gezogen. Cobolli macht in den Tagen von Paris einen wie so oft sehr guten athletischen Eindruck, im Gegensatz zu den verbliebenen drei Kollegen der oberen Tableua-Hälfte musste er auch noch nicht an seine Grenzen gehen. Nicht vergessen: Auger-Aliassime hätte schon in Runde eins gegen Daniel Altmaier rausfliegen können. Matteo Arnaldi etwa gestern gegen Frances Tiafoe. Und Matteo Berrettini hat das Match-Tiebreak gegen Francisco Comesana in Runde drei mit 15:13 gewonnen. Auch kein Durchmarsch.
Berrettini schon einmal Wimbledon-Finalist
Lustigerweise haben Berrettini und Arnaldi auf der ATP-Tour noch nie gegeneinander gespielt. Cobolli und Auger-Aliassime immerhin zwei Mal: Beide Matches fanden 2024 auf Hartplatz statt, Cobolli gewann sowohl in Acapulco wie auch später im Jahr in Montreal.
Geht es um die Meriten bei den Majors, dann hat wiederum Matteo Berrettini die Nase vorne. Denn Berrettini ist der einzige Spieler neben Alexander Zverev, der schon einmal in einem Finale eines Grand-Slam-Turniers angetreten ist. 2021 in Wimbledon musste er sich Novak Djokovic geschlagen geben.
Auch bemerkenswert: Vor dem Turnier in Roland-Garros waren Matteo Arnaldi und Matteo Berrettini Tabellennachbarn in den ATP-Charts. Aber nicht in vorderen oder mittleren Regionen, sondern auf den Plätzen 104 und 105. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese beiden sich im Viertelfinale von Paris begegnen würden, die sollten richtige Mathematiker bitte einmal ausrechnen.
