Geistesblitz oder der reine Wahnsinn? Medvedev will Weltrangliste revolutionieren

Dass sich Daniil Medvedev Gedanken um die Zukunft des Tennissports macht, ist durchaus löblich. Die Idee, mit der US Open-Sieger von 2021 nun jedoch sowohl den Tourkalender als auch die Weltrangliste revolutionieren will, ist allerdings - gelinde gesagt - wenig ausgereift.

von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet: 27.02.2026, 09:13 Uhr

© Getty Images
Daniil Medvedev hat große Ideen. Ist die Welt schon dafür bereit?

Bei einer Pressekonferenz anlässlich des Turnieres in Dubai erklärte der Russe seine Idee. "Ich würde die Weltrangliste auf vier Grand-Slam-Turniere und elf Masters-1000-Turniere beschränken. Die übrigen Turniere würde ich vielleicht beibehalten, aber ohne Punkte für die Weltrangliste zu vergeben“, so Medvedev. Dadurch solle die außerordentliche körperliche Belastung der Profis reduziert und die Verletzungsrate eingedämmt werden, wobei er Holger Runes Achillessehnen-Ruptur gegen Ende der letzten Saison als Beispiel anführte.

„Letztes Jahr habe ich sieben Turniere hintereinander gespielt. Musste ich das? Nein. Ich habe zu Beginn des Jahres schlecht gespielt, vielleicht kann ich hier 100 Punkte holen, dort 200. Wenn es keine Punkte gäbe, wäre die Entscheidung einfacher“, führt der 30-Jährige aus.

Viele offene Fragen

Insgesamt schwebt Medvedev wohl ein Modell vor, das der Formel 1 ähneln soll – also eine Art geschlossenes System. Was dann mit den übrigen Turnieren und mit Spielern passieren solle, die nicht bei Majors oder Masters-Events am Start wären, ließ Medvedev unbeantwortet. Zumindest gestand der Russe ein, dass sein Plan nur schwer in die Tat umzusetzen wäre. Gleichzeitig beharrte er jedoch darauf, dass sich die Tour "nur so verkürzen" lasse.

Solange die ATP in der derzeitigen Form existiere, werde sich jedoch ohnehin nichts ändern, gibt sich der ehemalige Weltranglisten-Erste keinen Illusionen hin. Das Problem sei, dass die kleineren Turniere nicht freiwillig ihre Lizenzen abgeben würden und die ATP nicht genug Geld habe, um die Lizenzen zu kaufen. So bleibe schließlich alles beim Alten, weil es "ein Geschäft" sei, so Medvedev.

Sportlich geht es für die derzeitige Nummer 11 der Welt am Freitag im Halbfinale des ATP 500-Turniers in Dubai weiter - ein Event, das in Medvedevs persönlicher "Tour-Utopie" also wohl nur mehr Exhibition-Charakter haben würde. Gegner ist Felix Auger-Aliassime.

Hier das Einzel-Tableau in Dubai

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Medwedew Daniil

von Clemens Engert

Freitag
27.02.2026, 12:05 Uhr
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