Davis Cup: Für Marin Cilic ist ein Traum wahr geworden

Marin Cilic hat am Sonntag in Lille die Scharte von 2016 ausgewetzt. Nach dem Sieg der Kroaten im Davis-Cup-Finale in Frankreich geht der traditionsreiche Wettbewerb in eine ungewisse Zukunft.

von tennisnet
zuletzt bearbeitet: 27.11.2018, 12:37 Uhr

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Ein schöner Abschluss nach über 100 Jahren Davis-Cup-Tradition

Emmanuel Macron hatte Wichtigeres zu tun am Sonntagnachmittag, eigentlich während des gesamten Davis-Cup-Wochenendes. In Frankreich regt sich Unmut über so manche Reform des Staatspräsidenten, die Tagespolitik schlägt das sportliche Interesse Macrons. Eine Reise nach Lille hätte zudem deutlich geringere Erfolgsaussichten mit sich gebracht als jene nach Moskau, die Macron vor ein paar Monaten angetreten hat.

Für Kolinda Grabar Kitarovic hat sich die Sache genau umgekehrt dargestellt: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft musste sie den Franzosen noch zum Titel gratulieren, diesmal zahlten sich drei Tage Beharrungsvermögen in Reihe eins neben ITF-Präsident David Haggerty für die erste Frau im Staate Kroatien aus: Marin Cilic ließ gegen Lucas Pouille nur kurz Zweifel daran aufkommen, dass er im Gegensatz zu 2016 beim letzten Davis-Cup-Finale alter Schule den dritten Punkt für Kroatien holen würde.

Für Marin Cilic wird ein Traum wahr

"Es passiert nicht jeden Tag, dass man Weltmeister wird", erklärte Cilic noch am Sonntag. "Für uns wird ein Traum wahr. Wir sind sehr leidenschaftlich, man sieht ja, wie viel Freude unsere Fans haben. Ich glaube, dass es in Kroatien auch unglaublich sein wird. Lucas hat sehr gut angefangen, und im ersten Satz hat nur ein Punkt den Unterschied gemacht."

Dann allerdings habe er besser und besser serviert, so Cilic. Was sich auch in der Statistik niederschlug: In den drei Einzel-Matches war den Franzosen in neun gespielten Sätzen kein einziges Break gegen Cilic und Borna Coric gelungen.

Yannick Noah kein Fan von David Haggerty

Kroatien wird also als jenes Team in die Tennis-Geschichte eingehen, mit dessen Sieg der traditionelle Davis Cup zu Grabe getragen wird. Wie stark die Wiederauferstehung im kommenden Jahr ausfallen wird, hängt wohl in erster Linie vom Verhandlungsgeschick der ITF und des Kosmos-Konsortiums ab. Der November-Termin für das Finalturnier bereitet nur den allerwenigsten Spielern Freude.

David Haggerty jedenfalls musste sich von Yannick Noah, dem scheidenden Teamchef der Franzosen, einiges anhören. Durfte aber immerhin seiner Sitznachbarin aus Kroatien zum zweiten Davis-Cup-Triumph des jungen Landes nach 2005 gratulieren.

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27.11.2018, 12:37 Uhr