Generali Race to Kitzbühel: Siege der Favoriten und ihre Quali-Sorgen

Halbzeit beim Generali Race to Kitzbühel in der Ost-Region, und das am Sonntag Abend zu Ende gegangene Quali-Turnier beim TV Wiener Neudorf hat gleichzeitig auch die für alle Teilnehmer(innen) so spannenden Niederösterreich-Wochen eingeläutet.

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 14.06.2022, 08:51 Uhr

Um diesen Cupra Born wird beim Generali Race to Kitzbühel gespielt
© privat/Claus Lippert
Um diesen Cupra Born wird beim Generali Race to Kitzbühel gespielt

An drei Wochenenden in Serie liegen für die Richtung Finalturnier in Kitzbühel schielenden Hobbyspieler nach Wiener Neudorf auch noch "big points" in der Südstadt und der Kaiserstadt Baden für das Generali Race to Kitzbühel parat. Der Auftritt am letzten Weekend im Industrieviertel nahe der Bundeshauptstadt brachte neben 86 Nennungen, und einem davongeschwommenen Eröffnungstag durchwegs Favoritensiege, förderte aber zugleich auch ein Problem zu Tage, mit dem einige der erfolgreichen Turnierspieler derzeit zu kämpfen haben.

Bader, Rakhmatulin, Rybak und ihre Quali-Sorgen

Stell dir einmal vor, du hast zwei von drei Vorausscheidungsturnieren zum Generali Race to Kitzbühel gewonnen, und dennoch liegt der angepeilte Start in der Gamsstadt und der Traum vom großen Finalmatch am Centercourt im Kitzbüheler Stadion um ein Auto der Marke Cupra Born in weiter Ferne. Frag nach bei den Herren Tom Bader, Erik Rakhmatulin oder Sascha Rybak, deren Weg in die legendärste Sportstadt der Alpen trotz bislang großartig gezeigter persönlicher Performance und des ein oder anderen Titel-Doppelpacks noch ein richtig weiter und beschwerlicher ist. Und das hat einen einfachen Grund: Der für den Start an einem der Generali Race to Kitzbühel Turniere nötige ITN-Rating-Wert ist bei einigen der erfolgreichen Teilnehmer nach zwei oder drei Quali-Entscheidungen in einen Bereich gefallen, der ein Antreten in der nächst höheren ITN Kategorie erfordert. Die bislang eroberten Punkte - deren 10 sogar für einen Titelgewinn - sind dann praktisch wie eingefroren, und für den weiteren Verlauf der Quali-Tour für die einzelnen Akteure ohne Nutzen.

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Klug, wer taktisch in der Kitzbühel-Quali vorgesorgt hat

Spieler(innen) mit dem nötigen Weitblick haben da vor dem ersten Quali-Turnier schon taktisch klug vorgesorgt, und das Rennen um die begehrten Startplätze in Kitzbühel in einer besseren ITN Kategorie in Angriff genommen. Dazu zählen nicht die Herren Tom Bader und Erik Rakhmatulin, die am gestrigen Sonntag bereits ihren jeweils zweiten Generali Race to Kitzbühel Titel einstreifen, und die persönliche Kristall-Sammlung erweiteren konnten. Gänzlich glücklich sahen die beiden Titelträger am Sonntag Abend aber nicht aus der Wäsche. "Es ist schon sehr schade, dass man die Punkte nicht als Person in jedem einzelnen Turnier, egal welcher Kategorie mitnehmen kann", zeigten sich Bader und Rakhmatulin uniso ein wenig traurig. Indes: Die beiden werden ihren Weg in die Alpen-Metropole machen, so oder so. Zu gut spielen "Tom & Erik" im Moment.

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Rakhmatulin, Bader & Holdhaus mit Generali Race Doppelpack

In der ITN 6 Kategorie hat der "kirgisische Löwe" Erik Rakhmatulin mit unendlichem Kampfgeist und zwei im Match-Tiebreak errungenen Erfolgen auf Anhieb mit seinem überraschend gelungenen Titelgewinn seine Anwartschaft auf einen der vier ersten Plätze im Race angemeldet. Der 26jährige Asiate verdiente sich seine 10 Racepunkte mit einem hauchdünnnen Auftaktsieg über Andreas Schauer, einem viertelfinalen 6:3, 7:6 Erfolg über den topgesetzten Slowaken Jan Plencner, und rang nach seinem kampflosen Finaleinzug im Endspiel auch noch Miguel Marn vom UTC La Ville mit 10:6 im entscheidenden Match-Tiebreak nieder.

Sofort in Richtung Problemlösung was die Quali für das Kitzbüheler Finalturnier angeht, hat auch Tom Bader seinen Wiener Neudorfer Auftritt genützt. Ohne Satzverlust fuhr der 16jährige seinen zweiten Saisontitel und ganz wichtige erste 10 Punkte für die Race-Wertung der ITN Katgorie 7,0 ein, in der übrigens 6er-Champion Erik Rakhmatulin immer noch mit 16 Punkten souverän an der Spitze liegt. Ein anderer Zweifach-Champion wird vielleicht in Kürze mit besagtem ITN-Problem konfrontiert sein. Die Rede ist von Ferdinand Holdhaus, der mit nur acht abgegebenen Games im Verlauf des am Sonntag zu Ende gegangenen Turniers in souveräner Manier den zweiten Titel in Serie holte, die ITN 8 Kategorie aber nun verlassen muss. Immerhin kann der 22jährige vom WAC das mit 20 Punkten im Zwischen-Klassement tun, Garantie für einen Endrang von 1 bis 4 hat aber auch er keine.

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US-Bollwerk Michael Juritsch plant schon seine Reiseroute nach Kitzbühel

Mit dem Teufel müsste es allerdings zugehen, wenn Ami-Bollwerk Michael Juritsch nach seinem Titelgewinn in Wiener Neudorf in der Kategorie 5,0 nicht die Quali für den finalen Generali Race Showdown in Kitzbühel schaffen sollte. Der US-Riese konnte am Sonntag Nachmittag bei hochsommerlichen Bedingungen nach zwei Final-Niederlagen bei den beiden Auftakt-Event im UTC La Ville im dritten Versuch endlich seinen ersten Generali Race-Titel erobern, und mit nunmehr 26 Punkten wohl die Reiseroute nach Kitzbühel festlegen. Im deutsch-amerikanischen Endspiel gegen Sebastian Volbert profitierte Juritsch von der Aufgabe seines Finalgegners, der zur Schonung seines Knies auf eine Fortsetzung des Matches beim Stand von 4:6, 0:2 verzichtete.

Eine Rechnung möchte derweil ITN 4,0 Champion Christian Hauer mit Kitzbühel begleichen. Im Vorjahr musste der 33jährige mit leeren Händen und komplett erfolglos sowohl was die HTT als auch das Tie-Break-Shootout-Finalturnier im Einzel & Doppel betrifft, die Gamsstadt verlassen. "Das wäre eine schöne Geschichte, wenn ich heuer um so erfolgreicher zurückkehren könnte", so der Mann vom TC Waldtennis Bad Vöslau, der auf dem Weg zu seinen ersten 10 Race-Punkten zwei junge Südosteuropäer ausschalten musste. Im Semifinale erteite er dem Kosovaren Egzon Brestovci in zwei Sätzen das Nachsehen, ehe er im Endspiel gegen Frenkli Qarri aus Albanien den heiß ersehnten Titelgewinn perfekt machte.

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Golfspieler Stephan Rodler vom TC Strebersdorf erteilt der Konkurrenz im ITN 9,0 Bewerb das Nachsehen

Übrigens: Golfspieler, die es sonst gewohnt sind, ihr sportliches Ziel mit so wenig Schlägen wie möglich zu erreichen, können durchaus auch erfolgreiche Tennisspieler sein, die meistens in jener Kategorie, in der Stephan Rodler am Sonntag Nachmittag triumphierte, recht viele Schläge brauchen, ehe ein Punktgewinn mit dem kleinen gelben Filzball erzielt ist. Das Stephan Rodler vom TC Strebersdorf mit dem Racket in Händen auf roter Asche ähnlich gut umgehen kann, wie mit dem Schlageisen am Grün, demonstrierte der 35jährige mit seinem Triple-Pack am Vatertag. Statt "18 Loch" ging es diesmal über drei Matches, sechs Sätze und einen Match-Tiebreak, ehe er gegen die Herren Lemberger, Hanika und Bennier sein Filzkugel-Handicap auf ITN 9,0 geschraubt hatte. Übrigens: Schon am kommenden Freitag geht es in der Südstadt mit dem nächsten Qualiturnier der Ost-Region im Generali Race to Kitzbühel weiter.

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