Glosse: Töchter und Söhne der Sonne
New York City wird nicht gerade geflutet mit Werbebotschaften rund um die US Open. Eine Ausnahme gibt es aber.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
25.08.2024, 01:18 Uhr

Wer zu großen Sportveranstaltungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reist, ist klar im Vorteil. Bekommt man doch auf dem Weg zum Stadion schon einen Vorgeschmack auf das, was dann im Hauptprogramm geboten wird.
Und damit ein kurzer Schlenker zu Stephan Fehske, dem ehemaligen Manager von Philipp Kohlschreiber, der nach dem Rücktritt seines Schützlings zwar nach wie vor auf dem Court brilliert (eigenen Angaben nach - unabhängige Zeugen kommen möglicherweise zu anderen Schlüssen. Auch und vor allem was die Qualität seiner als „Lichtschwert“ gefeierten Vorhand anbelangt. Wurscht. Anderes Thema.). Dem Tennisbusiness ist Fehske aber mehr oder minder abhanden gekommen.
Wenn die Erinnerung nicht trügt, dann hat Manager Fehske vor ein paar Jahren Kohlschreiber einen Deal mit einer Sonnenschutz-Creme vermittelt. Und weil gerade Zeit war, war das nämliche Unternehmen für eine Zeit lang auch mit der ATP geschäftlich liiert.
Sinner wirbt in London, Keys und Tiafoe in New York
Was gut passt: Denn nach den Eindrücken aus Wimbledon und von der Anfahrt mit der 7er-Linie zu den US Open kommt man nicht umhin festzustellen: Die Tennisprofis sind Kinder der Sonne! In London war es Jannik Sinner, der so manche Underground-Station mit seinem Konterfei bereichert hat. Im Dienste einer Sonnencreme. Ansonsten ist eigentlich keine Spielerin und auch kein Konkurrent von Sinner mit übergroßer Präsenz außerhalb des All England Lawn Tennis Clubs auffällig geworden.
Und siehe da: Wiewohl in New York City wieder einmal nichts darauf hinweist, dass am Montag das bestdotierte Grand-Slam-Turnier aller Zeiten steigen wird - der Schutz vor der Sonne gibt auch auf dem Weg nach Flushing Meadows was her. Und zwar einen Spot mit Madison Keys und Frances Tiafoe, die für ein einschlägiges Produkt werben. Dritter im Bunde wäre Taylor Fritz, der beim Dreh für den Spot aber offenbar unpässlich war.
Was gerade in diesem Jahr einer gewissen Ironie nicht entbehrt: Denn verglichen mit vergangenen Ausgaben sich New York City unter der Woche fast schon herbstlich kühl präsentiert. Seit dem gestrigen Samstag scheint der Sommer aber zurück zu sein.