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French Open: Iga Swiatek überragt - und Ashleigh Barty fehlt

Iga Swiatek ist mit großer Dominanz zum Titel in Paris gestürmt. Die French Open zeigten auch, wie schwer das frühe Karriereende von Ashleigh Barty wiegt.

von SID
zuletzt bearbeitet: 06.06.2022, 10:00 Uhr

Iga Swiatek mit dem Objekt ihrer Begierde am Sonntag
© Getty Images
Iga Swiatek mit dem Objekt ihrer Begierde am Sonntag

Iga Swiatek setzte sich mit "1GA"-Aufdruck auf ihrer Sweatjacke strahlend zum glänzenden Silberpokal und schwärmte vom großen Überraschungsmoment nach ihrem erneuten Coup in Paris. "Wow. Er ist so viele Jahre ein Top-Athlet in unserem Land", sagte die 21-Jährige, völlig baff angesichts der Tatsache, dass Fußball-Star Robert Lewandowski den großen Moment ihres Finaltriumphs bei den French Open unangekündigt mitgefeiert hatte: "Ich bin einfach überwältigt."

Der prominente Gast direkt neben ihrer Box, den Swiatek mit großem Erstauen unmittelbar nach ihrem überlegenen 6:1, 6:3-Sieg gegen das noch zu unerfahrene Toptalent Coco Gauff erspähte, ist Ausdruck eines veränderten Standings der Nummer eins der Welt. Die Überfliegerin der Szene ist zu einer Starspielerin gereift und wusste ganz im Gegensatz zu ihrem überraschenden Sieg von vor zwei Jahren, was sie nach dem nur 68 Minuten langen Endspiel erwartet.

2020 war Iga Swiatek "verwirrt"

"2020 war ich vor allem verwirrt, denn ich habe nie wirklich zu einhundert Prozent daran geglaubt, dass ich einen Grand Slam gewinnen kann", sagte Swiatek: "Jetzt ist mir viel bewusster, dass alle Puzzlestücke zusammenpassen müssen und im Grunde jeder Aspekt des Spiels funktionieren muss. Mit diesem Bewusstsein bin ich noch glücklicher."

Ihr 35. Sieg in Folge - zuletzt hatte Venus Williams bis zum Turnier in Linz 2000 eine derartige Serie hingelegt - und der ungefährdete Griff nach dem Coupe Suzanne Lenglen zeigten auch, wie schwer der frühe Abschied der amtierenden Wimbledon- und Australian-Open-Siegerin Ashleigh Barty wiegt. Bereits im Achtelfinale waren alle möglichen Konkurrentinnen aus den Top Ten gescheitert. Als beste Deutsche schaffte es Angelique Kerber bis in die dritte Runde.

Billie-Jean King fordert Chancengleichheit

Turnierdirektorin Amelie Mauresmo sagte in einem umstrittenen Statement, dass das Frauentennis aktuell weniger attraktiv sei als der Männer-Wettbewerb. Entsprechend fielen die Ansetzungen der reichweitenstarken Night Sessions aus, neun von zehn gingen an die Männer. Tennisgröße Billie Jean King forderte, dass die Veranstalter "beiden Geschlechtern die gleichen Chancen einräumen" sollten.

Gauff, die am Sonntag an der Seite von Jessica Pegula (USA) auch das Doppelfinale verlor, erwies sich als eine der Attraktionen des Turniers. Gegen Swiatek konnte sie aber noch nicht die Rolle einer echten Herausforderin einnehmen. Es ist der sehr aufgeräumt auftretenden 18-Jährigen zuzutrauen, dass sie sich in den kommenden Jahren stärker dahin entwickelt. "Ich werde aus dieser Erfahrung hoffentlich lernen und noch besser werden", sagte sie und wischte die Tränen der Enttäuschung aus ihrem Gesicht.

Hier das Einzel-Tableau in Roland Garros

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