Generali Race to Kitzbühel: Backofen Südstadt mit dem Novum "Golden-Tournament"
Die ersten Entscheidungen sind gefallen! Nach vier von insgesamt fünf Qualifikationsturnieren zum Generali Race to Kitzbühel, wurden in der Ost-Region vor dem abschließenden Bewerb am kommenden Wochenende im niederösterreichischen Tribuswinkel, die ersten sieben fixen Startplätze für das große und am 23. Juli 2026 beim TC Going stattfindende Finalturnier vergeben.
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
22.06.2026, 15:28 Uhr

obias Jonke, Ronny Alishaev, Rudi Lindenhofer, Constantin Haffner, Remo Wagner, Fernando Romero und Alexandr Koshlyak können sich um ein Quartier im Tiroler Unterland umschauen, und auf den ganz großen Coup mit dem Endspiel im Stadion zu Kitzbühel und den möglichen Geldregen in Höhe von 10.000 Euro hoffen.
Kitzbühel & Going im Juli - ein Traum, nicht nur für Hobbytennisspieler
Kitzbühel im Juli ist ein Traum! Auf der einen Seite die sanften grünen Grasberge, auf der anderen Seite das majestätisch gelegene Kaisergebirge mit seinen schroffen Felsgipfeln. Sie sind Kulisse für zwei spannende Tenniswochen, die mittlerweile seit zehn Jahren die rot-weiß-rote Breitensport-Tennisszene in Atem hält. Die berühmteste Sportstadt der Alpen (Kitzbühel) und das idyllische Bergdoktordorf (Going) bieten im Juli die Bühne für Österreichs Hobbytennisspieler, um sich mit einem Schlag aus der Anonymität des Amateursports, hinein ins Scheinwerferlicht der großen weiten Tenniswelt zu katapultieren.
Wenn am 25. Juli, dem Finaltag der Generali Open Kitzbühel die Tiroler Stadionsprecher-Legende Stefan Steinacher zwei Hobbyspieler auf den Centercourt ruft, und zum heißen Tanz um das fürstliche Preisgeld von 10.000 Euro bittet, dann sind spätestens zu diesem Zeitpunkt alle Plagen & Mühen der beschwerlichen Quali-Phase vergessen. Darum geht es letzlich! Im vollen Tennisstadion zu Kitzbühel die Atmosphäre der ATP-Welt aufzusaugen und zu genießen. Wer das schafft, hat prächtige Chancen, sich so nebenbei auch noch den bombastischen 10.000 Euro-Siegerscheck zu sichern.

In der prallen Juni-Sonne sind am Südstadt-Wochenende einige Quali-Träume dahin geschmolzen
Am vergangenen Wochenende beim vierten und vorletzten Qualifikations-Turnier der Generali Race to Kitzbühel Ost Region in der Südstadt, sind gleich sieben Spieler ihrem großen Traum einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Verdienter Maßen obendrein, denn die Bedingungen auf der roten Asche in Maria Enzersdorf waren alles andere als gemütlich. Im Backofen Südstadt hatte sich die Luft im Schatten auf 37 Grad aufgeheizt, und damit für Verhältnisse gesorgt, die nicht Jedermanns Sache war.
In der prallen Juni-Sonne bei bis zu 45 Grad schmolzen viele Quali-Hoffnungen & Träume dahin, wie jener von Markus Hobiger, der sich im Viertelfinale des ITN 7,0 Bewerbs dem rumänischen Oldie und späteren Finalisten Catalin Alexandru Dreghici glatt in zwei Sätzen geschlagen geben musste. In der Gluthitze sind womöglich auch die Quali-Chancen von Dauerläufer Rene Pöllmann im ITN 6er-Bewerb verglüht. Im Viertelfinale musste er sich denkbar knapp mit 11:13 im Match-Tiebreak gegen die Nummer 1 der Setzliste Lukas Römer geschlagen geben. Damit fehlen dem Routinier aktuell vier Punkte auf eine Juli-Reise nach Kitzbühel.

Rudi Lindenhofer realisiert vorzeitig sein großes Saisonziel und die Teilnahme am Generali Race to Kitzbühel-Finalturnier
Auf der anderen Seite förderte das vorletzte Quali-Wochenende aber auch viele strahlende Siegergesichter und die ein oder andere schöne Geschichte zu Tage. Wie wärs damit: Im ITN 7,0er-Bewerb hat sich Rudi Lindenhofer vom Colony Club mit seinem zweiten Generali Race Quali-Titel in diesem Jahr nach Schattendorf, als erster Spieler für das Finalturnier in Going qualifiziert. Es war zu Saisonbeginn das erklärte, ganz große und klar definierte Ziel des 45jährigen, den Sprung nach Kitzbühel zu schaffen. "Es ist eine wahnsinnig tolle Gelegenheit, die uns Hobbyspielern da geboten wird. Das wollte ich nützen, und ich bin froh, die Quali frühzeitig geschafft zu haben", betonte Lindenhofer, der sich für die Mission Generali Race sogar mit extra Trainerstunden fit gemacht hatte. Am Wochenende musste der Routinier hart kämpfen. Im Viertelfinale räumte er mit einem 10:5 im Matchtiebreak den burgenländischen Vorwochen-Finalisten Nikolaus Obendorfer aus Neudörfl aus dem Weg.
Im Endspiel bei brütender Hitze sah Lindenhofer nach hoch verlorenem ersten Satz nicht wie der spätere Sieger aus. Doch den 45jährigen zeichnet aktuell ein enormer Wille aus, und mit dem zwang er am Ende Rumäniens Altmeister und Hobiger-Bezwinger Catalin Dreghici mit 10:8 im Matchtiebreak in die Knie. Die große und rauschende Siegesparty gab es im Hause Lindenhofer aber nicht. Stattdessen erreichte der Generali Race Veranstalter den 2fachen Saisonsieger am Tag nach dem großen Triumph am Telefon und am Tennisplatz sitzend. "Ich habe meinen Bruder mit ITN 4,2 gebeten, mit mir Match-Tiebreaks zu trainieren. Genauso wie in Kitzbühel mit Handicap-System. Und es funktioniert. In vier von fünf Match-Tiebreaks konnte ich den Rückstand aufholen und gewinnen", erklärte Lindenhofer nach spontan eingeschobener Trainings-Einheit.

Tobias Jonke mit dem Novum "Golden Tournament"
Der gestrige Sonntag, kalendiert als 21. Juni 2026, hat in der Geschichte des Generali Race to Kitzbühel, aber auch in jener der Hobby Tennis Tour für ein absolutes Novum gesorgt. Das ein Spieler mal ein Match mit der Doppel-Null gewinnt, kommt ab und an schon mal vor. Golden Set oder Golden Match nennt man solch seltene Ereignisse, wenn sie sogar ohne einen Punktverlust ausfallen. Was aber, wenn ein Spieler gleich ein ganzes Turnier ohne ein einziges abgegebenes Game gewinnt! Welche Bezeichnung gibt es eigentlich für solch ein Husarenstück.
Selbst Österreichs größter Tennis-Experte und Generali Open Kitzbühel Turnierdirektor Alexander Antonitsch hatte darauf auf Nachfrage keine Antwort. "Hab ich ehrlich gesagt noch nie gehört", so der Generali Race to Kitzbühel-Veranstalter. Nun, wie dem auch sei, Jungstar Tobias Jonke hat in dieser Hinsicht am vergangenen Wochenende eine neue Zeitrechnung aufgemacht. "Golden Tournament" taufen wir Jonkes bravouröses Kunststück vom Titelgewinn im ITN 8,0 Bewerb ohne einen einzigen Gameverlust..Fragen nach der Sinnhaftigkeit und der Thematik ITN sind allerdings nach Jonkes zweitem Generali Race Saisontitel aufgetaucht, an Tagen solch außergewöhnlicher Resultate aber zweitrangig, vorallem beim Sieger.

Wenig Royales aus der Königsklasse ITN 4,0 zu berichten
Wie knapp Titeltriumph oder Erstrunden-Aus auf Generali Race to Kitzbühel Ebene oft beieinander liegen, zeigte das Beispiel Constantin Haffner im ITN 6,0 Bewerb. Der 15jährige stand in seiner Auftaktrunde gegen Catalin Dreghici schon vor dem Aus, ehe er sich mit 10:8 im Match-Tiebreak in die nächste Runde rettete. Drei Matches später im Finale, profitierte Haffner dann vom Umstand, dass sein Gegner Leonard Lampelmayer an diesem tropischen Sonntag im Endspiel inkl. Meisterschaft sein viertes Match bestritt. Von Chancengleichheit also keine Spur, und so knickte die Turnierüberraschung vom ASVÖ im Finale nach einem offenen ersten halben Satz am Ende mit 3:6 und 0:6 körperlich ein.
Der ITN 5,0 Bewerb brachte am Sonntag Abend zwar nur einen Sieger, aber doch zwei glückliche Gesichter hervor. Der als Nummer 2 gesetzte Frederik Frey stahlte als großer Gewinner mit seinem ersten Generali-Race-Titel und 10 wichtigen Quali-Punkten mit der heißen Juni-Sonne um die Wette, und auch Finalverlierer Remo Wagner konnte mit 8 Punkten, der damit eroberten Race-Führung und der Fix-Quali für Kitz ein glückliches Gesicht machen. Wenig royales und glanzvolles gibt es aus der heurigen Königsklasse ITN 4,0 zu vermelden. Stattdessen bleibt dort die Moral einiger Spieler zu hinterfragen, die mit abartigen Terminproblemen den umsichtig und souverän agierenden Turnierleiter Michael Happe im virtuellen Regen stehen ließen, und den Bewerb angesichts der besonderen äußeren Bedingungen und ungleichen Verhältnissen in Sachen Matchanzahl am Finaltag, zu einer riesigen Farce verkommen ließen.
Ach ja, und der Sieger aus Spanien sollte sich auch hinterfragen und sich an das Kick Off Event der Generali Race to Kitzbühel Saison im April erinnern, wo er ungleiche und unfaire Bedingungen für sein Final-Match gegen Matwey Beroev kritisierte. Damals hatten beide Finalisten übrigens nur das Endspiel vor der Brust. Diesmal hatte der Finalgegner des ausgeruhten Fernando Romero bei brütender Hitze sein drittes Match zu bestreiten, und dementsprechend keine Chance. Vom spanischen Sieger gab es in dieser Hinsicht kein Statement dazu, weder an den Turnierleiter noch an den Veranstalter. Das wiederum nennt man klassisch betrachtet "Doppel-Moral".

