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"Geschmolzen wie ein Gletscher": Sinners French Open-Aus und die Folgen

Jannik Sinners Aus in Paris ist eine der größten Überraschungen der vergangenen Jahre. Während sich das Feld bei den French Open öffnet, diskutiert die Szene über die Ursachen beim Italiener.

von SID/Redaktion
zuletzt bearbeitet: 29.05.2026, 13:27 Uhr

© Getty Images
Nicht nur Italien leidet mit Jannik Sinner.

Ganz Italien leidet mit dem gefallenen "einsamen König", die Experten diskutieren über die Folgen und die neuen Titelfavoriten bringen sich in Stellung: Auch am Tag nach dem größten sportlichen Crash der vergangenen Jahre bei Grand-Slam-Turnieren war Jannik Sinner in aller Munde - obwohl sich der gestürzte Dominator längst leise von den French Open verabschiedet hatte.

"Bis bald. Au revoir, Paris", schrieb Sinner nach dem Ende seines großen Traums vom Karriere-Slam in den Sozialen Netzwerken. Der Weltranglistenerste, der in seinem Zweitrundenmatch gegen den Argentinier Juan Manuel Cerúndolo kurz vor dem Sieg spektakulär eingebrochen war, kündigte an, bis zu seiner Titelverteidigung in Wimbledon (ab 29. Juni) auszusetzen. Auch Untersuchungen dürften folgen.

Sinner zeigt Größe in der Niederlage

"Jetzt brauche ich wirklich eine Auszeit, um mich vollständig zu erholen, auch mental, um dann wieder startklar zu sein", sagte Sinner, der schon in der Vergangenheit gerade bei langen Matches Probleme gehabt hatte. Im Paris brachte ihm nun sein stilvoller Umgang mit dem schweren K.o. viele Sympathien ein. Zugleich stehen die Fragen im Raum, was die Ursache für den Blackout war.

"Sinner, der Junge aus den Dolomiten, ist geschmolzen wie ein Gletscher. Aber eines Tages wird er der Sonnenkönig sein", schrieb die Gazzetta dello Sport, die den "einsamen König" auf ihre Titelseite hob und Fragen bezüglich der Ansetzung am Mittag aufwarf. Es gehe "nicht nur um das überraschende Ausscheiden des großen Turnierfavoriten, sondern vielmehr um die Entscheidung der Organisatoren, ihn bei sengender Sonne auf dem Chatrier-Platz antreten zu lassen", schrieb das italienische Sportblatt.

Boris Becker, der den am Freitagabend gegen Quentin Halys geforderten Alexander Zverev in Abwesenheit des verletzten Carlos Alcaraz prompt zum heißesten Titelanwärter ausrief, bezweifelt, dass die Hitze der Grund für Sinners Einbruch war. "Er spielt zwei Stunden und hat plötzlich Krampfansätze", sagte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger bei Eurosport: "Ich kann das alles nicht glauben und bin der Meinung, dass das alles vom Kopf kam."

Permanenter Druck

Sinners Belastung in den vergangenen Monaten war enorm - sowohl körperlich als auch mental. Auch, weil der 24-Jährige einfach alles gewann. Fünf Masters in Folge allein in diesem Jahr, darunter der Coup in Rom Mitte Mai exakt 50 Jahre nach dem bis dato letzten Triumph eines Italieners, nach Adriano Panatta. Der hatte prompt angekündigt, Sinner auch in Paris die Trophäe überreichen zu wollen. Der Druck auf den Nationalhelden war permanent hoch.

"Und so landete Jannik, belastet mit 29 Spielen, die er innerhalb von 71 Tagen auf zwei Belägen und zwei Kontinenten absolviert hatte, im Bois de Boulogne", schrieb der Corriere della Sera: "Auf einem Belag, der anders ist als die anderen, und mit einem Format – über fünf Gewinnsätze –, das ihm manchmal zu schaffen macht."

Das bittere Ende von Sinners Titelangriff in Paris ist bekannt, das Turnier erhält dadurch nun eine völlig neue Dynamik. Von allen Drittrundenteilnehmern hat einzig Rekordchampion Novak Djokovic (24 Titel) schon Slam-Trophäen in den Händen gehalten - das Rennen ist noch einmal neu eröffnet.

Hier das Einzel-Tableau in Roland Garros

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