Generali Race to Kitzbühel: 36 Euro und ein bißchen Kreativität
Die fast drei Monate dauernde und in ganz Österreich laufende Qualifikation zum Generali Race to Kitzbühel ist drei Wochen vor dem großen und mit 10.000 Euro dotierten Finalturnier auf die Zielgerade eingebogen, und in der Ost-Region am gestrigen Sonntag sogar bereits über die Ziellinie gegangen.
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
29.06.2026, 15:02 Uhr

Im wunderschönen Tennisclub Wunderlich der Dorfgemeinde Tribuswinkel, ging am vergangenen Wochenende das letzte von fünf Quali-Events bei tropischen Verhältnissen über die Bühne.
Eine Herde Hochlandrinder als Begrüßung beim TC Wunderlich
Bei der Anfahrt zum Tenniscenter Wunderlich im beschaulich gelegenen Tribuswinkel schießt sie dem Besucher gleich als erstes ins Auge. Die hauseigene Herde an Hochlandrindern, die gegenüber der Tennisanlage grast. Der Blick über die Weide und auf die Rinder ist quasi sowas wie ein Gruß und ein Hinweis an all jene Hobbytennisspieler, die sich für das Finalturnier beim Generali Race to Kitzbühel im Tiroler Unterland qualifizieren konnten. Eine Rinderherde ohne Berge, ein bißchen Tiroler Klischee halt. Rinder und Berge gibt es dann ab 23. Juli für jene 20 Spieler, die sich in den vergangenen zweieinhalb Monaten eines der heiß begehrten Final-Tickets sichern konnten. Apropos Rinder: So manch Generali Race Spieler wird sich am Montag Vormittag beim Studium der Ergebnislisten und Abschluss-Rankings selbst als Rindvieh titulieren. Doch dazu später mehr!

Wiener Festspiele - Hauptstädter räumen alle Titel in Tribuswinkel ab
Die aktuelle Hitzewelle erfasste am letzten Juni-Wochenende 2026 natürlich auch die Generali-Race-Quali und das Abschluss-Turnier der Ost-Region in Tribuswinkel. Das für Generali-Race-Verhältnisse eher bescheidene Nennergebnis hatte natürlich mit den prognostizierten und in rekordverdächtige Höhen abgleitenden Temperaturen von 40 Grad zu tun. Gewinner waren somit alle Teilnehmer, die der Mega-Hitze trotzten und gesundheitlich unbeschadet die Heimreise antreten konnten. Auf 10 bestens präparierten Sandplätzen mit Restaurant-Betrieb, einem lauschigen Gastgarten und einer Tennishalle, war man seitens des Gastgebers perfekt für so ein Turnier mit außergewöhnlichen Rahmenbedingungen aufgestellt. Sportlich fielen die letzten Entscheidungen, so auch in der Königsklasse ITN 4,0, wo Dejan Radic praktisch am letzten Abdruck mit dem Titelgewinn, auf den Finalzug Richtung Tirol aufspringen konnte, und damit die Wiener Festspiele in Tribuswinkel eröffnete.
Alle vier Titel gingen am Ende an die Bundeshauptstadt, wie auch im ITN 6,0 Bewerb, wo der 14jährige Jonas Mayer vom ASVÖ SC Wien seinen ersten Turniersieg feierte. Der an Nummer 2 gesetzte Teenager blieb ohne Satzverlust und im Finale gegen Uwe Ebner aus Gloggnitz mit 6:1, 6:0 siegreich. Dennoch war Ebner nach dem verlorenen Endspiel gut gelaunt, immerhin katapultierte sich der 30jährige mit seiner Finalteilnahme noch unter die Top 4 im Race, womit er als Zweiter des Abschluss-Rankings in der ITN Kategorie 6,0 sein großes Ziel "Finalturnier in Going" fixiert hatte. Die letzte Ausfahrt nach Kitzbühel hat auch Rene Pöllmann gerade noch so erwischt. Dem Routinier reichte der Einzug ins Semifinale, wodurch die beiden diesmal durch Abwesenheit glänzenden Herren Linus Tichy und Andreas Sporer als Fünftplatzierte auf der Strecke blieben.

Ginthör & Alishaev souverän, während Markus Posch seine vermeintliche Kitzbühel-Quali, Gerüchten zufolge zu früh feierte
Eine phantastisch gespielte Qualifikation hat derweil Youngster Feodor Ginthör mit einem am Sonntag Abend geerbten Turniersieg in der Klasse 7,0 gekrönt. Der 14jährige vom Hietzinger TV, als Nummer 3 ins letzte Quali-Turnier gestartet, zerstörte im Viertelfinale die Hoffnungen von Markus Hobiger auf einen Kitzbühel-Finalplatz, rang im Semifinale den zweifachen Saisonsieger Tobias Jonke im Match-Tiebreak mit 10:8 nieder, ehe er über seinen zweiten Generali Race Saisonerfolg jubeln durfte. Weil Finalgegner Nikolaus Obendorfer nicht zum Endspiel antrat, gab es 10 Punkte obendrauf, womit sich der Teenager noch vor Rudi Lindenhofer den Gesamtsieg im Race der Kategorie 7,0 sicherte. Von entscheidender Tragweite in Sachen Qualifikation für Kitzbühel war schließlich auch noch der Ausgang des ITN 8,0 Bewerbs geprägt.
Ronny Alishaev holte sich am Sonntag Abend in beeindruckender Manier den Titel, seinen zweiten Generali-Saisonerfolg nach Schattendorf und den Gesamtsieg der abgeschlossenen Race-Wertung. Nur sechs Games gab der 49jährige auf dem Weg zu seinem vierten Generali Race Karriere-Titel nach Brunn 2024, Neudörfl 2025 und Schattendorf 2026 ab. Mit seinem ersten Finaleinzug auf Generali Race to Kitzbühel Ebene schob sich Marius Neumann als Dritter im Schluss-Klassement hinter Tobias Jonke noch unter die Top 4. Ein anderer wird wohl am heutigen "Tag danach" schwer enttäuscht sein. Die Rede ist von Markus Posch, der nach dem Trbuswinkel-Halbfinale auf dem undankbaren fünften Platz das Race abschloss, gerüchteweise aber am Samstag bereits seine vermeintliche Fix-Teilnahme groß feierte. Bleibt die Frage, wo Posch bei der Addition von Punkten aus drei Ergebnissen falsch abgebogen ist.

Wie sich jeder Spieler ganz einfach und ohne großen Aufwand für das Kitzbüheler Finalturnier qualifizieren hätte können!
Kommen wir jetzt noch - wie oben im Beitrag angekündigt - zurück zum Thema "Rindvieh", als das sich am heutigen Montag dem Tag nach der Generali Race to Kitzbühel Quali-Phase so manch Spieler selbst bezeichnen wird. Nämlich dann, wenn er sämtliche Ergebnisse des zurückliegenden Wochenendes studiert, und die Abschluss-Rankings im Race - vorallem jenes im ITN 5,0 Bewerb - analysiert hat. 36 Euro und ein bißchen Kreativität, so lautet unsere Titelüberschrift zu diesem Artikel. Und 36 Euro mit ein bißchen Kreativität, ja mehr hätte es in der Tat nicht gebraucht, um am heutigen Montag als einer von 20 Fixstartern der Ost-Region zum Finalturnier nach Kitzbühel zu fahren und die Chance auf den stattlichen Gewinn von 10.000 Euro zu wahren.
Ein bißchen Grips im Oberstübchen wäre von Vorteil gewesen, dann hätte ein schlauer Fuchs die einmalige Möglichkeit erspäht, die sich im ITN 5,0 Bewerb aufgetan hatte. Dort lag vor der Entscheidung in Tribuswinkel das Duo Aleksandar Jagodic und Elias Siegmund mit je 10 Punkten im Race auf dem für die Quali norwendigen vierten Platz. Keine einzige Nennung fand man zudem im 5er-Bewerb für Tribuswinkel. 10 Punkte gibt es für einen Quali-Titel, und damit ist die Sache klar. Wir wollen das an einem kleinen Beispiel festmachen. Vorweg: Jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist rein zufällig und völlig unbeabsichtigt. Nennen wir unsere Person also Markus Kobiger und man stelle sich folgendes Szenario vor. Dieser Markus Kobiger, ein Mann mit Grips, löst drei ITN Lizenzen im Wert von jeweils 12 Euro. Er investiert also schlappe 36 Euronen für drei Lizenzen.
Eine für seine Mama, eine für die Oma und noch eine letzte für seine Tante. Alle drei sind Tennisliebhaberinnen, konsumieren Tennis aber nur vor dem TV. Eingestuft als Anfängerinnen, also folglich richtiger Weise mit ITN 10,0, hätte dieser Markus Kobiger doch glatt 10 Punkte für den Sieg, vorallem aber ein Fixticket für Kitzbühel davongetragen. Und das alles für nur 36 Euro, mit ein bißchen Kreativität. Zugegeben, ein bißchen Speziell wäre diese Aktion schon gewesen, legal aber allemal. Freilich wen juckt das schon, außer man ist vielleicht im Race auf dem total undankbaren fünften Platz gelandet.

