Günter Bresnik über Dominic Thiem: "Ein sensibler Bursche"

Günter Bresnik hat im Interview mit der Tiroler Tageszeitung über den Status quo seines Ex-Schützlings Dominic Thiem gesprochen. Und mögliche Wege aus der Krise aufgezeigt. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 01.08.2021, 22:03 Uhr

Günter Bresnik hat seine Einschätzungen zum Status quo seines Ex-Schützlings Dominic Thiem zum Besten gegeben
Günter Bresnik hat seine Einschätzungen zum Status quo seines Ex-Schützlings Dominic Thiem zum Besten gegeben

Das Verhältnis von Dominic Thiem und Günter Bresnik mag mehr als angeknackst sein, nichtsdestotrotz aber ist der Startrainer selten verlegen, seine Einschätzungen zu seinem Ex-Schützling zum Besten zu geben. So auch im Interview mit der Tiroler Tageszeitung, in dem Bresnik über einen möglichen Einfluss der Gerichtsverhandlungen zwischen den beiden Tennisfamilien sprach. 

Auf die Frage, wie groß die Verantwortung dieser an der aktuellen Misere der Nummer eins des Landes sei, erklärte Bresnik: "Dominic ist ein sensibler Bursche, viele Dinge gehen ihm schnell einmal nahe. Aber ich bin da schon mehr verantwortlich, dass er die US Open gewonnen hat. Er spielt gut Tennis, weil er gut ausgebildet ist."

"Massu weiß das nicht"

Diesen Negativ-Lauf könne der US-Open-Siegers aus 2020 recht bald in den Griff bekommen, unterstrich der Wiener: "Er wird seine Schwierigkeiten in den Griff bekommen, wenn er mit jemandem – nicht mit mir – das trainiert, was er braucht. Ich vergleiche das so: Wenn der Tank leer ist, dann steht das Auto. Und wenn die Leute nicht wissen, wo der Tankdeckel ist, wird man es nicht in Gang bringen." 

Um das Auto alsbald wieder rennfähig zu machen, benötige es jedoch Veränderung im Team Thiem, wie Bresnik suggerierte: Massu "hat keine Ahnung vom Tankdeckel. Er ist ein extrem guter Unterhalter, ihn kann man als Touring-Coach einsetzen. Als das war das damals auch gedacht." Thiem selbst betonte nach dem schlechten Saisonstart jedoch mehrmals, an seinem derzeitigen Team - mit Ausnahme des Managements - nichts ändern zu wollen. 

Neumayer legt Talentprobe in Kitzbühel ab

Aktuell hat Günter Bresnik nicht nur den Franzosen Gael Monfils unter seiner Ägide, auch die wohl derzeit vielversprechendste Aktie des österreichischen Tennissports, Lukas Neumayer, ackert unter dem strengen Blick Bresniks: "Was daraus wird, weiß ich noch nicht. Ich kenne Lukas nicht aus seiner Jugendzeit. Er ist am Anfang in die Südstadt gekommen und hat tageweise bei mir trainiert. Was mir extrem imponiert hat, war, wie er aus Eigenantrieb spielen will. Er kann in die Top 100 kommen, tut alles dafür. Es gibt nichts, woran das scheitern sollte", wagt sich Bresnik in Prognosen für die Karriere des Teenagers. 

An der Ausbildung sei beim Salzburger indes wenig auszusetzen, wie Bresnik betonte: "Nein, bei ihm ist das nicht der Fall. Es gibt keine wirklichen Baustellen. Aber man kann vieles verbessern. Es gibt viel zu entwickeln und intensivieren. Lukas ist bereit, er möchte unbedingt." Das zeigte Neumayer zuletzt auch beim ATP-250-Event von Kitzbühel eindrucksvoll, wo der 18-Jährige die Qualifikation fürs Hauptfeld schaffte und dort nahezu den Top-200-Spieler Mario Vilella Martinez besiegte. 

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von Michael Rothschädl

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01.08.2021, 21:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 01.08.2021, 22:03 Uhr

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